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28.09.2021 | 05:45

Kampf geht weiter – Bayer, Tembo Gold, zooplus, KKR & Co.

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Bildquelle: pixabay.com

Nach der Wahl ist vor der Wahl. Mit Koalitionsverhandlungen werden sich die Börsen noch im vierten Quartal 2021 auseinandersetzen müssen. Doch auch wenn die langjährige Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Sicherheit aus dem Amt scheidet, so wird doch eine ihrer Aussagen bleiben: „Man kann sich nicht darauf verlassen, dass das, was vor den Wahlen gesagt wird, auch wirklich nach den Wahlen gilt. Und wir müssen damit rechnen, dass das in verschiedenen Weisen sich wiederholen kann.“ Mehr Verlass und Solidität als in der Politik, gibt es für Investoren und Anleger wohl aber an den Börsen. Wenn dem Anleger eine Entwicklung oder Managemententscheidung nicht passt, kann dieser mit Hilfe einer Verkaufsorder qua 'urdemokratisch' ein erkanntes Problem sofort loswerden und nicht erst nach vier Jahren.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , TEMBO GOLD CORP. | CA87974N4057 , ZOOPLUS AG | DE0005111702 , KKR + CO. INC. O.N. | US48251W1045


 

Inflations- und Teuerungsspirale nutzt Tembo Gold

Wenn der Vertrauensverlust von Anlegern in die Währungs- und Regierungspolitik zu groß wird, steigt die Nachfrage nach Sicherheit stark an. Für Sicherheit im finanziellen Sektor ist Gold ein ideales und klassisches Wertaufbewahrungsmittel. Was viele Anleger allerdings falsch einschätzen und wiedergeben ist, dass der Goldpreis nicht alleine wegen der stetigen Geldmengenausweitung und Inflationierung einer Währung zu steigen beginnt. Wäre dem so, dann würde der Goldpreis aktuell nicht bei 1.490 EUR je Unze liegen, sondern bereits weit im fünfstelligen Bereich notieren. Dem ist aber nicht so und daher scheint noch genügend Vertrauen breiter Bevölkerungsschichten in die jeweiligen Regierungen zu liegen. Doch wie schnell das Vertrauen in eine Regierung kippen kann, war zuletzt in Afghanistan zu sehen.

Wer sich aber auf den zunehmenden Vertrauensverlust vorbereiten möchte, der kauft sich nicht nur Gold, sondern sollte sich auch am Produktivkapital beteiligen, und zwar direkt bei den Goldproduzenten und Goldexplorern. Interessant ist hierbei das noch unbekannte Unternehmen Tembo Gold (WKN: A2P9RS ISIN: CA87974N4057 Ticker: T23A). Das Unternehmen hat sich südlich vom Victoria-See in Tansania ein riesiges Stück Land mit 174 qkm in einer sehr attraktiven Goldregion gesichert. In unmittelbarer Nähe befinden sich verschiedene Multi-Millionen Goldunzen Projekte wie z.B. die Bulyanhulu Goldmine von Barrick Gold oder auch die Geita Goldmine von Anglogold Ashanti. Im Oktober beginnt auch wieder das Bohrprogram bei Tembo Gold und mit 7.000m sollen die bisherigen Bohrungen von 50.000m wieder erweitert werden. Dabei sollen sukzessive 54 Bohrziele abgearbeitet werden, um die angenommenen Verläufe der bereits gefundenen Goldadern zu verwerfen oder zu bestätigen.

Übernahmekampf geht weiter - zooplus

Der Übernahmekampf um die Vorherrschaft bei zooplus (WKN: 511170 ISIN: DE0005111702 Ticker: ZO1) geht in die nächste Runde. Der Bieterwettbewerb begann am 14. August, denn da legte die Private-Equity-Gesellschaft Hellman & Friedman ein Übernahmeangebot zu 390 EUR je Aktie vor. Der Aktienkurs sprang daraufhin um 45% an und riss noch am selben Tag die Schallmauer von 400 EUR je Aktie. Doch kurze Zeit später standen bereits die nächsten Investoren für die Online-Plattform für Heimtierbedarfe parat und wollten ebenfalls die Mehrheit von zooplus übernehmen. Das nächste Angebot kam von EQT aus Schweden und am 7. September bekundete auch die Privat-Equity-Gesellschaft KKR potentielles Interesse. Um die Übernahme nicht zu gefährden, erhöhte Hellmann & Friedman ihr Angebot am 12. September von 390 EUR auf 460 EUR je Aktie.

