Menü

28.09.2020 | 05:45

Kaufgelegenheit oder Insolvenz? – Thyssenkrupp, Triumph Gold, Bayer AG

  • Thyssenkrupp
  • Triumph Gold
  • gold
  • bayer
Bildquelle: pixabay.com

Die drei Industriezweige: Stahlindustrie, Agrarchemie und die Edelmetallbranche zeigen derzeit extrem den Aufstieg, Wandel und Niedergang ganzer Branchen. Exemplarisch dafür stehen die Unternehmen Thyssenkrupp, Triumph Gold und die Bayer AG und sollen kurz und knapp beleuchtet werden. Welcher Aktie bläst eisiger Polarwind entgegen und welche wird durch Rückenwind vorwärts getragen?

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Dr. Tim Faustmann
ISIN: DE000BAY0017


 

Thyssenkrupp – Überleben oder Sterben?

Nachdem die Aktie von Thyssenkrupp (WKN: 750000 ISIN: DE0007500001 Ticker: TKA) im Jahre 2007 und 2008 im dritten Anlauf die Marke von 47 Euro nicht überwinden konnte, ging der Stahlkonzern in eine seit nunmehr 12 Jahren anhaltende charttechnische und wirtschaftliche Niedergangsphase über. Vom einstigen Allzeithoch von 46,92 Euro verlor die Aktie von Thyssenkrupp bis zum heutigen Montag, den 28.09.2020, über 90 Prozent der Marktkapitalisierung und notiert aktuell bei 4,36 Euro.
Welch Trauer- und Beispiel für den Aufstieg und Niedergang deutscher Industrieunternehmen in den letzten 209 Jahren, die dieser Konzern maßgeblich mitgeschrieben hat.
Nächster Anlaufpunkt der Thyssenkrupp Aktie ist ein neues Allzeittief unterhalb der 3,20 Euro Marke. Hierbei dürfte die 2,30 Euro je Aktie als möglicher Trendwendebereich fungieren. Sollte dieser Bereich keine Unterstützung bieten, könnte die Aktie erst wieder bei 1,36 Euro einen neuen Bodenbildungsversuch unternehmen. Da aber große Teile der Konzernsparten verlustbringend sind, müssten diese erst einmal Lichtblicke auf mögliche Gewinne liefern. Ob und wann dieses Defizit gegenüber dem weltweiten Wettbewerb überhaupt beseitigt werden kann, entscheidet letztendlich über das Überleben und das Sterben des einstigen Industriegiganten.

Triumph Gold – Noch mehr Goldmineralisierungen entdeckt

Das kanadische Unternehmen Triumph Gold (ISIN: CA8968121043, WKN: A2DK8F, Ticker: 8N61) konnte rund um das Freegold Mountain Projekt gute Nachrichten übermitteln. Die in Yukon, Kanada befindliche Liegenschaft beherbergt auf dem unternehmenseigenen Gelände drei bedeutende Mineralvorkommen. Dazu gehören die Gold Lagerstätte „Nucleus“, das polymetallische Adersystem von „Tinta Hill“ und die Kupfer-Gold-Molybdän-Silber Lagerstätte „Revenue“. Zum 18. September 2020 gab Triumph Gold bekannt, dass es das Explorationsprogramm PR20-07 abgeschlossen hat. Dabei wurden neben kleineren Schürfgrabungen und der Entnahme von Erkundungsproben auch 2.068 Meter Diamantbohrungen durchgeführt. Die teilweise oberflächennahen Untersuchungen befinden sich nun in der Auswertungs- und Analysephase. Nach Aussage des für die Exploration zuständigen Vizepräsidenten Jesse Halle zeigen etliche der entnommenen Erkundungsproben auf weit ausgedehntere Goldmineralisierungen als bisher angenommen hin. Diese Erkenntnisse sollen daher im Bohrprogramm 2021 berücksichtigt und tiefergehend erforscht/bebohrt werden. Aktuell hat Triumph Gold bereits 50% der seit März 2020 laufenden Aufwärtsbewegung korrigiert.

Bayer AG – Glyphosat und Genmanipulation

Nach wie vor gibt es noch keine Entwarnung bei der Bayer AG (ISIN: DE000BAY0017 WKN: BAY001 Ticker: BAYN) wegen der mit der Monsanto Übernahme einkauften Glyphosat-Prozessrisiken. Allein am Bundesgericht von San Francisco sind Zehntausende Klagen anhängig. Zwar berichtete der Leverkusener Pharma- und Agrarchemiekonzern, dass es Fortschritte bei den Verhandlungen um einen Vergleich gäbe, doch Verlass auf diese Aussagen sollten Aktionäre bis zur Urteils-/Vergleichsverkündung nicht geben. Erst wenn dieses Damoklesschwert vom Konzern genommen wird, dürfte die Aktie des Unternehmens zum Befreiungsschlag ausholen und eine nachhaltige Trendwende hinlegen.
Überfällig wäre dieser Turnaround nach 5 ½ Jahren Abwärtsbewegung allemal, zudem das Unternehmen viele Innovationen hervorbringt, in den Markt einführt und davon über Jahre hohe Gewinne abschöpfen kann.
Aktuell forscht ein Teilbereich des Unternehmens mit dem britischen Biotechnologie-Unternehmen Oxitec an der Gen-Manipulation des Schädlings Herbst-Heerwurm. Dieser konnte sich in den vergangenen vier Jahren in Afrika massiv ausbreiten und ist verantwortlich für verheerende Ernteausfälle.
Wie erfolgsversprechend diese Technologie einerseits sein mag, so darf andererseits auch der ethische und moralische Aspekt nicht vernachlässigt werden, denn bisher haben viele Eingriffe des Menschen in die Natur zu zahlreich unkalkulierbaren Folgeeffekte geführt.

