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01.04.2026 | 05:45

Ölpreiseskalation und alternativer Energiebedarf - BYD, CTS Eventim, Pure One

  • BYD
  • CTS Eventim
  • Pure One
Bildquelle: pixabay.com

Die Eskalation im Nahen Osten hat den Ölpreis bereits seit Ende Februar weit über 50 % ansteigen lassen. Nun mehren sich die Gerüchte über einen Bodentruppeneinsatz von US-Luftlandeeinheiten im Iran. Ein Indiz dafür ist der Marschbefehl und die Verlegung von tausenden US-Fallschirmjägern in die Nahost-Region. Das hat nicht nur das Potenzial von noch einmal 50 - 100 % Ölpreisanstieg für die Welt, sondern es besteht auch die Möglichkeit eines nächsten Vietnam für die US-Armee und einer weiteren Spaltung der US-Bevölkerung.

Lesezeit: ca. 5 Minuten. Autor: Alfred Laugeberger
ISIN: CNE100000296 , DE0005470306 , AU0000442865


 

Pure Hydrogen saubere Energielösungen + Erdgastochter

Mit der Namensänderung von Pure Hydrogen auf Pure One (WKN: A41XB2 | ISIN: AU0000442865 | Ticker-Symbol: 7NL0) bringt das australische Unternehmen seinen Wechsel von der Fokussierung auf effiziente Wasserstoffgewinnung hin zu einem breiteren Vermarktungsansatz der sauberen Energielösungen konsequent zum Ausdruck. Nun gehören auch Lösungen für batterieelektrische Fahrzeuge, deren Betankungsinfrastruktur wie auch das Anbieten von Wechselakkus ins Produktportfolio des Unternehmens. Damit kommt das Unternehmen den Kundenbedürfnissen nach maßgeschneiderten Komplettlösungen für emissionsfreie Mobilität nach, ohne sich nur auf eine Technologie festzulegen.

In 2026 will das Unternehmen mit seinen 12 Mitarbeitern bereits 42 Mio. AUD umsetzen. Interessant aus Investorensicht ist das Tochterunternehmen Eastern Gas. Das Unternehmen besitzt im australischen Cooper Basin mit seinem Windorah-Gasprojekt die Förderrechte für Erdgas. Das Gebiet gehört dabei zu den produktivsten Förderbezirken auf dem Kontinent. Pure One hatte mit der Umstrukturierung beschlossen, das Tochterunternehmen auszugliedern, via IPO an die Börse zu bringen und die Anteile an die Pure One Aktionäre zu übertragen.

Das Erdgasgeschäft wird zudem seit dem Iran-Krieg deutlich attraktiver angesehen und höher bewertet als das eigentliche Hauptgeschäft mit der emissionsfreien Mobilität. Da die australische Ostküste zudem bis 2028 in eine akute Angebotslücke bei Erdgas zusteuern soll, käme die Produktionsausweitung von Eastern Gas zu einem attraktiven Zeitpunkt auf den Markt. Mit einer Marktkapitalisierung von 25 Mio. AUD (15 Mio. EUR) ist weder das Wachstumspotenzial der emissionsfreien Mobilität, noch das Windorah-Gasprojekt des Tochterunternehmens Eastern Gas derzeit adäquat im Aktienkurs von 0,06 AUD (0,04 EUR) abgebildet.

CTS Eventim: Rekordumsatz 2025, aber Aktie bricht ein

Die CTS Eventim Aktie (WKN: 547030 | ISIN: DE0005470306 | Ticker-Symbol: EVD) ist letzten Freitag, am 27. März 2026, um knapp 20 % eingebrochen und war damit klarer Tagesverlierer unter den deutschen Aktien. Obwohl das Unternehmen 2025 zum ersten Mal die 3 Mrd EUR Umsatzmarke knackte, war der Markt nach den finalen Q4 & Jahreskennzahlen schwächer als sich das der Markt erhofft hatte. Trotz des Umsatzanstieges in 2025 auf 3 Mrd. EUR und damit rund 200 Mio. EUR mehr als im Vorjahr, sank der Nettogewinn im Vergleich zu 2024 um 56 Mio. EUR auf 304 Mio. EUR. Damit wurde dem Markt klar gezeigt, dass die Profitabilität deutlich abgenommen hat.

Auch beim operativen Cashflow ging es abwärts, denn in 2024 lag dieser noch bei 506 Mio. EUR, fiel aber im abgelaufenen Jahr auf 364 Mio. EUR ab. Dazu kommt noch ein Punkt aus der Bilanz, der ebenfalls nicht ganz unbeachtet bleiben sollte. CTS Eventim hat viele kurzfristige Verbindlichkeiten, die innerhalb eines Jahres fällig werden. Diese lagen Ende 2025 bei 2,6 Mrd. EUR, denen aber nur Assets von 2,3 Mrd. EUR gegenüberstehen. Das heißt, kurzfristig fehlen rund 300 Mio. EUR auf der Aktivseite, sofern diese Verbindlichkeiten nicht verlängert werden sollten. Doch die aktuelle Marktschwäche sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass CTS Eventim in Europa die Nummer 1 ist, wenn es um Tickets und Konzertverkäufe geht. Mit mehr als 300 Mio. vermarkteten Tickets in 2025, gehört CTS Eventim auch global zu den wichtigen Playern der Branche. Der Vertrieb läuft dabei vor allem über digitale Portale, aber auch über physische Verkaufsstellen.

