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18.05.2026 | 05:45

Kurs läuft Zahlen voraus – Jenoptik, OHB SE, Pure One

  • Jenoptik
  • OHB
  • Pure One
Bildquelle: Pixabay

Laut letzten Medienberichten bereiten sich die USA und Israel intensiv auf die mögliche Wiederaufnahme von Militärschlägen gegen den Iran vor. Die Entscheidung aus dem Weißen Haus könnte noch in der kommenden Woche erfolgen und entsprechend die Märkte in den nächsten Tagen wieder unter Stress setzen. Für etliche Unternehmen, besonders im Energiesektor und im Clean-Tech-Bereich könnte das für positive Impulse sorgen, aber auch im Raumfahrtsektor wie auch in der Halbleiterbranche dürfte dies weiter kurstreibend sein. Folgende Unternehmen könnten daher weiter profitieren:

Lesezeit: ca. 5 Minuten. Autor: Alfred Laugeberger
ISIN: DE0006229107 , DE0005936124 , AU0000442865


 

Pure One Batteriewechsel-Plattform im Aufbau

In den letzten Monaten hat Pure One (WKN: A41XB2 | ISIN: AU0000442865 | Ticker-Symbol: 7NL0) mehrere operative Meilensteine erreichen können. Beim australischen Clean-Tech-Unternehmen konnten u. a. zwei Wasserstoff-Brennstoffzellen-Betonmischer für Heidelberg Materials und ein EV70-Elektro-Minibus für South West Community Transport fertiggestellt werden und es konnte mit dem Aufbau einer skalierbaren Batteriewechsel-Plattform für den Schwerlastverkehr begonnen werden. Das auf die effiziente Verwendung von sauberen Energielösungen fokussierte Unternehmen erweiterte damit seinen Vermarktungsansatz auf batterieelektrische wie auch wasserstoffbetriebene Fahrzeuge, auf deren Betankungsinfrastruktur wie auch auf das Anbieten von Wechselakkus. Gerade Letztere sollen über die „Alpha-Serie“ die Effizienz von Fahrzeugen im ganztägigen Schichtbetrieb ermöglichen und ab dem vierten Quartal 2026 die Wirtschaftlichkeit der Elektrofahrzeuge signifikant erhöhen.

Die Weiterentwicklung von Pure One richtet sich damit an den Kundenbedürfnissen, nach maßgeschneiderten Komplettlösungen für emissionsfreie Mobilität, aus, ohne sich nur auf eine Technologie festzulegen. Mit seinen 12 Mitarbeitern will das Unternehmen in diesem Jahr bereits 42 Mio. AUD umsetzen. Ebenfalls interessant geworden sind die Beteiligungen von Pure One, unter anderem am Tochterunternehmen Eastern Gas. Eastern Gas besitzt im australischen Cooper Basin mit dem Windorah-Gasprojekt die Förderrechte für Erdgas. Gerade seit dem Iran-Krieg, der Schließung der Straße von Hormus und dem Ausbleiben von Erdöl- und Erdgaslieferungen aus dem Nahen Osten wurde auch das Erdgasgeschäft wieder mit anderen Augen gesehen. Dabei gehört das Copper Basin zu den produktivsten Förderbezirken auf dem australischen Kontinent. Durch den Börsengang des Tochterunternehmens konnten 5 Mio. AUD eingesammelt werden.

Auch die Beteiligung an Botala Energy in Botswana am Serowe-Gas-Projekt soll in 2026 weiterentwickelt werden und weiter an Wert gewinnen. Finanziell steht Pure One mit zuletzt 5,6 Mio. AUD Cash und ungenutzten Kreditlinien von rund 7,6 Mio. AUD solide da. Zusätzliches Kapital soll aus dem geplanten Verkauf der 40%-Beteiligung an der Turquoise Group für 5 Mio. AUD fließen, sofern die Aktionäre dem Verkauf zustimmen. Durch die anziehenden Umsätze, einer klaren Kommerzialisierungsstrategie der Produkte und einem diversifizierten Energieportfolio könnte die Aktie im aktuellen Marktumfeld zu einem interessanten Nischenplayer werden.

OHB SE: Die Raumfahrt-Aktie fliegt

Die Aktie von OHB SE (WKN: 593612 | ISIN: DE0005936124 | Ticker: OHB) hat in den letzten beiden Wochen wieder stark zugelegt. Um über 71 % ging es seit dem 05.05.2026 aufwärts. Mit dem Erreichen der 495,50 EUR konnte die Aktie in der Spitze auch ein neues Allzeithoch am vergangenen Donnerstag erreichen. Nach leichten Gewinnmitnahmen ging die Aktie am Freitag mit 460,00 EUR in das Wochenende, was einer Marktkapitalisierung von rund 8,8 Mrd. EUR entspricht. Noch auffälliger ist die Kursentwicklung seit Jahresanfang. Seit Januar 2026 explodierte der Kurs förmlich und liegt mit mehr als 288 % im Plus. Der Markt bewertet OHB also nicht mehr wie einen normalen deutschen Technologiewert, sondern eher wie einen strategischen Gewinner der neuen europäischen Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie.

Mit Sitz in Bremen baut und entwickelt das Unternehmen Satelliten, Raumfahrtsysteme, Nutzlasten, Komponenten für Trägerraketen, Bodensysteme, Antennen, Teleskope und digitale Anwendungen rund um Satellitendaten. OHB ist daher in der gesamten Raumfahrt-Wertschöpfungskette aktiv. Dabei geht es nicht nur um Raketen oder Satelliten, sondern auch um die Technik dahinter, die Daten, die Steuerung vom Boden aus und die Nutzung dieser Daten.

