26.08.2026 | 05:45
KI, Kupfer & Software-Comebacks: Aktien vor der Neubewertung - Nemetschek, Power Metallic Mines, Salesforce
Die globalen Aktienmärkte bieten derzeit lukrative Chancen für aktive Investoren: Ob bahnbrechende KI-Integrationen, starke Quartalszahlen nach einer deutlichen Kurskorrektur oder die strategische Sicherung kritischer Rohstoffe für die Energiewende. Die ausgewählten Sektoren und die zugehörigen Werte stehen aktuell vor einer fundamentalen Neubewertung. Wir analysieren drei hochinteressante Unternehmen aus den Sektoren Cloud-Software, Bausoftware und Bergbau. Mit starken Margen, überzeugendem Analystenpotenzial und operativen Meilensteinen deuten die Indikatoren auf eine nahende bzw. bereits eingeleitete Trendwende hin. Zeit für einen genauen Blick!
Lesezeit: ca.
6 Minuten.
Autor:
Stefan Bode
ISIN:
DE0006452907 , CA73929R1055 , US79466L3024
Nemetschek vor der Trendwende? Gewinn steigt 25 % – Analysten sehen 75 % Potenzial
Die Nemetschek-Aktie (WKN: 645290 | ISIN: DE0006452907 | Ticker: NEM) arbeitet an einem Comeback. Aktuell notiert das Papier bei 65,40 EUR und damit deutlich über dem Tief von 50,45 EUR aus dem Juni. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus allerdings noch 27 % und innerhalb eines Jahres verlor die Aktie sogar 46 %. Der Börsenwert des Unternehmens liegt derzeit bei rund 7,6 Mrd. EUR. Das Unternehmen entwickelt Software für Architekten, Ingenieure, Bauunternehmen und Gebäudebetreiber, bietet aber auch Lösungen für Film-, Animations- und Medienproduktionen an. Bekannte Marken sind unter anderem Allplan, Bluebeam, Vectorworks und Maxon. Weltweit nutzen mehr als 7 Mio. Menschen die Programme des Unternehmens.
Operativ entwickelte sich Nemetschek im zweiten Quartal 2026 deutlich besser als der Aktienkurs. Der Umsatz erhöhte sich um 13 % auf 327,7 Mio. EUR. Bereinigt um Wechselkurse lag das Wachstum bei 14,5 %. Besonders stark liefen die Abonnement- und SaaS-Angebote. Ihre Erlöse stiegen währungsbereinigt um 29,6 % auf 266,4 Mio. EUR. Das EBITDA verbesserte sich um 11,5 % auf 98,6 Mio. EUR. Währungsbereinigt betrug das Plus 15,8 %. Die EBITDA-Marge lag bei 30,1 % und bereinigt um einmalige Übernahmekosten bei 31 %. Der Nettogewinn sprang um 25,4 % auf 66 Mio. EUR. Der Gewinn je Aktie erhöhte sich von 0,45 auf 0,57 EUR.
Der wichtigste Wachstumstreiber war erneut der Bereich Build. Dort legte der Umsatz währungsbereinigt um 24,5 % zu. Gleichzeitig erreichte das Segment eine starke EBITDA-Marge von 40,1 %. Schwächer entwickelte sich das Mediengeschäft, dessen Umsatz nahezu stagnierte. Im Design-Segment belasteten negative Wechselkurseffekte die Profitabilität. Für 2026 erwartet Nemetschek weiterhin ein organisches, währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 14 bis 15 % und eine EBITDA-Marge zwischen 32 und 33 %. Die Übernahme des US-Bausoftwareunternehmens HCSS soll zusätzlich etwa sechs Prozentpunkte zum Umsatzwachstum beitragen. Integrationskosten und Kaufpreisabschreibungen dürften die Konzernmarge zunächst jedoch um ungefähr 1,5 Prozentpunkte belasten.
Auch die Analysten sind mehrheitlich positiv. Das mittlere Kursziel liegt bei 87,55 EUR und damit rund 33 % über dem aktuellen Kurs. Berenberg sieht sogar 115 EUR, was einem Potenzial von etwa 75 % entspricht. JPMorgan nennt 110 EUR und Metzler 100 EUR. Die Bank of America hatte die Aktie zuvor auf „Buy“ heraufgestuft. Deutlich skeptischer bleibt UBS mit „Sell“ und einem Kursziel von 52 EUR.
