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16.06.2026 | 05:45

Kommt jetzt der Börsenboom? Almonty Industries, BMW, Mahle

  • Almonty Industries
  • MAHLE
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Bildquelle: Pixabay

Die USA und der Iran haben sich laut Berichten auf den Wortlaut eines Abkommens bzw. einer Friedensvereinbarung zur Beendigung der Kämpfe verständigt. Die Details und die genauen Umsetzungen sind noch nicht bekannt, sollen aber am Freitag bei der Vertragsunterzeichnung in der Schweiz der Weltöffentlichkeit vorgestellt werden. An den Finanzmärkten senkt das kurzfristig die Risikoprämie für Erdöl und die Aktienmärkte reagieren mit einem freundlichen Start in die Handelswoche. Entscheidend wird in den kommenden Wochen sein, dass nicht nur die Lage in der Straße von Hormus stabil bleibt. Auch Israel muss sämtliche Kampfhandlungen gegen den Iran und das Nachbarland Libanon einstellen. Entsprechend stark dürften die Bewegungen an den Börsen in den kommenden Wochen ausfallen und auch diese Unternehmen davon profitieren:

Lesezeit: ca. 5 Minuten. Autor: Alfred Laugeberger
ISIN: CA0203987072 , DE0005190003 , XS2341724172


 

Almonty Industries: Wolfram ist strategisch und teuer

Wolfram ist aufgrund seiner hohen Dichte und Hitzebeständigkeit ein Schlüsselrohstoff für Munition, Panzerung und Leistungselektronik. In einem anhaltenden Umfeld geopolitischer Spannungen und instabiler Lieferketten rückt die Versorgungssicherheit außerhalb Chinas immer stärker in den Vordergrund vieler Unternehmen und Staaten. Almonty Industries (WKN: A414Q8 | ISIN: CA0203987072 | Ticker-Symbol: ALI1) positioniert sich genau an diesem Nadelöhr. Mit der Sangdong-Mine in Südkorea verfügt der Konzern über eines der bedeutendsten Wolframprojekte außerhalb der chinesischen Einflusssphären und erweitert auch die laufende Produktion in Portugal. Almonty wird immer stärker als ein sicherheitsrelevantes Infrastruktur-Unternehmen bewertet als ein klassischer Junior-Miner.

An der Börse ist diese Neubewertung längst sichtbar am signifikanten Kursanstieg der letzten Quartale. Die regelmäßigen Kursrücksetzer nach den deutlichen Anstiegen werden immer wieder aufgekauft und das in zunehmendem Maße von institutionellen Investoren. Das operative Hochfahren der Sangdong-Mine und der weitere Minenausbau in den nächsten zwei Jahren, werden durch Abnahmeverträge und hohe Wolframpreise abgesichert.

Eine wesentliche Neuigkeit des Wolframproduzenten ist am 5. Juni 2026 gemeldet worden. Dies ist die überzeichnete Privatplatzierung über 700 Mio. USD in Form einer mit 2,25 % p. a. verzinsten wandelbaren vorrangigen Wandelanleihe mit Laufzeit bis 2031. Zusätzlich bestand eine Aufstockungsoption über 100 Mio. USD, die auch ausgeübt worden ist. Die anfängliche Wandlungsrelation liegt bei rund 36,4950 Aktien je 1.000 USD Nominale, entsprechend einem Wandlungspreis von ca. 27,40 USD je Aktie und damit etwa 32,5 % über dem Referenzkurs von 20,68 USD vom 4. Juni 2026. Almonty konnte insgesamt durch die Wandelanleihe nach Kosten einen Nettoerlös von 772,7 Mio. USD erzielen. Das frische Kapital soll für die Rückführung bestehender Darlehen und den weiteren Ausbau von bestehenden Projekten verwendet werden. Auch sind Beteiligungen und Akquisitionen anderer Unternehmen ausdrücklich als Möglichkeit der Mittelverwendung erwähnt worden.

MAHLE: Refinanzierung am Kreditmarkt

MAHLE (WKN: A3E5P1 | ISIN: XS2341724172) gehört als großer deutscher Automobilzulieferer einerseits zu den Profiteuren globaler Fahrzeugproduktion, steht aber andererseits im strukturellen Umbruch wie die ganze Automobilbranche. Das Verbrennergeschäft wird zurückgefahren, während Thermomanagement und die Elektromobilität ausgebaut werden und Kapital für Investitionen bindet. Herausfordernd sind dabei im internationalen Wettbewerb die hohen Lohnkosten in Europa, hohe Energiepreise und geopolitisch fragiler werdende Lieferketten. Da MAHLE nicht börsennotiert ist, läuft die „Bewertung“ für Investoren vor allem über Anleihen und deren Risikoprämien. Genau hier zeigt sich, dass Größe nicht vor High-Yield-Konditionen schützt, gerade wenn Margendruck und Transformationsrisiken den Blick dominieren.

Konkret hat MAHLE Anfang Juni 2026 die Refinanzierung bestehender Anleihen aktiv gesteuert. So wurde eine unbesicherte 7,125 %-Anleihe mit Fälligkeit 2032 im Gesamtnennbetrag von 200 Mio. EUR platziert. Der finale Emissionspreis lag bei 104,50 % des Nennwerts. Das entspricht laut Mitteilung einer Yield-to-Worst (YTW) von 5,87 % p. a. bis zur frühestmöglichen Kündigung am 15. Juli 2030. Parallel kündigte der Konzern ein Teilrückkaufangebot für die noch ausstehenden rund 450 Mio. EUR der 2,375 %-Anleihe 2028 an. Das Rückkaufvolumen soll bis zu 250 Mio. EUR zu 98,800 % des Nennbetrags betragen. Die Annahmefrist soll bis Donnerstag, den 18. Juni 2026, vorbehaltlich Änderungen und Vollzugsbedingungen gelten. Damit tauscht MAHLE kurzfristigere Verbindlichkeiten gegen längere Laufzeiten – zu Kosten, die den Risikoaufschlag des Marktes auf ein Ba2 bei Moody's und BB- Profil bei S&P widerspiegeln.