Fazit

Der scharfe Wind des internationalen Wettbewerbs der Stahlgiganten bläst Thyssenkrupp eiskalt entgegen, so dass das Unternehmen nach wie vor gegenüber außereuropäischen Anbietern aus strukturellen Gründen sehr schlecht abschneidet. Die zusätzlichen Belastungen durch den geplanten Umbau der EU-Wirtschaft hin zur CO2-freien Produktion von Gütern, trifft gerade die europäische Stahlindustrie massiv (Siehe: The Great Reset - WEF).
Aufsteigende Rohstoffe wie Gold, Goldproduzenten und Goldexplorer dagegen haben aktuell Rückenwind der Investoren; flüchten diese doch aus Staatsanleihen in das güldene Edelmetall und deren Produzenten.
Bei der Bayer AG könnte der Sturm der letzten Jahre langsam abflauen und es dürfte in wenigen Monaten wieder mehr Sonnenschein auf den profitablen Pharma- und Agrarchemiekonzern scheinen.

Dieses Angebot schon umgesetzt? Bei Smartbroker sind Aktien ab 0,00 EUR pro Order und ohne Depotgebühr in Deutschland handelbar.

Gold und Goldaktien sind Interessant? Schau dieses Video:

Dieses Angebot schon umgesetzt? Bei Smartbroker sind Aktien ab 0,00 EUR pro Order und ohne Depotgebühr in Deutschland handelbar.


Interessenskonflikt & Risikohinweis

Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass die HFC Hanseatic Financial Contor GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der HFC Hanseatic Financial Contor GmbH ggf. Aktien der genannten Unternehmen halten oder auf fallende Kurse setzen und somit ggf. ein Interessenskonflikt besteht. Die HFC Hanseatic Financial Contor GmbH hat ggf. eine entgeltliche Auftragsbeziehung mit dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der HFC Hanseatic Financial Contor GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird. Näheres regelt unser Interessenskonflikt & Risikohinweis.


Weitere Kommentare zum Thema:


Geht jetzt die Post ab? – Alibaba, Aixtron, Triumph Gold

Geht jetzt die Post ab? – Alibaba, Aixtron, Triumph Gold

Kommentar vom 30.07.2021 | 05:45

Mit zunehmender Angst vor einem Crash werden viele Anleger unruhig und wissen nicht so recht, ob sie alles verkaufen, Teilgewinne sichern oder einfach am Markt investiert bleiben sollten. Zudem kommt die Untersicherheit aus China, wie das Regime weiter mit den dominanten Marktakteuren umgeht. Kommen weitere Restriktionen oder gar Zwangsabspaltungen? Doch je stärker die Verunsicherung und Angst, desto höher stiegen in der Vergangenheit meistens die Kurse, denn die Börse geht meist den Weg des größten Schmerzes. In diesem Fall sorgt die Flucht aus maroden Staatspapieren und die Angst vor Bankinsolvenzen für stetigen Zufluss an den Aktienmärkten und damit Anlagedruck.

Zum Kommentar


Unterbewertung oder Crash?  Alibaba, Triumph Gold, Yamana

Unterbewertung oder Crash? Alibaba, Triumph Gold, Yamana

Kommentar vom 21.06.2021 | 05:45

Dass stetige Auf und Ab an der Börse kennt jeder, der hier schon länger sein Geld anlegt. Aber jederInvestor sollte sich immer wieder fragen, ist die Bewertung des Unternehmens angemessen, ist sie zu hoch oder zu niedrig und wie sehen künftige Perspektiven des Unternehmens, der Branche, des Sektors und der Gesamtwirtschaft aus.

Dies ist wichtig, um bei starken Kursanstiegen, aber auch bei Kursrücksetzern, nicht in eine psychologische Falle der „Euphorie oder Depression“ zu verfallen, denn inmitten dieser psychologischen Falle werden unbedachte und zumeist gravierende Fehlentscheidungen getroffen. Gerade Kurskorrekturen oder Crashsituationen an den weltweiten Börsen, können dann zu interessanten Einstiegen wie in einem Sommerschlussverkauf genutzt werden.

Zum Kommentar


Gold ist eine Währung! – Triumph Gold, First Majestic Silver, Yamana Gold

Gold ist eine Währung! – Triumph Gold, First Majestic Silver, Yamana Gold

Kommentar vom 21.05.2021 | 05:21

„Gold ist eine Währung. Keine Fiat-Währung, inklusive des Dollars, kommt ihm gleich!“, Wer in die Bilanzen der Notenbanken schaut oder sich die immer höheren Rettungspakete der verschiedensten Staaten der Welt anschaut, wird erkennen, dass der monetäre Kaufkraftverlust nur mit produktivem Sachkapital via Aktien mittel- und langfristig überwunden werden kann.
Allein im April 2021 stieg die Teuerungsrate in Deutschland laut des Statistischen Bundesamts um 2,0 Prozent. Die Großhandelspreise stiegen um 7,2 Prozent und Mineralölerzeugnisse kletterten um 34,1 Prozent. Diese Anstiege werden sich sukzessive durch die Wirtschaftszweige bis zum Endverbraucher „durchfressen“. Mit diesen drei Alternativen können sie ihr Geld jedoch schützen.

Zum Kommentar