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05.11.2020 | 05:45

5 G ohne Masten aber mit Wasserstoff – Telekom, Upco International, AT&T

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Bildquelle: pixabay.com

Der Telekommunikationsmarkt ist im beständigen Wandeln und alle Jahre wieder mischen neue Sende- und Bandbreitenlizenzen den Markt auf. Gleichzeitig werden aber auch die Einstiegshürden für neue Anbieter immer höher, so dass sich der teilweise weltweite Wettbewerb auf nur wenige Großkonzerne beschränkt. Doch umso erbitterter ist der Kampf um den Kunden, denn wer erst einmal einen Vertragskunden gewonnen hat, der hat einen, festen wenn auch zeitlich befristeten, klar kalkulierbaren CashFlow. Wer jedoch das Kundenverhalten nicht genauestens beobachtet und antizipiert, der verliert auch schnell wieder den Anschluss.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Dr. Tim Faustmann


 

Upco International – Digitale datengeschützte Telekommunikationsplattform

Das kanadische Unternehmen Upco International (WKN: A2H7JC ISIN: CA9152971052 Ticker: U06) hat sich innerhalb der Telekommunikationssparte auf den Aufbau einer digitalen Geschäftsplattform spezialisiert. Dabei hat das Unternehmen vier Sparten. Zum einen den klassischen Telekommunikationsgroßhandel, also dem Poolen von Kunden beim grenzüberschreitenden Telefonverkehr. Hierbei werden bessere Vertragsbedingungen mit den internationalen Telekommunikationsanbietern erreicht und den Kunden über eine digitale Daten- und Sprachbox der Austausch kostensparend ermöglicht. Zum anderen sollen digitale Käufe der Kunden mit dem in Kürze startenden Bezahldienst UpcoPay mittels einer eWallet-Lösung deutlich vereinfacht werden. Für diese offene Bankplattform für B2B, B2C aber auch C2C Geschäfte wird Token.io genutzt. Diese Plattform hat bereits bestehende Anbindungen mit 6.000 Banken allein in Europa.
Dadurch brauchen für die angeschlossenen Unternehmen und Endkunden keine neuen Konten eröffnet werden, Transaktionen können sofort bestätigt und die Gebühren für die Händler um über 50 % deutlich reduziert werden.
Hier dient die Plattform AliPay von Alibaba als Vorbild für eine schnelle, unkomplizierte Zahlungsabwicklung für alle Seiten. Zudem ist die Anwendung in dem UpcoMessanger integriert ist und wurde auch mit der Deutschen Telekom und StreamOn getestet. Als Partner von StreamOn, kann jeder Kunde die Daten- & Streaming Nutzung auslagern. Das spart hohe Datenvolumina und entlasten damit die individuellen Datenvoluminaverträge mit den jeweiligen Telekommunikationsanbieters. Ein spannendes strukturiertes Unternehmen mit Potential.

Telekom – 5G ohne Masten mit Wasserstoff

Die Deutsche Telekom (WKN: 555750 ISIN: DE0005557508 Ticker: DTE) ist seit 2 Jahrzehnten eine zuverlässige Dividendenperle. Bei aktuellen 13,50 Euro zum 05.11.2020 rentiert die Dividende bei 4,08 % p.a..
Der CashFlow ist beständig und solide. Interessant für diese Wochen war die Meldung, dass sich die Deutsche Telekom an der Vereinigung SPL zu 38% beteiligt hat. SPL steht für
Stratospheric Platforms Limited und beinhaltet eine Funktechnologie, um die 5G Infrastruktur von den Masten weg, hin zu fliegenden, unbemannten 5G Funkstationen zu bekommen.
Das Kommunikationssystem wird von der Stratosphäre aus operieren und wird aktuell von Cambridge aus gesteuert. Allein in dem Vereinigten Königreich müssten zu den bestehenden Masten weit über 400.000 neue Funkmasten für 5G erstellt werden. Daher ist es die wirtschaftlichere Variante, insgesamt 60 fliegende Funkstationen mit Antennen auszurüsten, statt teurer Sendemasten aufzubauen. Jede Antenne kann 480 individuell ausrichtbare Beams (Strahlen-Keule) erzeugen und die Übertragungsgeschwindigkeit vom bisherigen 4G Standard um den Faktor 16 erhöhen. Die bisherigen Flugobjekte sollen zukünftig auf Wasserstofftechnologie umgerüstet werden. Damit wäre die Aussteuerung von 5G ohne neue Masten und mit Wasserstoff möglich. Auch wenn das Themenfeld sehr spannend ist, sollten Anleger bei der Aktie nicht sofort mit großen Kurssprüngen rechnen. Dafür ist die Dividende mit gut 4% p.a. aber grundsolide und das Geschäft in den USA via T-Mobile US läuft nach der Übernahme von Sprint deutlich besser als erwartet.

AT&T – Dividendenanstieg erwartet

Durch die Übernahme des viertgrößten Telekommunikationsanbieters der USA Sprint durch die T-Mobile US ist AT&T (WKN: A0HL9Z ISIN: US00206R1023 Ticker: SOBA) von Platz 2 auf Platz 3 in der Kategorie der meisten Vertragskunden zurückgefallen. Das kränkt mehr das Ego von Vorständen als der Aktionäre, denn AT&T ist ein solider Dividendenaristokrat, dessen Auszahlungsquote derzeit ca. 56% der Gewinne beträgt. Die Dividende wurde in den letzten 25 Jahren regelmäßig angehoben. Durch den derzeit sehr niedrigen Aktienkurs von 27,33 USD rentiert die Dividendenrendite bei ca. 7,57% p.a. Kurz vor Weihnachten wird dann der Vorstand verkünden, wie hoch die Ausschüttung im kommenden Quartal ausfallen wird. Es ist damit zu rechnen, dass die Aktionäre ein Weihnachtsgeschenk erhalten und die Dividende erneut angehoben wird, von derzeit 0,51 USD je Quartal auf dann 0,52 USD je Quartal. Positiv ist bei AT&T auch, dass in den letzten zwei Quartalen in diesem Jahr Schulden in Höhe von 5,2 Milliarden USD zurückgeführt und in Q.1 2020 Aktien im Wert von 5,4 Milliarden USD zurückgekauft wurden. Das Aktienrückkaufprogram wurde dann aber zugunsten der Schuldenreduktion ausgesetzt, was jedoch beides eine Wertsteigerung für die Aktionäre bedeutet. Im Vergleich zur Telekom ist die Dividende deutlich attraktiver, unterliegt aber der Währungsschwankung von US-Dollar zum Euro.


Interessenskonflikt & Risikohinweis

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