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13.12.2021 | 05:45

Grundvertrauen erschüttert – American Lithium, Alerio Gold, Nordex Aktie

  • American Lithium
  • Alerio Gold
  • Nordex
Bildquelle: pixabay.com

Die neue Bundesregierung ist im Amt, die Staatsverschuldung steigt zukünftig über verdeckte Haushaltsführung immer schneller und die Teuerungsrate klettert von einem Hoch zum nächsten. In den USA stieg die Verbraucherpreisinflation zum Vorjahr bereits um 6,809 % p.a. und die Novemberinflation in Deutschland lag mit 5,2 % p.a. Anstieg nur leicht darunter. Mit diesem Endspurt in das Finale des Jahres 2021, scheint das Grundvertrauen in Politik und Zentralbanken mächtig erschüttert zu sein und deutet bereits jetzt auf ein turbulentes Jahr 2022. Wer kann davon profitieren?

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: AMERICAN LITHIUM | CA0272592092 , Alerio Gold Corp. | CA01450V1040 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554


 

Gold als Inflationsschutz?

Die Flucht ins Gold zum Schutz vor Inflation wird von vielen Marktteilnehmern empfohlen. Doch bei genauerer Betrachtung der letzten 18 Monate befindet sich der Goldpreis in einer abwärts gerichteten Seitwärtskonsolidierung. Das sollte aber den Börsianer weniger verwundern, denn nach dem starken Goldpreisanstieg bis August 2020 um knapp 80% ist eine Zwischenkorrektur als gesund und normal zu betrachten. Doch viele Marktteilnehmer sehen im Moment noch nicht die Chancen, die diese Korrektur bietet. Gerade die Aktiengesellschaften im Goldsegment sind durch diese Korrektur oft sogar deutlich unterbewertet.

Alerio Gold im stark wachsenden Guyana

Einer der Top 20 ölproduzierenden Länder der Welt in den nächsten Jahren wird die südamerikanische Republik Guyana sein. Das relativ unbekannte östliche Nachbarland von Venezuela ist seit 1966 unabhängig vom Vereinigten Königreich, hat aber dadurch ein dem englischen Recht entsprechendes Staatssystem. Doch das rohstoffreiche Land hat nicht nur Erdöl via Exxon Mobil zu liefern, sondern ist neben den größten Bauxit-Vorkommen der Welt auch ein großer Goldexporteur, etwa durch Goldfields Aurora Mine oder das Omai Deposit. Bis zum Aufstieg der Erdölindustrie war der Goldsektor einer der größten Devisenquellen für das Land und machte bis zu 30% des Exportes aus.

In diesem Segment ist auch das kanadische Unternehmen Alerio Gold (WKN: A3C6XZ ISIN: CA01450V1040 Ticker: 3FR0) aktiv. Deren Tassawini Gold Projekt befindlich ca. 175 km nordwestlich der Hauptstadt Georgtown und weist bereits jetzt 500.000 Goldunzen im Boden in der Kategorie „angezeigt und abgeleitet“ aus. Das Goldprojekt und die dortige Bodenstruktur ist bereits durch 1.279 Bohrlöcher mit über 47.500 Bohrmetern gut erforscht. Die dortige geologische Struktur ähnelt dabei der westafrikanischen Gesteinsschichten, was auch nicht verwunderlich ist, wenn man den Kontinentaldrift vom Urkontinent Gondwana berücksichtigt. Der Westafrikanische Goldgürtel von Mali, Ghana und der Elfenbeinküste kann daher über Nordbrasilien, frz. Guiana, Suriname, Guyana bis nach Venezuela fortgesetzt werden. Hier lassen sich ähnlich hohe Goldvorkommen finden, die von den großen Bergbaukonzern wie Newmont oder Iamgold bereits abgebaut werden.

American Lithium – Lithium-Steinwurf entfernt

Das kanadische Unternehmen American Lithium (WKN: A2DWUX ISIN: CA0272592092 Ticker: 5LA1) ist einer der Gewinneraktien des dritten und vierten Quartals 2021. Nach Beginn der Übernahmewelle von Lithiumproduzenten und von Lithiumprojekten konnten nahezu alle Lithiumexplorer profitieren. So auch American Lithium, für die es seit Juli 2021 um über 225% aufwärts ging. In der Spitze Ende November 2021 waren es sogar mehr als 300%, doch Gewinnmitnahmen in den letzten vier Wochen ließen die Kurse wieder etwas nachgeben. Das Unternehmen besitzt mit der Lithiumlagerstätte TLC Claystone in Nevada eine Top-Lagerstätte im Herzen der USA und auch einer der größten Lithiumabnehmer das Landes ist nicht weit von der Lagerstätte entfernt.

