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23.07.2021 | 05:45

Gegessen und getrunken wird immer – Amazon, Suedzucker, Very Good Food Company

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  • Südzucker
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Bildquelle: pixabay.com

„Wir leben nicht um zu essen, sondern wir essen, um zu leben“, so fasste der griechische Gelehrte und Freigeist Sokrates (460 – 399 v. Chr.) einst kurz und bündig den Sinn des Lebens zusammen. Daher ist es wichtig für ein langes Leben auch auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Leider machen das zu wenige Menschen und ernähren sich zu fettig und zu zuckerhaltig, was dann innerhalb von zwei Jahrzehnten zu den bekannten Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck oder auch Diabetes führt. Daher wuchs der globale vegane Lebensmittelmarkt in 2020 auf einen Wert von bereits 15,4 Mrd. USD und steigt stetig an. Immer mehr sehen die gesundheitlichen Vorteile von veganen Produkten und bis 2026 soll der Absatzmarkt auf über USD 26 Mrd. anwachsen. Ein langfristig spannender Markt.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Dr. Tim Faustmann
ISIN: AMAZON.COM INC. DL-_01 | US0231351067 , SUEDZUCKER AG O.N. | DE0007297004 , THE VERY GOOD FOOD CO.INC | CA88340B1094


 

17% Abschlag bei Very Good Food Company

Fleischalternative bzw. Fleischersatz auf rein pflanzlicher Basis werden immer stärker von den Konsumenten nachgefragt. Nicht nur zum Schutz von Tieren, die leider meist nicht im Freien sondern oft in Mastställen nicht artgerecht gehalten werden, sondern auch zum Wohle der eigenen Gesundheit, greifen immer mehr Menschen zu veganen Lebensmitteln oder probieren sie immer öfters aus. Ein Unternehmen, das sich auf die Produktion von Fleischalternative spezialisiert hat, ist Very Good Food Company (WKN: A2P7NJ ISIN: CA88340B1094 Ticker: 0SI). Der Produzent aus Kanada stellt sämtliche Fleischersatzprodukte auf pflanzlicher Basis her. Dabei legt das Unternehmen sehr viel Wert auf die optische wie auch die geschmackliche Übereinstimmung für den Käufer, damit das erste Steak oder Burger oder Würstchen nicht gleichzeitig auch der letzte Probierversuch bleibt.

Dieses besondere Geschmackserlebnis ist gleichzeitig ein Alleinstellungsmerkmal und sorgt für regelmäßig ausverkaufte Warenlager. Um die starke Nachfrage befriedigen zu können, baut das Unternehmen bereits die Produktionskapazitäten weiter aus. Erst Anfang Juli 2021 war eine Eigenkapitalerhöhung über Canaccord Genuity überplatziert und es konnten 20,7 Millionen CAD zu einem Aktienkurs von 3,70 CAD eingesammelt werden. Aktuell notiert die Aktie bei 3,07 CAD bzw. 2,05 EUR und damit 17% unter der Eigenkapitalplatzierung. Ein spannender Abschlag, zumal an der Unterstützung von 3 CAD bzw. 2 EUR je Aktie die Kaufnachfrage wieder zunimmt.

Suedzucker rechnet mit mehr Umsatz

Zwar erwirtschaftete der Zuckerkonzern Suedzucker (WKN: 729700 ISIN: DE0007297004 Ticker: SZU) mit 1,753 Mrd. EUR gegenüber dem Vorjahresquartal einen um 84 Mio. EUR gesteigerten Umsatz, aber der EBITDA-Rückgang im ersten Quartal 2021 um 13 Mio. EUR auf nur noch 121 Mio EUR im Vergleich zum Vorjahresquartal, lag unter den Erwartungen. Die Verwerfungen und gegenläufigen Effekte aus 2020 halten also an. Zwar trägt das Segment Zucker bereits ca. 34% zum Konzernumsatz bei, dies ist aber auf höhere Zuckererlöse zurück zu führen, nicht auf höhere Verkäufe. Aber trotz höherer Verkaufsmargen sind auch die Produktionskosten gestiegen. Insgesamt rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz in diesem Geschäftsjahr von 7,0 bis 7,2 Mrd. EUR, aber das Wachstum fällt dennoch nur moderat aus.