Die wichtigste Sparte ist derzeit Space Systems. Dort entwickelt OHB Satelliten und komplette Raumfahrtsysteme, zum Beispiel für die Wetterbeobachtung, Erdbeobachtung, Navigation, Telekommunikation, Aufklärung und wissenschaftliche Missionen. Besonders im Fokus stand zuletzt am 12. Mai 2026 die britische Tochter OHB Space UK. Diese wurde erst in 2025 gegründet und soll nun im Rahmen der ESA-Mission EnVision eine Mission zur Venus mit umsetzen. Konkret soll OHB Space UK die Integration und Testkampagne des Raumfahrzeugs übernehmen. Der erwartete Umsatz liegt bei rund 24 Mio. EUR. Bei einem Auftragsbestand von mehr als 3,3 Mrd. EUR fällt ein Auftrag über 24 Mio. EUR kaum ins Gewicht. Aber die Berücksichtigung bei weiteren europäischen Raumfahrtprogrammen setzt Kursphantasien bei den Investoren und Anlegern frei.

Jenoptik AG: Warum die Aktie läuft – und was die Zahlen wirklich sagen

Die Aktie von Jenoptik (WKN: 622910 | ISIN: DE0006229107 | Ticker: JEN) hat auch in der letzten Woche wieder ordentlich Tempo gemacht. Über 24 % Kursplus standen in den vergangenen fünf Handelstagen auf dem Ticker und mit 46,00 EUR wurde auch das Allzeithoch von Juni 2018 deutlich übertroffen. Damit liegt die Marktkapitalisierung des Jenaer Technologiekonzerns inzwischen bei rund 2,55 Mrd. EUR und das bei knapp einer Mrd. EUR Jahresumsatz.

Jenoptik ist dabei kein klassischer Maschinenbauer, sondern ein deutsches Photonik-Unternehmen. Das bedeutet, dass die Firma mit Licht, Optik und Präzisionstechnik arbeitet. Vier Geschäftsbereiche tragen das Ganze – Semiconductor & Advanced Manufacturing, Biophotonics, Metrology & Production Solutions und Smart Mobility Solutions. Kunden sitzen daher in der Halbleiterindustrie, in der Medizintechnik, im Automobilsektor und in der Verkehrstechnik. Genau dieser Auftragsmix macht den Reiz aus, weil die meisten dieser Märkte langfristig wachsen sollten.

Kurzfristig fiel der Umsatz aber um 6,3 % auf 1,046 Mrd. EUR. Das EBITDA gab von 221,5 auf 192,5 Mio. EUR nach und auch die Marge rutschte von 19,9 auf 18,4 %. Profitabel blieb Jenoptik trotzdem, die Dividende wurde sogar auf 0,40 EUR je Aktie angehoben, und der Free Cashflow legte deutlich auf 152,4 Mio. EUR zu. Auch die Nettoverschuldung ging spürbar zurück. Solide also, aber kein Wachstumsfeuerwerk. Der eigentliche Auslöser für die Kursrallye liegt im ersten Quartal 2026. Der Umsatz lag mit 241,2 Mio. EUR minimal unter dem Vorjahr, aber das EBITDA legte um 22,5 % auf 44,4 Mio. EUR zu. Die Marge sprang von 14,9 auf 18,4 % und beim Ergebnis nach Steuern ging es um stolze 82,5 % nach oben, was das Ergebnis je Aktie von 0,16 auf 0,29 EUR emporsteigen ließ.

Jenoptik wächst damit noch nicht umsatzmäßig, verdient aber pro EUR Umsatz deutlich mehr. Treiber war vor allem der Halbleiterbereich, in welchem ein besserer Produktmix und eine höhere Auslastung zusammenkamen. Noch interessanter ist der Auftragseingang: Im ersten Quartal kamen 356,9 Mio. EUR neue Aufträge hinzu, nach 204,6 Mio. EUR im Vorjahr. Ein Anstieg von 74,4 %. Das Auftrags-Umsatz-Verhältnis (UMV) liegt bei 1,48 und das bedeutet, dass mehr Aufträge akquiriert werden, als gerade abgearbeitet werden können. Der Auftragsbestand kletterte so auf 719,2 Mio. EUR. Vor allem Halbleiter und Biophotonics ziehen wieder klar an.

Für das Gesamtjahr 2026 hält das Management an der Prognose fest und sieht ein Umsatzwachstum im einstelligen Prozentbereich und eine EBITDA-Marge zwischen 19 und 21 %. Würde die Marge tatsächlich im oberen Bereich landen, wäre das ein echter Schritt nach vorn gegenüber 2025. Bei rund 2,5 Mrd. EUR Marktwert und einem Jahresgewinn von 74 Mio. EUR ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) aber bereits bei über 33. Damit sind im aktuellen Kurs schon einige Erwartungen eingepreist.

Fazit

Pure One baut mit der Batterie- und Wasserstofftechnologie ein diversifiziertes Clean-Tech-Portfolio auf und profitiert vom allgemeinen Trend zu mehr Umweltbewusstsein bei vielen Unternehmen. OHB SE profitiert als europäischer Raumfahrtspezialist von der steigenden Verteidigungsnachfrage. Jenoptik überzeugt trotz stagnierendem Umsatz mit stark verbesserter Marge und einem Auftragsanstieg von 74,4 %.



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