Das war für KKR (WKN: A2LQV6 ISIN: US48251W1045 Ticker: KR51) zu viel des Guten. Dieser Investor zog sich aus den Übernahmeplänen zurück und die Aktie stabilisierte sich bei ca. 465 EUR. Doch die EQT aus Schweden dachte noch nicht ans Aufgeben und überbot nun ihrerseits Hellman & Friedman. In der Nacht von Freitag auf Sonnabend wurde nun ein Gebot von 470 EUR je Aktie abgegeben und damit Hellman & Friedman um 10 EUR je Aktie überboten. Damit wird der Onlinehändler nun mit 3,6 Mrd. EUR bewertet, aber nur, wenn EQT auch mindestens 50% und einer Aktie von den bisherigen Aktionären angedient bekommt. Damit hat der Wettkampf um den Tierfutter- und Tierstreuhändler eine neue Dimension erhalten und zeigt, wie finanziell attraktiv dieses Segment zu sein scheint.

Abstimmung mit den Füßen - Bayer

Wie im Eingang beschrieben, hat jeder Aktionär im Vergleich zum Wähler, jederzeit die Chance, bei Unzufriedenheit über Managemententscheidungen Anteile zu verkaufen und sich anderweitig umzuorientieren. Genau diese Abstimmung mit den Füßen bzw. der Abverkauf der Aktie, fand bei Bayer AG (WKN: BAY001 ISIN: DE000BAY0017 Ticker: BAYN) in den letzten Jahren statt. Bei Ankündigung der Übernahme von Monsanto vor fünf Jahren im September 2016 notierte die Aktie vom Agrar-und Chemiekonzern noch bei 95 EUR je Aktie. Die anschließende Diskussionsphase mit den Aktionären über die Bedingungen eines Kaufs wurde positiv aufgefasst. Die Aktie konnte noch einmal über 120 EUR je Aktie steigen.

Doch als der Vorstand dann trotz vieler Bedenken und für viele klar erkennbare rechtliche Risiken in den USA durch die Übernahme einging, wurde die Aktie von der BAYER AG gnadenlos abverkauft. Am 30. Oktober 2020 fand die Aktie ihren bisherigen Tiefpunkt bei nur noch 39,90 EUR und erst seitdem setzte wieder eine Erholung des Kurses ein. Mittlerweile kostet der Wert 47,45 EUR und gibt Signale, dass die Übernahme von Monsanto nun abgeschlossen ist und einen großen Teil der damals vermuteten Risiken nun tatsächlich eingepreist sind. Dennoch waren die letzten Jahre für treue Aktionäre trotz Dividende eine schwere Zeit. In der Spitze verlor die Aktie vom Allzeithoch innerhalb von fünf Jahren über 72%. Die aktuelle Dividendenrendite von 4,3% p.a. scheint aber für etliche Investoren wieder attraktiv zu sein und so konnte die Aktie innerhalb von einer Woche bereits 7% zulegen.


Fazit

Einer der demokratischsten Entwicklungen der Menschheit ist das freie Agieren von Angebot und Nachfrage über liquide Märkte wie die Börse. Hier zählen Daten und Fakten. Wer abgegebene Versprechungen nicht einhält, wird abverkauft. Und wer die Aktionäre anlügt und/oder Falschmitteilungen ausgibt, der landet vor Gericht und oftmals auch hinter Gittern. Dieses einfache und freie Konzept der Börse auf die Politik übertragen, würde die Politikverdrossenheit im Lande schnell vergessen machen. Wirkliche Verbesserungen könnten sich schnell durchsetzen und Korruption würde auch entsprechend bestraft werden.


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