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09.09.2021 | 05:45

Kampfansage an BioNTech – Cardiol Therapeutics, Valneva, Moderna

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Bildquelle: pixabay.com

Nicht überall, wo die Post abgeht, ist auch die Post drin. Dennoch gibt es immer wieder Aktien, die scheinbar aus dem Nichts emporsteigen. Durch die politischen Lockdown-Maßnahmen waren die Menschen z.B. gezwungen, Bestellungen Online aufzugeben und sich ausliefern zu lassen. Dass davon Amazon und auch die Deutsche Post profitieren würden, konnte jeder bei seinem eigenen und dem Kaufverhalten der Nachbarn beobachten. Doch bei welchen Aktien geht aktuell die Post ab und wer könnte mRNA-Unternehmen wie BioNTech vom Thron stürzen?

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Dr. Tim Faustmann
ISIN: CARDIOL THERAPEUTICS | CA14161Y2006 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , VALNEVA SE EO -_15 | FR0004056851 , MODERNA INC. DL-_0001 | US60770K1079


 

Cardiol Therapeutics – Kampf dem Herzleiden!

Das Biotechnologieunternehmen Cardiol Therapeutics (WKN: A2PA9E ISIN: CA14161Y2006 Ticker: CT9) hat sich auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen spezialisiert. Die firmeneigene Therapie zielt darauf ab, Herzkrankheiten zu reduzieren, insbesondere durch die Hemmung von Entzündungen des Herzens. Herzkrankheiten, wie z. B. Myokarditis, sind bei einer zunehmenden Zahl von Corona-Impfwilligen unter 30 Jahren zu einem immer ernsteren Problem geworden. Aber nicht erst seit den mRNA-Impfungen wird nach Anwendungen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gesucht, denn in der westlichen Welt sind die häufigsten Krankheits- und Todesursachen in Fehlfunktionen des Herz-Kreislauf-Systems zu finden. Medikamente in diesem Segment, die das Leiden der Patienten lindern, sind daher ein Milliardenmarkt. CardiolRx™ von Cardiol Therapeutics, eine hochreine und konzentrierte orale Cannabidiol-Formulierung, wird derzeit an hospitalisierten Herz-Kreislauf-Patienten mit positivem COVID-19-Virus-Test getestet. Gerade diese Gruppe mit Vorerkrankungen hat ein besonders hohes Sterberisiko.

CardiolRx hat seine Sicherheit bereits in einer Phase-I-Studie bewiesen. In präklinischen Studien wurde gezeigt, dass Cannabidiol die Fibrose des Herzmuskels deutlich reduziert. Was die Anleger davon halten, lässt sich an der Entwicklung des Aktienkurses ablesen. In dieser Woche wurde bereits ein neues Zweijahreshoch gebildet. Allerdings ist das Allzeithoch vom Februar 2019 mit 8,49 CAD bzw. 5,66 EUR noch gut 60% vom aktuellen Kurs entfernt. GBC Research sieht die Aktie bis Ende 2022 sogar bei 17,49 CAD bzw. umgerechnet 11,65 EUR und hat dieses Ziel mit der Aufnahme von Cardiol an die NASDAQ im August 2021 erhöht.

Valneva – Kampfansage an BioNTech

Steil aufwärts ging es in den letzten Wochen auch für die Aktie des französischen Unternehmens Valneva (WKN: A0MVJZ ISIN: FR0004056851 Ticker: AYJ). Mit Ankündigung, den Corona-Impfstoff VLA2001 in Großbritannien durch die britische Behörde MHRA (vergleichbar mit dem Paul-Ehrlich-Institut) zulassen zu wollen, verdoppelte sich der Aktienkurs. Bereits seit März 2020 ging es von ca. 2 EUR bis Mitte August auf ca. 12 EUR je Aktie hoch. Nach Ankündigung notiert die Aktie nun bereits bei 22,44 EUR und ein Ende der Kursrallye ist nicht in Sicht. Auch die Analysten von Kepler Cheuvreux sind positiv gestimmt und erhöhten das Kursziel auf 29 EUR. Großer Vorteil für Valneva ist, dass sie kein Gentherapeutika mittels mRNA wie BioNTech oder Moderna anbieten will, sondern einen klassischen Totimpfstoff. Die klassischen Impfstoffe überzeugen seit Jahrzehnten mit einer guten Verträglichkeit und kaum nennenswerte Nebenwirkungen im Vergleich zu dem experimentellen mRNA-Gentherapeutika.

