27.10.2026 | 05:20
Entscheidende Bewährungsproben – Airbus, HPQ Silicon, Singulus
Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von HPQ Silicon
Geopolitik, Lieferketten und die Transformation ganzer Industrien verändern derzeit viele Märkte. Ein etablierter europäischer Großkonzern profitiert im Vergleich zum nordamerikanischen Wettbewerber von robuster Nachfrage nebst zunehmender Anzahl an Auslieferungen. Währenddessen stehen ein Materialtechnologie-Spezialist und ein Anlagenbauer vor dem Nachweis, dass operative Fortschritte auch dauerhaft tragfähig sind und Umsätze bringen. Der Bericht zeigt, welche Kennzahlen, Risiken und charttechnischen Marken nun für die weitere Kursentwicklung relevant werden können.
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Autor: Stefan Bode
ISIN: CA40444L1031 , NL0000235190 , DE000A1681X5
Airbus: Auftragsflut und Kursrally nahe der 200 EUR-Marke
Der europäische Flugzeugbauer Airbus (WKN: 938914 | ISIN: NL0000235190 | Ticker-Symbol: AIR) bleibt auf Wachstumskurs. Kürzlich meldete das Unternehmen einen Großauftrag der amerikanischen Leasinggesellschaft Aviation Capital Group über 75 Maschinen der A320neo-Familie – die größte Bestellung in der fast 40-jährigen Firmengeschichte des Kunden. Wenige Tage zuvor hatte bereits die irische Leasinggesellschaft Avolon 110 Flugzeuge geordert, davon 75 aus der A320neo-Reihe und 35 Langstreckenjets vom Typ A330-900. Zusammen umfassen beide Vereinbarungen 185 Flugzeuge und untermauern die anhaltend starke Nachfrage nach modernen, sparsameren Maschinen.
Auch das Auslieferungsgeschäft zieht an. Im September übergab Airbus 72 Flugzeuge an Kunden, deutlich mehr als im August. Seit Jahresbeginn summiert sich die Zahl auf 547 Maschinen, ein Plus von rund 8 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für das laufende Geschäftsjahr peilt der Konzern rund 870 Auslieferungen an. Im Schlussquartal wären dafür noch 323 Übergaben nötig. Angesichts anhaltender Engpässe bei Triebwerken und anderen Bauteilen bleibt dies ein ambitioniertes Ziel. Neue Klarheit dürften die Neunmonatszahlen bringen, die Airbus am 28. Oktober veröffentlicht.
Auch an der Börse hat sich die Lage spürbar verbessert. Nachdem die Aktie mehrfach im Bereich zwischen 185 und 190 EUR unter Druck geraten war, gelang zuletzt eine kräftige Gegenbewegung; zeitweise näherte sich der Kurs der Marke von 199 EUR. Analysten stützen die Erholung: Das Analysehaus Jefferies bestätigte Airbus mit "Hold" und einem Kursziel von 200 EUR.
Über den zivilen Bereich hinaus positioniert sich der Konzern strategisch im Rüstungsgeschäft. Der Chef der Sparte Airbus Defence and Space (Verteidigung und Raumfahrt), Michael Schöllhorn, forderte einen maßgeblichen Anteil Deutschlands am geplanten neuen europäischen Kampfjet. Nach dem ins Stocken geratenen Luftkampfsystem FCAS (Future Combat Air System) mit Frankreich sucht Airbus neue Partner, um das Jagdflugzeug Eurofighter abzulösen. Die anhaltende Nachfrage im Kerngeschäft sowie die Offensive im Segment Verteidigung geben der Aktie perspektivisch weiteren Auftrieb, sofern der Produktionshochlauf wie geplant gelingt.
HPQ Silicon: Technologiewerte vor dem Härtetest
HPQ Silicon (WKN: A3DQZ3 | ISIN: CA40444L1031 | Ticker: O08) positioniert sich als kanadischer Entwickler von Verfahren für kritische Materialien. Darunter auch für hochreines Silizium, pyrogene Kieselsäure und Siliziumanoden für Lithium-Ionen-Batterien. Der regionale Produktionsansatz von HPQ wird durch ein verändertes industriepolitisches Umfeld immer stärker befeuert. Die Unterstützung kommt hierbei direkt aus Nordamerika und Europa, denn hier wird verstärkt in heimische Lieferketten investiert, um bestehende Abhängigkeiten bei Batterie- und Spezialmaterialien zu verringern. Zusätzlichen Rückenwind liefern die Elektrifizierung des Verkehrs, die wachsenden Anforderungen an effizientere Energiespeicher und signifikant angestiegene Verteidigungsbudgets nicht nur der NATO-Staaten.