Charttechnisch hat sich das Bild kurzfristig verbessert. Die Aktie notiert über der 20-Tage-Linie bei rund 60,60 EUR, der 50-Tage-Linie bei 57,40 EUR und der 100-Tage-Linie bei etwa 60,20 EUR. Die entscheidende Hürde bleibt die fallende 200-Tage-Linie bei rund 70,20 EUR. Ein Ausbruch über die Widerstandszone zwischen 70 und 73 EUR könnte eine größere Trendwende auslösen. Fällt der Kurs dagegen wieder unter 60 EUR, würde die aktuelle Erholung an Kraft verlieren.
Power Metallic Mines: Meilenstein für die zukünftige Kupferversorgung
Die anhaltende geopolitische Neuordnung der globalen Lieferketten zwingt Industriestaaten zur strategischen Sicherung kritischer Metalle wie Kupfer für die fortwährende Elektrifizierung der Volkswirtschaft. In diesem dynamischen Marktumfeld etabliert sich Power Metallic Mines (WKN: A40S32 | ISIN: CA73929R1055 | Ticker-Symbol: IVV1) mit dem 330 Quadratkilometer großen Nisk-Projekt in der kanadischen Provinz Québec als potenzieller Rohstofflieferant in der Zukunft. Durch ein staatlich gefördertes Explorationsprojekt in Saudi-Arabien hat das Explorationsunternehmen sein Portfolio abgerundet. Das strategische und langfristige Potenzial dieser Assets von Power Metallic wird durch Investitionen renommierter Branchengrößen wie Robert Friedland und Gina Rinehart untermauert.
Ein entscheidender Wettbewerbsvorteil des kanadischen Kernprojekts ist zudem die exzellente lokale Infrastruktur mit einer direkten Anbindung an eine Umspannstation von Hydro-Québec. Operativ liegt der aktuelle Fokus auf der hochgradigen Lion-Zone des Nisk-Projektes, deren geologische Qualität durch kontinuierliche Explorationserfolge bestätigt wird. Ein signifikantes Resultat lieferte das jüngste Bohrloch 26-116, welches über 36,42 Meter achtbare 2,83 % Kupferäquivalente (CuEq) nachwies. Dieser Abschnitt inkludiert einen hochgradigen Kern von 6,00 Metern mit einem Anteil von 12,38 % Kupferäquivalenten, was zum wiederholten Male eine anormale Dichte an Mineralisierungen belegte. Neben Kupfer umfasst das polymetallische System international gefragte Rohstoffe wie Nickel, Platin und Kobalt, was die wirtschaftliche Attraktivität in Zeiten der Energiewende massiv steigert.
Um den bevorstehenden Übergang in die konkrete Projektentwicklung operativ vorzubereiten, verstärkt der erfahrene Bergbauingenieur Christopher Beal seit Kurzem das Managementteam. Die finanzielle Stabilität für noch kommende Entwicklungsschritte sicherte eine im Juni 2026 erfolgreich abgeschlossene Kapitalerhöhung über 28,2 Mio. CAD. Dabei baute der kanadische Rohstoffmilliardär Eric Sprott seine Position um 1,6 Mio. Aktien zu 1,25 CAD je Aktie aus, was starkes Vertrauen in die Fundamentaldaten signalisiert. Die erhöhte Kapitaldecke garantiert die Finalisierung der ersten Mineralressourcenschätzung, die aufgrund externer Kapazitätsengpässe beim beauftragten Ingenieurbüro nunmehr für Ende August erwartet wird. Auf Basis dieser belastbaren Datenlage soll eine erste Wirtschaftlichkeitsstudie (PEA) angefertigt werden, um die bisherigen Bohrerfolge ökonomisch zu bewerten.
Begleitet von neuen Bohrergebnissen aus fünf aktiven Bohrgeräten und einem Analysten-Kursziel von 3,00 CAD (1,87 EUR) durch GBC-Research steht die Aktie bei derzeit 1,30 CAD (0,80 EUR) vor einer signifikanten Neubewertungsphase.
Salesforce vor dem Zahlen-Knall: Analysten sehen 21 % Potenzial – kommt jetzt das KI-Comeback?
