16.04.2026 | 05:45
Machtspiele, Energiepolitik und Übernahmeversuch – Commerzbank, Stallion Uranium, UniCredit, TUI AG
Der Militärcoup der USA in Venezuela Anfang Januar 2026 und der nunmehr als sechs Wochen laufende Krieg gegen den Iran zielt offensichtlich auf das Abschneiden Chinas von der Ölversorgung ab, auch wenn vordergründig andere Hauptziele genannt werden. Da China ca. 40 % seiner Ölimporte durch die Straße von Hormus bezieht und allein 12 Prozentpunkte aus dem Iran stammen, ist die nun eingeführte Seeblockade der USA ein nächster Angriff auf die chinesische Energieversorgung. Ziel der USA ist es wohl, die Wirtschaftsmacht China zu schwächen, um das Machtspiel um die globale Vorherrschaft weiter offen zu halten. Doch China wird dem nicht tatenlos zuschauen und schränkt bereits den Export von verschiedenen Rohstoffen ab dem 1. Mai weiter ein. Das verteuert die Rohstoffpreise weiter und dies verstärkt die bereits laufende Teuerungswelle nochmals.
Lesezeit: ca.
5 Minuten.
Autor:
Stefan Bode
ISIN:
DE000CBK1001 , IT0005239360 , CA8529192087 , DE000TUAG505
Stallion Uranium - Energieprobleme mit Uran lösen
Das Explorationsunternehmen Stallion Uranium (WKN: A412WZ | ISIN: CA8529192087 | Ticker-Symbol: B76) hat sich auf die Entdeckung von Uranvorkommen im Athabasca-Becken von Kanada spezialisiert. Das in der kanadischen Provinz Saskatchewan befindliche Athabasca-Becken gilt als bedeutendste Uranlagerstätte der Welt. Die geologische Bodenformation ist bekannt für außerordentlich hohe Urangehalte von bis zu 20 % Anteil an Triuran-Oktoxid (U₃O₈). In diesem Becken hält das Unternehmen mehrere Projekte wie z. B. Coffer und Moonlite mit Coyote, Fishhook, Lynx sowie Stone Island mit einer Fläche von insgesamt 1.743 qkm. Das Kerngebiet oder das Flaggschiffprojekt ist dabei Coffer. Hier wurden im letzten Winterbohrprogramm knapp 2.800 m mit drei Bohrlöchern gebohrt und eine ca. 1,4 km lange Urananomaliezone entdeckt.
Sehr interessant ist, dass dieses Projektgebiet ca. 3 km von dem Shea Creek Projekt von NexGen und Orano mit 67,6 Mio. Pfund an 1,491-prozentigem U₃O₈ entfernt ist. Ebenfalls in nur 13 km Entfernung befindet sich von F3-Uranium die JR-Zone. Dort wurden 11,8 Mio. Pfund von 4,39-prozentigem U₃O₈ aufgespürt. Da sich die beiden Projektgebiete der Wettbewerber in unmittelbarer Nähe befinden, erwarten die Geologen von Stallion Uranium in der bereits entdeckten Urananomaliezone ähnliche Gehalte an U₃O₈ im Boden. Sollte sich die Vermutung nachhaltig bestätigen, dürfte das Coffer-Projekt zu einem möglichen Übernahmeziel der beiden Wettbewerber werden.
Ebenso interessant sind auch die anderen Projekte des Unternehmens und in diesem Jahr sollen weitere Bohrungen auf ihnen erfolgen. Diese Bohrungen wurden bereits beantragt und von den Behörden auch schon genehmigt. Die Bohraufträge werden dieses Mal in den priorisierten Zielgebieten des Moonlite-Projektes umgesetzt. Im Speziellen sind dort die Zonen Coyote und Lynx vorgesehen und die Bohrungen sollen bis zum dritten Quartal 2026 abgeschlossen sein.
TUI unter Druck: Zwei festgesetzte Kreuzfahrtschiffe, hohe Kosten und eine Aktie voller Unsicherheit
Die Aktie der TUI AG (WKN: TUAG50 | ISIN: DE000TUAG505 | Ticker: TUI1) ist seit Jahresanfang mit ca. 20 % im Minus, vor allem wegen des Krieges im Nahen Osten. Der Iran-Krieg hat dem Reisekonzern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Besonders kostenintensiv für das Unternehmen aus Hannover ist die Sperrung der Straße von Hormus, denn dadurch stecken 2 von 7 großen Kreuzfahrtschiffen der Marke „Mein Schiff“ im Persischen Golf fest. Da sich der Krieg bereits seit 6 Wochen hinzieht, verursacht dies für das Unternehmen laufende Kosten ohne Einnahmen, um die beiden Schiffe Tag für Tag zu unterhalten. Bereits angenommene Reservierungen müssen storniert werden und führen zu zusätzlichem Kapitalabfluss.