Bei HPQ Silica Polvere, dem jeweils zu 50 % von HPQ und PyroGenesis gehaltenen Gemeinschaftsunternehmen, steht die pyrogene Kieselsäure im Mittelpunkt. Der entwickelte Reaktor soll Quarz direkt verarbeiten und damit auf chlorhaltige Vorprodukte verzichten. Diese sind im klassischen Herstellungsprozess bisher üblich. Nach Angaben des Unternehmens lieferte der Pilotbetrieb bereits kommerziell nutzbares Qualitätsmaterial. Parallel laufen Gespräche über Anlagen mit einer Jahreskapazität von 1.000 bis etwa 10.000 Tonnen. Daraus ergibt sich ein Größenvorteil bei Energieverbrauch, Emissionen, Logistik und der Handhabung der benötigten Chemikalien. Was noch fehlt und von der Geschäftsführung zu liefern ist, sind weitere Leistungsdaten, eine belastbare Wirtschaftlichkeitsrechnung und im Anschluss verbindliche Abnahmeverträge, um aus dem vorliegenden technischen Nachweis ein skalierbares Geschäft zu machen.
Die weitere Beteiligung von 36,8 % an Novacium erweitert das Profil im Batterietechnologiesegment. Nach Aufträgen für Drohnen- und Funkgeräteanwendungen hat HPQ nun eine Vereinbarung zur Zellenbewertung mit Aptera Motors geschlossen. Das US-Unternehmen prüft dabei HPQ ENDURA+ Rundzellen im 21700er-Format mit Siliziumanoden von Novacium für mögliche Elektrofahrzeuganwendungen. Bevor jedoch mit einer Serienbelieferung zu rechnen ist, müssen erst noch weitere Labortests erfolgen. Diese externe Anwendungserprobung ist ein wichtiger Meilenstein, bevor im späteren Verlauf mit der Großproduktion begonnen wird.
Strategisch ist HPQ damit in Märkten aktiv, deren strukturelle Bedeutung wächst. Die bestehenden Patente und Pilotprojekte mit den ersten Kunden senken das gegenwärtige Entwicklungsrisiko und legen gleichzeitig die Basis für spätere Umsätze. Die letzten Kursrücksetzer auf die Unterstützungszone von 0,12 CAD je Aktie bieten daher ein interessantes Chancen-Risiko-Profil bei dem Innovationsunternehmen. Gleichzeitig muss diese Zone von den Bullen auch verteidigt werden. Gelingt dies, liegt der nächste Widerstand mit 0,20 CAD deutlich höher, während die folgende Unterstützungszone erst bei 0,07 CAD liegt.
Singulus: Nach dem Kursrutsch steht die Rally auf dem Prüfstand
Die Aktie der Singulus Technologies AG (WKN: A1681X | ISIN: DE000A1681X5 | Ticker: SNG) setzte ihre jüngste Talfahrt nur bis letzten Dienstag fort. Das zwischenzeitliche Monatstief lag bei 7,84 EUR. Im Anschluss übernahmen die Bullen das Zepter und kauften den Wert bis zum gestrigen Tag auf 12,00 EUR hoch. Der Anlagenbauer hatte zuletzt wieder vermehrt Fortschritte bei seiner wirtschaftlichen Erholung gemeldet. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz von 31,3 Mio. EUR auf 45,3 Mio. EUR. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern verbesserte sich von minus 1,3 Mio. EUR auf plus 2,7 Mio. EUR. Auch der Auftragseingang legte deutlich auf 37,9 Mio. EUR zu. Für das Gesamtjahr bestätigte Singulus im August seine Erwartungen von rund 83 Mio. EUR Umsatz und einem positiven EBIT im unteren einstelligen Millionenbereich.
Diese Entwicklung liefert einen fundamentalen Hintergrund für die Neubewertung des Unternehmens. Ob die operative Erholung weiter trägt, bleibt deshalb für die kommenden Geschäftszahlen entscheidend. Im Chart begann der steile Aufschwung Ende März 2026. Nach dem Anstieg bis in den Bereich von 11 EUR folgte im Juli eine deutliche Korrektur. Zwischen 7 und 8 EUR fand das Papier anschließend Halt, bevor Ende August die nächste Aufwärtsbewegung einsetzte. Doch auch im Herbst gelang der nachhaltige Ausbruch über 11 EUR nicht. Mehrere gescheiterte Anläufe unterstreichen inzwischen die Bedeutung dieses Widerstands, der nach dem Überschreiten als Unterstützung dienen sollte.
Die 50-Tage-Linie liegen derzeit bei 9,50 EUR und die 100-Tage-Linie bei 8,60 EUR und bilden mögliche Unterstützungsbereiche bei Kursrücksetzern. Die 200-Tage-Linie verläuft dagegen mit 5,96 EUR weiterhin deutlich tiefer. Entscheidend wird nun für die Bullen das letzte Achtjahreshoch bei 13,75 EUR und ob ein Kursschluss darüber erzielt werden kann.
Zusammenfassung
Airbus profitiert von 185 neuen Flugzeugbestellungen und steigenden Auslieferungen, muss für sein Ziel von 870 Maschinen jedoch Lieferkettenengpässe bewältigen.
HPQ Silicon treibt die Kommerzialisierung von Silizium- und Batterietechnologien voran und muss als Nächstes unabhängige Tests und die anschließende Skalierung zeigen.
Singulus meldet operative Verbesserungen und auch die Investoren fassten weiteres Vertrauen und kauften zuletzt wieder verstärkt zu.