Fundamental erklärt sich diese Prämie aus der Ergebnisqualität der letzten Bilanz. 2025 sank der Umsatz um 3,6 % auf 11,257 Mrd. EUR (Vorjahr: 11,681 Mrd. EUR), während das EBITDA von 964 Mio. EUR auf 779 Mio. EUR und das EBIT von 423 Mio. EUR auf 228 Mio. EUR zurückging. Die EBIT-Marge fiel damit faktisch auf nur noch 2,0 %. Positiv bleibt der operative Cashflow von 483 Mio. EUR, der in diesem zyklischen Umfeld ein zentraler Stabilitätsanker ist. In der Bilanz stehen 1,640 Mrd. EUR Eigenkapital bei 7,482 Mrd. EUR Bilanzsumme für eine Eigenkapitalquote von 21,9 %. Mit 931 Mio. EUR an liquiden Mitteln ist das Unternehmen solide aufgestellt, wenn gleich nicht komfortabel genug, um die Transformationsphase ohne die teure Marktfinanzierung zu durchlaufen. Für Anleger ist MAHLE damit zwar kein „Krisenfall“, aber ein Emittent, bei dem die Anleihenrendite primär die Unsicherheit der sinkenden Margen, eines sich abschwächenden Nachfragezyklus und der technologischen Erneuerung widerspiegelt.

BMW am Tiefpunkt: Value-Chance oder fallendes Messer?

Die BMW-Aktie (WKN: 519000 | ISIN: DE0005190003 | Ticker-Symbol: BMW) handelt 2026 in einem Umfeld, das zyklische Autohersteller doppelt belastet. Schwächeres globales Wachstum, hoher Wettbewerbsdruck durch chinesische Anbieter und hohe Investitionskosten für die Weiterentwicklung von Software neben der Elektrifizierung der Automodelle. Der Kursrückgang spiegelt daher weniger ein BMW-Problem als eine Neubewertung des Sektors wider. Margensicherheit und Preissetzungsmacht stehen wieder im Fokus als Volumenwachstum um jeden Preis. Charttechnisch bleibt die Aktie angeschlagen, was kurzfristig weitere Volatilität begünstigt. Das macht die Aktie optisch „günstig“, erhöht aber die Anforderungen an eine belastbare operative Stabilisierung.

Operativ zeigte 2025 bereits abnehmende Dynamik bei dem in München ansässigen Autobauer an. Der Umsatz lag bei 133,5 Mrd. EUR nach 142,4 Mrd. EUR in 2024, der Bruttogewinn sank auf 20,5 Mrd. EUR (Vorjahr 22,8 Mrd. EUR) und der Nettogewinn reduzierte sich auf 7,4 Mrd. EUR (Vorjahr 7,6 Mrd. EUR). Im Q1 2026 setzte sich die Abkühlung weiter fort: Der Konzernumsatz lag bei rund 31,0 Mrd. EUR und der Konzerngewinn bei 1,672 Mrd. EUR. Im Automotive-Segment betrug die EBIT-Marge 5,0 % und lag damit innerhalb des ausgegebenen Jahreskorridors von 4 % bis 6 %. Positiv sticht jedoch der freie Cashflow hervor. Der freie Cashflow im Automotive-Segment stieg in Q1 2026 auf 777 Mio. EUR und unterstreicht die Fähigkeit, trotz Transformationskosten weiterhin Liquidität generieren zu können. Gleichzeitig bleibt China der zentrale Unsicherheitsfaktor, weil die dortigen Preiskämpfe und Handelsbarrieren direkt auf die Gewinnmarge durchschlagen.

Strategisch versucht BMW, Produkt- und Produktionsseite parallel zu verbessern. In Leipzig läuft seit Juni 2026 eine Pilotphase mit humanoiden Robotern. Diese werden u. a. in der Batteriemontage, Komponentenfertigung und Qualitätskontrolle eingesetzt, um unter realen Bedingungen Effizienz- und Flexibilitätsgewinne zu testen. Das dürfte bereits ein Indiz sein, wie die Großunternehmen im Allgemeinen neben Produktionsverlagerungen den Kostendruck in Europa zunehmend auch technologisch beantworten. Auf der Produktseite markiert die „Neue Klasse“ die nächste elektrische Plattformgeneration des Unternehmens. In einer Vorschau wurde der vollelektrische BMW M3 als „Speerspitze“ der künftigen E-Modelle gezeigt.

Fazit

Almonty stärkt die Finanzierungsbasis durch die großvolumige, niedrig verzinste Wandelanleihe, um alte Verbindlichkeiten abzutragen und bestehende Projekte schneller voranzutreiben. Während Almonty seine Wandel nur mit 2,25 % p. a. verzinsen muss, ruft der Kapitalmarkt bei dem Automobilzulieferer MAHLE effektiv 5,87 % p. a. Zinssatz auf. Um dem gestiegenen Kostendruck zu begegnen, testet BMW am Standort Leipzig den Einsatz von humanoiden Robotern. Sollte dieser positiv verlaufen, dürfte das Margenziel von 4–6 % in Zukunft auch wieder höher ausfallen.


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