Da sich Teslas-Giga-Fabrik in unmittelbarer Nähe und damit nur einem Lithium-Steinwurf entfernt befindet, können bei späterer Produktion lange Wegstrecken und damit Kosten vermieden werden. Sollte es später zu einem Handel zwischen beiden Unternehmen kommen, dürfte die Gewinnmarge für American Lithium jedenfalls höher anzusetzen sein, als bei anderen Unternehmen. Aber das Unternehmen ruht sich nicht auf einem Projekt aus. Der Lithiumexplorer treibt mit der Übernahme von Plateau Energy Metals auch die Hartgestein-Lithiumlagerstätte Falchani voran. Diese befindet sich im Südosten von Peru und dazu gehört auch eines der ergiebigsten Uranvorkommen Lateinamerikas, welches Macusani genannt wird. Damit ist American Lithium in zwei strategisch wichtigen Bereich investiert und das dürften Investoren in den kommenden Jahren zu schätzen wissen, denn auch der Uranmarkt rückt bei immer mehr Investoren in den Fokus.

Nordex – eingetrübt und Shortkandidat 2022?

Rasant aufwärts ging es von März 2020 bis April 2021 für die Aktie von der Nordex SE (WKN: A0D655 ISIN: DE000A0D6554 Ticker: NDX1). Der Windkraftanlagenbauer profitiert ohne Zweifel von Ausbau der regenerativen Energien und den Milliarden Investitionen von Staaten und Großkonzernen in diesen Sektor. Auch die Auftragslage bei Nordex ist gut und regelmäßig flattern neue Millionenschwere Aufträge in das Auftragsbuch des Rostocker Unternehmens. Doch trotz hoher und stetig zunehmender Umsätze bleibt unterm Strich kein Gewinn für das Unternehmen übrig. Der Nettogewinn des Unternehmens ist bereits seit 2018 negativ und so langsam dürften Zweifel am Geschäftsgebaren bei den Nordex Aktionären wachsen, denn nicht vom Umsatz lebt ein Unternehmen, sondern vom Gewinn, der nach allen Kosten übrigbleibt.

Zusätzlich erschwerend kommen zu den bereits erteilten Aufträgen hinzu, dass die Materialbeschaffung deutlich teurer geworden ist. Alte Festpreise, die bei Auftragserteilung noch profitabel waren, sind es wahrscheinlich ein halbes Jahr später nicht mehr, weil allein der Stahlpreis deutlich angestiegen ist. Auch wenn sich das Vorprodukt Eisenerz in den letzten Monaten wieder verbilligt hat, so können und werden die Stahlproduzenten diese Reduktion nicht vollständig an Kunden wie Nordex weitergeben. Auch die gestiegenen Energiekosten verteuern die Vorprodukte von Nordex deutlich. Im aktuellen 4. Quartal und dem kommenden 1. Quartal 2022 sollten Investoren von Nordex genauestens beobachten, wie sich die Gewinnmarge des Unternehmens verändert. Sinkt sie weiter ab, könnte das Unternehmen wie oben beschrieben zu einem potentiellen Shortkandidaten 2022 werden - und das trotz rot-grün-gelber Regierungs- und Förderpolitik.


Fazit

Wer die Stagflation (Inflation und Deflation zur selben Zeit) mit seinem Portfolio gut überstehen will, der sollte genauestens schauen, welche Unternehmen in dieser herausfordernden Zeit tatsächlich gefragt sind und vor allem eine Preissetzungsmacht haben. Die Preissetzungsmacht jedes Unternehmens steigt, je gefragter ein Produkt oder Rohstoff ist und kann derzeit sehr gut im Halbleitermarkt beobachtet werden. Profitieren dürften daher in erster Linie Rohstoffproduzenten, denn diese stehen in der Wertschöpfungskette im Moment weit vorne und ein knappes Angebot trifft hier auf eine teilweise stark wachsende Nachfrage.


Interessenskonflikt & Risikohinweis

Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass die Tailerstone Limited sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Tailerstone Limited ggf. Aktien der genannten Unternehmen halten oder auf fallende Kurse setzen und somit ggf. ein Interessenskonflikt besteht. Die Tailerstone Limited hat ggf. eine entgeltliche Auftragsbeziehung mit dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Tailerstone Limited sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird. Näheres regelt unser Interessenskonflikt & Risikohinweis.


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Viele Industriezweige können seit Monaten die Nachfrage aufgrund von Mangel an Rohstoffen und Vorprodukten nicht mehr decken. Sie sehen sich stark angestiegenen Beschaffungskosten gegenüber. Produktionsanlagen der Autohersteller stehen still, Apple kann viele neue iPhones nicht rechtzeitig zum Weihnachtsfest produzieren und die Warenlager vieler Unternehmen werden immer leerer. Das macht sich auch zunehmend bei den Einzelhändlern bemerkbar und wird den ein oder anderen Kunden in den nächsten Monaten an längst vergangen geglaubte Zeiten der ehemaligen DDR erinnern. Doch der Kampf um Rohstoffe geht in anderen Bereichen der Wirtschaft längst weiter.

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Während die Mehrheit der Anleger bei der E-Mobilität an Unternehmen wie Tesla, Volkswagen, BYD, NIO & Co. denkt, so vergessen viele Investoren, wer von diesem Boom am meisten profitiert. Dabei hat die Börse bereits den Lithiummarkt entdeckt und eine Übernahmeschlacht jagt derzeit die nächste. Doch der Kupfermarkt hat sich vergleichsweise noch deutlich schlechter entwickelt. Und einen wichtigen Rohstoff für die Batterieproduktion hat noch kaum jemand auf dem Schirm.

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