Bei Salesforce (WKN: A0B87V | ISIN: US79466L3024 | Ticker: CRM) treffen derzeit zwei spannende Entwicklungen aufeinander: Die Aktie zeigt nach monatelangem Abwärtstrend ein starkes Comeback – und gleichzeitig stehen wichtige Quartalszahlen bevor. Das Papier notiert aktuell bei 205,10 USD und hat sich vom Tief bei 146,32 USD um rund 40 % erholt. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus aber noch etwa 22 %, auf Jahressicht sind es rund 18 %. Der Börsenwert liegt bei ungefähr 171 Mrd. USD. Am 26. August veröffentlicht Salesforce nach US-Börsenschluss seine Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027. Analysten erwarten einen Umsatz von rund 11,33 Mrd. USD und damit ein Wachstum von etwa 11 %. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll von 2,91 auf ungefähr 3,28 USD steigen. Salesforce selbst hatte Erlöse zwischen 11,27 und 11,35 Mrd. USD sowie einen bereinigten Gewinn von 3,25 bis 3,27 USD je Aktie angekündigt.
Ein leichtes Übertreffen dieser Erwartungen dürfte dem Markt jedoch nicht ausreichen. Anleger wollen vor allem wissen, ob Salesforce durch den KI-Boom neue Wachstumsimpulse erhält oder ob künstliche Intelligenz das traditionelle Softwaregeschäft unter Druck setzt. Salesforce ist vor allem für seine cloudbasierte Software für Vertrieb, Kundenservice und Marketing bekannt. Mit Agentforce können Unternehmen nun eigene KI-Agenten entwickeln, die Kundenanfragen bearbeiten, Daten analysieren und Arbeitsabläufe automatisieren.
Die jährlich wiederkehrenden Umsätze von Agentforce und Data 360 erreichten zuletzt fast 3,4 Mrd. USD und wuchsen um mehr als 200 %. Darin sind allerdings rund 1,1 Mrd. USD aus dem übernommenen Informatica-Geschäft enthalten. Agentforce allein kam auf etwa 1,2 Mrd. USD und legte um 205 % zu. Nun muss Salesforce beweisen, dass aus der starken Nutzung auch dauerhaft steigende Umsätze entstehen. Eine der wichtigsten Kennzahlen wird deshalb das Wachstum der kurzfristig ausstehenden Leistungsverpflichtungen, kurz cRPO, sein. Salesforce erwartet hier ein Plus von ungefähr 14 %. Im ersten Quartal erreichte der Umsatz 11,1 Mrd. USD. Der operative Cashflow lag bei 6,7 Mrd. USD und der freie Cashflow bei 6,6 Mrd. USD. Gleichzeitig startete der Konzern einen beschleunigten Aktienrückkauf über 25 Mrd. USD.
Für das Gesamtjahr erwartet das Management Erlöse zwischen 45,9 und 46,2 Mrd. USD sowie eine bereinigte operative Marge von 34,3 %. Auch mehrere Analysten sind inzwischen wieder optimistischer. JPMorgan nahm die Bewertung mit „Overweight“ und einem Kursziel von 250 USD auf. Guggenheim stufte Salesforce auf „Buy“ hoch und nennt 228 USD. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 252 USD und damit etwa 21 % über dem aktuellen Kurs. Citi bleibt mit einem Ziel von 204 USD vorsichtiger.
Charttechnisch hat Salesforce bereits ein wichtiges Signal geliefert. Die Aktie liegt über der 20-Tage-Linie bei 192,55 USD, der 50-Tage-Linie bei 174,59 USD und der 100-Tage-Linie bei 177,74 USD. Nun wurde sogar die 200-Tage-Linie bei 200,82 USD zurückerobert! Hält dieser Ausbruch, wartet zwischen 210 und 220 USD die nächste Widerstandszone. Ein Rückfall unter 200 USD wäre dagegen ein Warnsignal – und würde den Druck auf die kommenden Quartalszahlen deutlich erhöhen.
Zusammenfassung
Der Softwarekonzern Nemetschek verzeichnet ein Gewinnwachstum von 25 % und bietet laut Analysten ein Kurspotenzial von bis zu 75 %. Das Explorationsunternehmen Power Metallic Mines erschließt mit seinem kanadischen Nisk-Projekt hochgradige Kupfervorkommen mit weiteren polymetallischen Verbindungen. Bei Salesforce fokussiert sich der Markt vor den Quartalszahlen primär auf das prognostizierte Umsatzplus von 11 % durch KI-Anwendungen und will daraus auf die weitere Entwicklung in den kommenden Quartalen schließen.