29.01.2026 | 05:45
Kursziele angehoben und Momentum steigt bei Ionos Group, Jenoptik und Power Metallic Mines aber nicht bei der Deutschen Bank
Wieder einmal gab es eine Razzia bei der Deutschen Bank und zum wiederholten Male durchsuchte die Justiz das größte deutsche Geldhaus und dessen Gebäude in Berlin und Frankfurt. Die Staatsanwaltschaft hat den Verdacht der Geldwäsche und daraufhin einen Durchsuchungsbeschluss vom Amtsgericht Frankfurt für die Standorte in Frankfurt und Berlin erhalten. Laut Bericht der Süddeutschen geht es um die Geschäftsbeziehungen der Bank mit dem russischen Oligarchen Roman Abramowitsch. Der Aktienkurs der Deutschen Bank reagierte sofort und die Aktie verlor gestern ca. 2,8 %. Deutlich besser sieht es dagegen bei diesen Unternehmen aus:
Lesezeit: ca.
3 Minuten.
Autor:
Stefan Bode
ISIN:
DE000A2NB601 , CA73929R1055 , DE000A3E00M1
Ionos Group nach dem Kurssprung
Die Ionos Group AG (WKN: A3E00M ISIN: DE000A3E00M1 Ticker-Symbol: IOS) gehört seit letzter Woche zu den stärkeren Unternehmen des MDAX und legte bis dato um gut 9,5 % auf zuletzt 29,30 EUR je Anteilsschein zu. Unterstützung für den Kursanstieg erhält der Wert durch eine positive Neueinschätzung seitens Oddo BHF. Die Investmentbank hat ihre Einschätzung von „Neutral“ auf „Outperform“ angehoben und das Kursziel von 35 EUR bestätigt.
Der Analyst Stephane Beyazian schätzt das Unternehmen nach den deutlichen Kursverlusten seit Sommer 2025 als attraktive Investmentgelegenheit ein und sieht mehrere mögliche Wachstumschancen beim Umsatz. Am besten gefällt ihm das allgemeine Thema der agentischen Künstlichen Intelligenz. Hierbei werden auf Kunden speziell zugeschnittene KI-Agenten gebaut, die den Umsatz pro Kunde in Zukunft deutlich steigern dürften. Als zweiten wichtigen Punkt verweist der Analyst auf den deutlich gesunkenen Schuldenstand, der Raum für eine mögliche Dividendenzahlung gibt, sofern keine Übernahmen von anderen Unternehmen und Wettbewerbern durchgeführt werden sollten. Auch dürfte die Ionos Group AG von dem angespannten Verhältnis der EU mit den USA profitieren, denn immer mehr europäische Unternehmen fragen bezüglich der Datenspeicherung, anstatt bei den Platzhirschen aus den USA, bei europäischen Anbietern von europäischen Cloud-Strukturen nach.
Power Metallic Mines - Kupfer und mehr
Seit nunmehr knapp zwei Jahren hat die Aktie des kanadischen Unternehmens Power Metallic Mines (WKN: A40S32 | ISIN: CA73929R1055 | Ticker: IVV1) einen Lauf. Von März 2024 ging es bis dato rasant aufwärts und die Aktie verdoppelte sich gleich mehrfach. Vom Tief bei 0,21 CAD ging es trotz regelmäßiger Zwischenrücksetzer bis zum gestrigen Schlusskurs bei 1,45 CAD (0,91 EUR) um 663 % aufwärts. Doch was macht das Unternehmen genau?