CTS Eventim gehört zu 38 % dem deutschen Milliardär Klaus-Peter Schulenberg. Laut Forbes hat dieser ein Vermögen von 3,9 Mrd. EUR und nutzte den Kurseinbruch direkt für den Kauf von Aktien im Gegenwert von 10 Mio. EUR. Ein gutes Zeichen, wenn Insider diese Korrektur als Kaufchance wahrnehmen. Auch die Analysten sehen mehr Potenzial bei der Aktie. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 104 EUR. Vom aktuellen Kursniveau um die 50 EUR je Aktie wäre das ein Anstiegspotenzial von über 100 %. Das Kursziel der Deutschen Bank liegt bei 115 Euro und das von JPM bei 110 Euro, also sogar noch etwas höher.

BYD schlägt Tesla, aber Gewinneinbruch wirft Fragen auf

BYD Company (WKN: A0M4W9 | ISIN: CNE100000296 | Ticker: 002594 oder 1211) ist der größte Elektroautobauer Chinas und mittlerweile auch der größte EV-Hersteller der Welt. 2025 hat der Konzern Tesla bei den ausgelieferten Elektrofahrzeugen überholt. Mit über 900.000 Mitarbeitern und einer Marktkapitalisierung von über 120 Mrd. USD ist BYD ein ernstzunehmender chinesischer Gigant. Vergangene Woche hat der Konzern seine finalen Q4- & Jahreskennzahlen für 2025 veröffentlicht.

Was dabei sofort auffällt ist, dass zwar der Gesamtumsatz auf 116 Mrd. USD anstieg, aber der Nettogewinn um 19 % einbrach. Hauptgründe dafür waren steigende Kosten und der zunehmende Konkurrenzdruck auf dem chinesischen und internationalen Markt. Das ist das erste Mal seit 2021, dass der Nettogewinn rückläufig war und das nimmt der Markt als Alarmglocke wahr. Auch wenn der Umsatz 5 % gesteigert werden konnte, ist die Gewinnmarge geschrumpft. Der Autobereich macht rund 80 % des gesamten Konzernumsatzes aus, aber das Geschäft rund um Mobiltelefone, Batterien für mobile Geräte, Komponenten und Montage schwächelt zunehmend. Besonders herausfordernd ist der chinesische Heimatmarkt, während sich der Konzern im Ausland gut schlägt. Über eine Million Fahrzeuge wurden ins Ausland ausgeliefert und sind der wichtigste Wachstumstreiber für den Konzern geworden. Für 2026 hat das Management 1,3 Mio. verkaufte Einheiten im Ausland als Ziel ausgegeben und damit gut 300.000 Autos mehr als 2025.

Zusätzlich hat BYD im Jahr 2025 die zweite Generation seiner Blade-Batterien vorgestellt und vor kurzem auch Flash Charging präsentiert. Diese Technik soll es ermöglichen, Fahrzeuge in nur 5 Minuten von 10 % auf 70 % zu laden. Außerdem plant der Konzern, in diesem Jahr weitere 20.000 neue Ladestationen in China zu bauen. Positiv auf die Nachfrage könnte sich der Konflikt im Nahen Osten und die deutlich gestiegenen Ölpreise für das Geschäft von BYD auswirken. Möglicherweise steigen mehr Konsumenten auf Elektrofahrzeuge um und unterstützen damit den Absatz bei BYD.

Die Analysten blicken eher positiv auf die Aktie und 23 Buy-Ratings stehen 3 Hold und nur 2 Sell-Ratings gegenüber. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 125 HKD, was vom aktuellen Kursniveau von rund 105 HKD ein Anstiegspotenzial von ca. 18 % bedeutet. J.P. Morgan hat diesen Montag sein Kursziel beispielsweise bei 120 HKD belassen, aber die Empfehlung zum „Kauf“ noch einmal bestätigt.

Fazit

Pure One erweitert sein Produktportfolio im Kundeninteresse und bietet mit der Erdgastochter zusätzliches Aufwärtspotenzial. Die Abverkäufe bei CTS Eventim nutzt der Hauptaktionär zum Nachkauf von Aktien und BYD als globaler Platzhirsch bei Elektrofahrzeugen sieht weiteres Wachstumspotenzial. Besonders Pure One und BYD könnten von anhaltend hohen Erdölpreisen profitieren, denn die Wechselbereitschaft vom Verbrenner-Auto hin zu emissionsfreier Mobilität dürfte weiter zulegen.



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