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02.09.2021 | 05:45

Ausbruchs- und Pipeline-News - Bayer AG, Morphosys AG, XPhyto Therapeutics

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Bildquelle: pixabay.com

Immer mehr Menschen in Deutschland und der Welt machen sich Sorgen über die steigende Inflation und wie sie sich davor schützen können. 3,9% Anstieg zum Vorjahr, anhaltende Negativzinsen und stetige Kürzungen der Ablaufleistung aus den Versicherungen machen daher viele Otto-Normal-Verbraucher nervös. Zu Recht, denn eine 3,9%-Inflationsrate auf 10 Jahre bedeutet einen Kaufkraftverlust von 31,8% hinzunehmen. 1.000 EUR heute bedeutet daher umgerechnet 682 EUR Kaufkraft in 10 Jahren. Doch statt in Aktien zu investieren, bleibt eine ganze Generation u.a. wegen 'Manfred Krug und seiner Telekom-Werbung' dem lukrativen Kapitalmarkt fern.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Dr. Tim Faustmann
ISIN: BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , MORPHOSYS AG O.N. | DE0006632003 , XPHYTO THERAPEUTICS | CA98421R1055


 

Börse ist wie Skifahren

Doch auch ein Invest in inflationsindexierten Bundesanleihen suggeriert nur auf dem Papier einen Kaufkrafterhalt, denn der hinterlegte Warenkorb zur Bemessung der Teuerungsrate entspricht meist nicht der realen Inflation für den Anleger. Einen besseren Schutz bieten daher Aktien, doch es sollte sich dann auch mit der Thematik auseinandergesetzt werden. Vielen Anlegern ist bisher das Auf- und Ab an der Börse nicht geheuer, aber beim jährlichen Ski-Urlaub, da werden keine Kompromisse gemacht. Doch Börse und Ski fahren hat mehr gemeinsam als viele vielleicht denken. Aufwärts geht es bei beiden meist langsamer und beschwerlicher und es wird Ausdauer benötigt. Die Abfahrt dagegen, geht oft zügig und schnell vonstatten. Wenn dieses Prinzip verstanden ist, hat ein Anleger eine Grundvoraussetzung absolviert. Jetzt muss nur noch ein Schalter umgelegt werden, damit am Gipfel besser verkauft bzw. beim Abwärtsrutschen ein Stop gesetzt ist. Und bei Ankunft im Tal steht dann die Entscheidung an, ob wieder eingekauft wird.

XPhyto Therapeutics – Pipeline gut gefüllt

Bereits im März 2021 erhielt das Unternehmen XPhyto Therapeutics (WKN: A2PPTN ISIN: CA98421R1055 Ticker: 4XT) die europäische Marktzulassung für einen Biosensor-Screening-Test zum schnellen Nachweis von Infektionskrankheiten. Zusammen mit der deutschen Firma 3a-diagnostics GmbH konnte ebenfalls ein 25-minütiger COVID-19-PCR-Test entwickelt und zugelassen werden. Der Test basiert dabei auf Biosensoren die bei Vorhandensein bestimmter Enzyme reagieren. Damit können kostengünstig, einfach und schnell orale Tests durchgeführt werden und Infektionskrankheiten einschließlich COVID-19 nachgewiesen werden. Die bisher nötige labormedizinische Diagnose entfällt und damit ebnet dieses Verfahren eine schnelle ortsunabhängige Diagnose von Krankheiten, egal ob am Flughafen, Arbeitsplatz oder in einem Entwicklungsland ohne ausgebildetes Fachpersonal.

Um die Weiterentwicklung zu beschleunigen und das Knowhow an das Unternehmen zu binden, hat XPhyto Therapeutics die 3a-diagnostics GmbH für 3,9 Mio. EUR übernommen. Die Pipeline an innovativen diagnostischen Produkten, die mit dem Kauf übergehen, ist sehr gut und das skalierbare mikrobiell-enzymatische Screening-Tool ist als Plattformtechnologie für neue Testverfahren hervorragend geeignet. Letzte Innovation, die Ende August erst vorgestellt worden ist, ist der Kaugummitest. Dieser kann innerhalb von zwei bis fünf Minuten bei Vorhandensein bestimmter Enzyme einen Bitterstoff freisetzen. Damit zeigt die Plattformtechnologie, dass zu den bestehenden Testverfahren in den nächsten Monaten und Jahren weitere Innovationen auf den Markt kommen und für stetigen Newsflow sorgen. Derzeit wird u.a. an dem Nachweis von Scharlach geforscht oder dem Erkennen von Influenza-Viren.

Krebsmedikament bei Morphosys

Die Aktie des biopharmazeutischen Unternehmens Morphosys (WKN: 663200 ISIN: DE0006632003 Ticker: MOR) konnte sich nach dem scharfen Abverkauf der letzten 18 Monate seit August 2021 wieder stabilisieren. Die Constellation-Übernahme leitete den finalen Ausverkauf ein und wie an der Börse üblich, übertrieb der Markt und das führte zu einem finalen Selloff der Aktie. Doch oberhalb der 43 EUR Marke fand die Aktie dann einen Boden und konnte mit dem letzten Anstieg auch die 50 EUR Marke bereits wieder zurückerobern. Mit mehr als 100 laufenden Forschungs- und Entwicklungsprogrammen rückt nun langsam auch wieder die Innovationsfähigkeit des Unternehmens in den Fokus der Anleger.