Wann die Schiffe aus der Meerenge von Hormus gelotst werden können, ist derzeit ungewiss und damit fehlen die Buchungen aus der Frühlings- und Sommersaison in Deutschland für 2 von 7 Schiffen. Sollte die Durchfahrt jedoch im Zuge der Waffenstillstandsverhandlungen zwischen den USA und dem Iran gelingen, dürfte sich auch die angeschlagene Situation der Aktie wieder leicht entspannen. Entspannen tut sich derweil bereits die Lage beim Ölpreis, wenngleich der Waffenstillstand eher temporärer Natur sein könnte. Da aber der TUI-Konzern stark abhängig von den Energiekosten ist, hellt sich zumindest hier die angespannte Situation etwas auf. Ob das schon reicht, die Aktie wieder zu beflügeln?
UniCredit gegen Commerzbank: Der Übernahmeversuch
Seit gut eineinhalb Jahren ist die UniCredit Bank (WKN: A2DJV6: | ISIN: IT0005239360 | Ticker-Symbol: CRIN) aus Italien daran interessiert, die Commerzbank (WKN: CBK100 | ISIN: DE000CBK1001 | Ticker: CBK) zu übernehmen. Bisher hat dieser Plan aber noch nicht funktioniert. Mittlerweile hält die UniCredit knapp 30 % an der Frankfurter Bank und hat zuletzt ein freiwilliges Übernahmeangebot vorgelegt. Das Angebot wurde aber absichtlich niedrig gehalten, um zum einen das Interesse zu bekunden, aber andererseits auch keinen zu hohen Kaufpreis zahlen zu müssen. Die Italiener wollen zudem nicht die ganze Bank übernehmen, sondern lieber nach und nach ihren Aktienanteil ausbauen.
Am Karfreitag hat die UniCredit zudem einen umfangreichen Prüfbericht vorgelegt und dort wurde einiges mit Unmut dargestellt. Die Italiener behaupten, dass die Commerzbank nicht offen für einen konstruktiven Dialog sei. Dem widersprach die Commerzbank und betonte am Dienstag, den 7. April 2026, dass sie sehr wohl offen für einen konstruktiven Dialog seien. Allerdings sagten sie, dass die bisherigen Schritte und Veröffentlichungen der Italiener ohne vorherige Abstimmungen passiert sind, was eher kontraproduktiv sei, um Vertrauen aufzubauen. Daher werfen sich die Frankfurter und die Mailänder jeweils das Gleiche vor. Ein konstruktiver Dialog sieht anders aus.
Es bleibt also weiter offen, wie es weitergeht. Auf jeden Fall sitzt UniCredit von ihrer Größe her am längeren Hebel und scheint auch Geduld zu haben. Interessant ist auch, dass UniCredit selbst über Ostern hinweg nicht locker ließ. Wie erwartet wurde inzwischen ein Termin für eine außerordentliche Hauptversammlung festgelegt. Diese außerordentliche Hauptversammlung ist für das geplante Vorgehen der Mailänder bei der Commerzbank ein zentraler Schritt. Am 4. Mai 2026 will UniCredit-CEO Andrea Orcel bei den eigenen Aktionären um Vertrauen werben. Denn um die Beteiligung an der Commerzbank über die Schwelle von 30 % im Rahmen eines freiwilligen Pflichtangebots zu erhöhen, braucht UniCredit neue eigene Aktien. Genau dafür soll die außerordentliche Hauptversammlung grünes Licht geben. Geplant ist eine Kapitalerhöhung, so dass bis 2027 das Kapital um bis zu 470 Millionen Stammaktien erhöht werden könnte und zwar ohne Bezugsrecht, sofern die Hauptversammlung den Vorschlägen des Managements zustimmt. Diese Kapitalerhöhung soll gegen Sacheinlage erfolgen und ausschließlich für das Übernahmeangebot der Commerzbank verwendet werden.
Fazit
Die Übernahmeschlacht von UniCredit und Commerzbank wird voraussichtlich noch mehrere Monate weiterlaufen, was grundsätzlich für anhaltende Nachfrage nach Aktien der Commerzbank spricht. Angeschlagen sieht dagegen die Aktie der TUI AG aus, welche durch den Krieg im Iran auf 2 ihrer 7 „Mein Schiff“-Kreuzfahrtschiffe verzichten muss und damit höhere Kosten und gleichzeitig geringere Umsätze erwirtschaftet. Durch die massive Abhängigkeit vieler Staaten von Erdöl und Erdgas dürfte die Kriegseskalation im Nahen Osten bei vielen Staatslenkern zum Umdenken bei der eigenen Energieversorgung des jeweiligen Landes führen. Hier dürften unabhängige Energiequellen wie Kernenergie immer stärker in den Fokus geraten und so auch die Nachfrage nach Uran und Uranaktien steigen. Das dürfte sich mittelfristig positiv auf Aktien wie Stallion Uranium auswirken.