Gegenüber den unerforschten mRNA-Gentherapeutika sind viele Menschen zudem auch kritisch eingestellt, weil es keinerlei Langzeitstudien geben kann. Daher dürften diese wahrscheinlich eher einen Totimpfstoff gegen COVID-19 bevorzugen, der zudem auch deutlich preisgünstiger hergestellt, gelagert, transportiert und weltweit verteilt werden könnte. Valneva könnte bei Zulassung in Großbritannien daher einen Siegeszug antreten und die stark gewachsenen Giganten BioNTech und Moderna in die Schranken weisen. Doch wichtig ist hierbei zu erwähnen, dass diese Zulassung auch erst einmal erteilt werden muss und die Aktien bereits einen starken Anstieg hingelegt hat.

Moderna – Höhenflug mit Morgan Stanley?

Der Aktienkurs des US-amerikanischen Biotechnologieunternehmen Moderna (WKN: A2N9D9 ISIN: US60770K1079 Ticker: 0QF) setzt seinen Höhenflug fort. Nachdem die Aktie in den sechs Tagen von 10.-16. August 2021 um 30% abverkauft worden war, und das Tief bei 349 USD markierte, konnte sie in den letzten Tagen wieder rasant zulegen. Öl ins Feuer goss dabei der Analyst Matthew Harrison von Morgan Stanley der sein Preisziel von 190 USD auf 337 USD angehoben hat. Das ist eine Erwartungshaltung des Bankanalysten, die um 77% nach oben korrigiert worden ist.

Ob dies nun eine positive Aussagekraft für den Bankanalysten selber ist, sei dahingestellt, aber Hintergrund sind die hochgeschraubten Umsatzerwartungen für 2022. Hier wird nun statt mit 13,5 Mrd. USD mit 30,38 Mrd. USD gerechnet und begründet sich durch die zusätzlich möglichen Verkäufe durch die geplanten dritten Booster-Auffrischungen. Der Analyst glaubt zwar an das langfristige Aufwärtspotential der Moderna-Aktie, da diese aber bereits bei 436 USD notiert, ist kurzfristiges Aufwärtspotential seiner Meinung nach beschränkt.


Fazit

Die Aktie von Valneva hat bereits viel Kurspotential vorweggenommen und erst mit Zulassung in Großbritannien, wäre ein erstes großes Hindernis aus dem Weg geräumt, das die aktuellen Kurse rechtfertigen würden. Bei der Moderna-Aktie ist der Aufwärtstrend ungebrochen und die Booster-Auffrischung Nr. 3, und wie in Israel bereits Nr. 4, erhöhen das Umsatzpotential weiterhin. Am meisten Potential von diesen drei Unternehmen hat aber derzeit der kanadische Herz-Kreislauf-Spezialist von Cardiol Therapeutics. Die Aktie nimmer gerade an der Börse erst wieder Fahrt auf so dass sich aktuell noch mit ersten Positionen eingedeckt werden kann.


Interessenskonflikt & Risikohinweis

Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass die HFC Hanseatic Financial Contor GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der HFC Hanseatic Financial Contor GmbH ggf. Aktien der genannten Unternehmen halten oder auf fallende Kurse setzen und somit ggf. ein Interessenskonflikt besteht. Die HFC Hanseatic Financial Contor GmbH hat ggf. eine entgeltliche Auftragsbeziehung mit dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der HFC Hanseatic Financial Contor GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird. Näheres regelt unser Interessenskonflikt & Risikohinweis.


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