Aus fundamentalen Gesichtspunkten dürfte die Trendwende durch die bedingte Zulassung für das Blutkrebsmedikament Tafasitamab (Minjuvi) in der EU vor zwei Wochen herangezogen werden. Bereits zuvor wurde das Medikament in Kanada genehmigt und das kam bei den leidgeplagten Aktionären endlich wieder positiv an. In den USA wurde das Medikament bereits im vergangenen Sommer 2020 unter dem Namen Monjuvi vermarktet, lag aber bisher hinter den Markterwartungen, was die Umsätze anging, zurück. Mit der Zulassung in der EU dürfte daher neuer Schwung bei den Umsätzen reinkommen und den Aktien nun wieder Aufwärtsmomentum verleihen. Chartanalyst Stefan Bode erkannte in einem Beitrag vom 07. August das Potential einer Trendwende aber schauen sie selbst nach.

Neue Phase-III-Studie bei Bayer

Die Bayer AG (WKN: BAY001 ISIN: DE000BAY0017 Ticker: BAYN) kommt bei der Erforschung einer Behandlung von bestimmten Beschwerden in den Wechseljahren weiter voran. Das dafür entwickelte Präparat Elinzanetant geht nun in die fortgeschrittene Phase-III-Studie und wird mit ca. 1.300 Studienteilnehmern in mehr als 20 Ländern getestet. Ziel ist es, das sogenannte vasomotorische Symptom während der Menopause mit Elinzanetant zu behandeln und die Wirksamkeit zu untersuchen. Ungefähr 80% aller Frauen kämpfen in den Wechseljahren durch die natürliche Hormonumstellung z.B. an Hitzewallungen. Ein Drittel der betroffenen Frauen litten sehr schwer darunter und haben teilweise zehn Jahre und länger nach aussetzen der Menstruation anhaltende Probleme.

Neben Hitzewallungen treten sehr oft Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen auf und dadurch leidet die Lebensqualität der betroffenen Frauen teilweise sehr deutlich. Durch die einmal tägliche orale Einnahme des Mittels, das sich bereits in Phase-II als gut wirksam erwiesen hat, sollen die Beschwerden abgemildert werden. Doch nicht nur für reifere Frauen scheint das Mittel interessant zu sein, sondern auch bei den Aktionären kommt die Bekanntgabe gut an. Vielleicht schüttelt das Unternehmen nun langsam den Fluch der Monsanto-Übernahme ab, so dass sich der Markt wieder vermehrt auf das Potential der Pharmasparte konzentrieren kann. Erst letzte Woche lies die US-Arzneimittelbehörde FDA das Mittel Xarelto (Rivaroxaban) zu. Mit Xarelto können koronare Herzkrankheiten wie auch thrombotische vaskuläre Ereignisse behandelt und verringert werden.


Der innovative Pharmamarkt ist nicht erst seit Corona sehr attraktiv für Investoren. Zwar haben die neuen „Impfstoffhersteller“ wie BioNTech und Moderna sich in den letzten zehn Monaten vervielfacht, aber die Luft aus der überzogenen Aktienpreisentwicklung dieser Aktien entweicht recht deutlich seit Anfang August. Daher scheint sich das Momentum wieder hin zu den bisher links-liegengelassenen Unternehmen, wie Morphosys, Bayer und XPhyto Therapeutics zu entwickeln. Erste Positionen können daher dort bereits wieder aufgebaut werden.


Interessenskonflikt & Risikohinweis

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In den letzten Monaten war die Entwicklung bei den Biotechnologie-Aktien sehr durchwachsen. Milliardenschwere Übernahmen in der Branche sind dabei schon üblich, aber nicht jede Übernahme wird vom Markt positiv aufgefasst. Die 7 Mrd. USD-Übernahme von GW Pharmaceuticals durch Jazz Pharma zum Jahresanfang wurde positiv bewertet, während die Constellation-Übernahme durch Morphosys für 1,7 Mrd. USD zum beschleunigten Abverkauf der Aktie von Morphosys führte. Wo liegen aktuell Chancen im Sektor und gibt es darunter Turnaround-Kandidaten?

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Kommentar vom 07.08.2021 | 10:10

Die Aktie des Biotechnologie-Unternehmen Morphosys ist in den letzten Monaten stark unter Druck geraten. Nicht erst seit der angekündigten Übernahme war der Aktienkurs unter Druck, sondern bereits Monate Vorfeld wurde die Aktie abverkauft. Seit eineinhalb Jahren hat der Krebsmedikamenteentwickler nun bereits 70 Prozent an Marktkapitalisierung eingebüßt, aber nun wird es Charttechnisch interessant. Die drei Korrekturbewegungsmuster seit Jan. 2020 stehen in einem harmonischen Verhältnis zueinander und ein wichtiger Trendwendebereich von 43,79 Euro wurde diese Woche um 0,09 Euro genau getroffen. Jetzt heißt es aufpassen in den kommenden Tagen, denn hält dieser Bereich, könnte eine Trendwende entstehen.

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Eine 'Doppelzüngigkeit der USA' zeigt sich seit Jahren auch gegenüber Verbündeten. Ob durch Trump oder Biden macht für viele Beobachter keinen Unterschied. Zwar würde Joe Biden gerne Patente für Corona-Impfstoffe freigeben. Allerdings liegen diese zuweilen in Europa und die Pharma-Player aus den USA spielen auch nicht mit. Man stelle sich vor, ein US-Präsident würde per Erlass den Algorithmus des US-Konzernes Google für die Welt freigeben. Das wäre mit Sicherheit nicht mit Grundregeln der Marktwirtschaft und Befindlichkeiten von Geheimdiensten vereinbar, zumindest solange Letztere Zugang zu diesem Datenschatz haben. Wer das Spiel der Politik durchschaut, kann je nach Marktlage davon profitieren.

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