Für einen Ausbruch aus der seit Dezember 2018 laufenden Seitwärtsphase zwischen 10 – 17,50 EUR reicht das aber nicht und der Kurs der Aktie notiert im Moment bei nur 12,52 EUR. Bei einer Dividende von 0,20 EUR je Aktie entspricht das einer Dividende von 1,60% p.a., was aktuell niemanden vom Hocker haut. Wenn sich der geneigte Leser aber den Chart von Zucker anschaut, wird dieser feststellen, dass mit den Tiefs von 08.2015, 08.2018 und 04.2020 sich ein dreifacher Boden ausgebildet hat und seit April 2020 die Kaufnachfrage nach Zucker stark zunimmt. Auch das letzte Hoch aus Februar 2020 wurde bereits längst aus dem Markt genommen, so dass als nächstes das Hoch aus September 2016 angesteuert werden dürfte. Wenn dem so ist, kann die Suedzucker-Aktie auf aktuellem Niveau günstig eingesammelt werden und langfristig zu einer richtigen Cash Cow werden. Dafür muss aber Zucker als Basisrohstoff noch mehr Dynamik entwickeln.

Amazon - Oligopol Zerschlagung?

In einem Oligopol bestimmen einige wenige Anbieter eine gesamte Branche. So kurz und knapp zusammengefasst zeichnet sich ein Oligopol aus und es ist unstrittig das Unternehmen wie Amazon (WKN: 906866 ISIN: US0231351067 Ticker: AMZ) oder Ebay gerade im E-Commerce-Verkauf eine stark dominierende Stellung zumindest in der westlichen Welt innehaben. In China und dem asiatischen Raum sind das die dortigen Tech-Konzerne, allen voran Alibaba oder auch Tencent, die aber in den letzten Monaten zunehmend unter regulatorischen Druck standen.

Auf Grund ihrer hohen Markteintrittsbarriere und der marktbeherrschenden Stellung werden aber zunehmend auch in der westlichen Welt die Stimmen laut, hier regulatorisch einzugreifen und ggf. die Oligopole zu zerschlagen. Dabei handelt es sich mit Sicherheit nicht um die neu eingeführte männliche Sprachstimme von Ziggy, der demnächst mit Alexa in den Stimm-Wettbewerb treten soll. In den USofA wie auch in der EU, werden diese Forderungen immer populärer, zumal die Unternehmen wie Amazon durch sehr gute Rechts- und Steueranwälte die internationalen Schlupflöcher der Steuervermeidung perfektioniert haben und kaum Steuern auf ihre Erträge zahlen. Eine mögliche Zerschlagung wird aber derzeit noch nicht im Kurs von 3.056 EUR je Aktie und damit nahe dem Allzeithoch eingepreist.


Fazit

Während die Amazon-Aktie innerhalb von 20 Jahren von einem Allzeithoch zum nächsten eilt und durch die Regulierungs- und Zerschlagungswünsche immer lauter erklingen, bieten Suedzucker wie auch The Very Good Food Company interessante Einstiegskurse für den langfristig orientierten Investor an. Suedzucker profitiert klar von steigenen Zuckerpreisen, während die Fleischersatzprodukte auf pflanzlicher Basis sich immer größerer Beliebtheit erfreuen.


Interessenskonflikt & Risikohinweis

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Bei den 3D-Druck Aktien könnte gerade ein neuer Hype starten oder ist bereits gestartet. Ein neuer langsfristiger Trend entsteht meistens immer erst dann, wenn der Anfangshype um 90 - 99% in sich zusammen gebrochen ist und aus Ideen auf Papier auch ein nachhaltiges Geschäftsmodell entstanden ist, womit auch Geld verdient werden kann. Das war bei Amazon in der Dot.Com Blase so, bei Aurora in der Cannabis-Blase oder auch ITM Power bei der Wasserstoffblase. Diese starke Korrektur hat auch der 3D-Druck-Sektor hinter sich gebracht. Wenn das Muster sich auch hier wiederholt, dürfte es recht lukrativ werden. Bevor wir uns den Chancen widmen, gehen wir zum einen auf das Blasenmuster an den oben genannten anderen Märkten/Aktien ein.

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Kommentar vom 11.06.2021 | 05:45

Der globale Markt für vegane Lebensmittel erreichte im Jahr 2020 einen Wert von etwa 15,4 Mrd. USD. Dabei wird der Markt für vegane Lebensmittel durch das steigende Bewusstsein der Menschen für die gesundheitlichen Vorteile dieser Produkte angetrieben. Immer mehr Menschen wird klar, dass die Reduzierung des Fleischkonsums auch das Risiko von Herzerkrankungen, Krebs und anderen Zivilisationskrankheiten senkt. Für den globalen veganen Absatzmarkt im Prognosezeitraum 2021-2026 wird eine Wachstumsrate von 9% p.a. angenommen und es sollte bis 2026 auf einen Absatzmarkt von ca. USD 26,1 Mrd. anwachsen.

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