Dem Unternehmen gehört das ca. 213 qkm große Projektgebiet, das Nisk-Lion-Tiger Projekt genannt wird. Dort konnte das Unternehmen bereits mehrfach hochgradige Metallvorkommen nachweisen und dadurch zog es immer mehr Investoren in den Bann, was letztendlich zu stark anziehender Nachfrage führte. Das riesige polymetallische Vorkommen beinhaltet neben Kupfererz, Gold, Silber, Nickel auch die Platingruppenmetalle. Bei den bereits ausgewerteten Bohrungen finden sich mehrfach sehr lange Strecken an hohen Kupfervorkommen, aber auch an den anderen genannten Metallen. So wurden zuletzt z. B. im Bohrloch 25-029b auf einer Länge von 20,4 m hochgradige Kupfergehalte von 2,91 % nachgewiesen. Wenn die Beiprodukte Gold, Silber, Nickel und Platinmetalle in Kupfereinheiten umgerechnet werden, erhöht sich der Anteil an Kupferäquivalenten (CuEq) weiter auf 3,58 %. Das Unternehmen setzt derzeit sein 100.000 Bohrmeter umfassendes Bohrprogramm um und will dies bis Ende 2026 abgeschlossen haben.
Zuletzt überzeugte das Unternehmen auch bei der labortechnischen Auswertung der Lion-Zone. Dort spürte das Unternehmen eine hochgradige (HG) und niedriggradige (NG) Zone an Kupfermineralisierungen auf und unterzog sie ersten metallurgischen Tests. Diese Sulfidflotationskonzentrationstests wurden von dem Test-, Inspektions- und Zertifizierungsunternehmen SGS durchgeführt. Es stellte sich bei den Anpassungsmaßnahmen beim Flotationstest heraus, dass die dortigen Vorkommen in dem grobkörnigen Chalkopyrit- und Cubanitvorkommen zu 98 % bis 99 % aus dem Gestein gewonnen werden können. Dies ist ein sehr hohes Ergebnis, denn bisher ging das Unternehmen von einer Extrahierungsrate von allgemein 80 % aus. Das neue Ergebnis erhöht die Wirtschaftlichkeit des Projektes noch einmal deutlich. Richtig zur Kenntnis genommen haben die Marktteilnehmer dieses Ergebnis jedoch noch nicht, da derzeit Donald Trump, KI und der explodierende Gold- und Silberpreis das Marktgeschehen bestimmen.
Jenoptik mit Kurssprung und Profiteur des KI-Booms
Erst Mitte Januar 2026 bei einem Kursstand von 21,00 EUR stufte das Analysehaus Jeffries die Aktie von Jenoptik (WKN: A2NB60 | ISIN: DE000A2NB601 | Ticker-Symbol: JEN) als „Buy“ mit einem Kursziel von 24,00 EUR ein. Deren Analyst Martin Comtesse sah die Einzelaktie als attraktive Gelegenheit, von der lockeren Geldpolitik und den Konjunkturmilliarden der deutschen Regierung zu profitieren. Nach zwei Wochen ist das Kursziel am gestrigen Tag durch einen Kurssprung bereits erreicht und das dürfte der Grund sein:
Der wichtigste Kunde von Jenoptik ist der niederländische Chipausrüster ASML. Dieser erfreut sich dank starker Nachfrage von Chipaufträgen weiterhin an einem wachsenden Auftragsbestand. Entsprechend stark fragt dieser bei dem in Jena ansässigen Unternehmen nach optischen, optoelektronischen und mikrooptischen Modulen nach. Da gestern zudem bekannt wurde, dass Micron Technology eine 24 Mrd. USD teure Chipfabrik in Singapur plant, dürfte ein Teil dieser gigantischen Summe über ASML auch bei Jenoptik ankommen.
Fazit
Mit riesigen Rohstoffvorkommen ist der Explorer Power Metallic Mines ein interessanter Übernahmekandidat für die Rohstoffriesen der Branche, die immer auf der Suche nach hochgradigen neuen Vorkommen in juristisch sicheren Herkunftsländern sind. Vom KI-Boom profitieren kann nun langsam auch der ASML-Zulieferer Jenoptik, dessen Auftragslage wieder deutlich besser ist. Von Umschichtungen bei der Nachfrage nach Cloud-Speichern weg von US-Anbietern hin zu den europäischen Anbietern, profitiert derzeit die Aktie der Ionos Group.