19.01.2026 | 05:45
Mit Grönland noch mehr Rohstofffokus – AJN Resources, Glencore, Rio Tinto
Der US-Präsident Donald Trump ist für seine unkonventionellen und übertriebenen Forderungen bekannt und setzt damit als Verhandlungspartner einen hohen Ankerpunkt in den Verhandlungen. Nun will die US-Administration die Rohstoffunabhängigkeit für die USA wiederherstellen und hat sich hierfür die rohstoffhaltige Insel Grönland ausgesucht, die aber von Dänemark verwaltet wird. Um den Zugriff auf die Insel zu bekommen, will der US-Präsident alle Staaten, die sich gegen die Übernahme der Insel durch die USA stellen, mit neuen Zöllen belegen, darunter auch die Bundesrepublik mit nochmals 10 % Sonderzoll ab 1. Februar 2026. Damit eskaliert die Lage zwischen den NATO-Bündnisstaaten und es zeigt gleichzeitig auf, welche Priorität die Rohstoffversorgung der US-Wirtschaft mittlerweile einnimmt. Daher sollten Investoren auf Rohstoffunternehmen wie diese schauen.
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3 Minuten.
Autor:
Stefan Bode
ISIN:
CA00149L1058 , JE00B4T3BW64 , GB0007188757
AJN Resources: Im Einkauf liegt der Gewinn
Im Einkauf liegt der Gewinn und während sich mit dem aufkommenden Grönlandkonflikt zwischen den NATO-Staaten der Fokus der Investoren auf Rohstoffvorkommen in Europa und Amerika richtet, verlieren die westlichen Anlagegesellschaften den „vergessenen“ Kontinent Afrika aus dem Auge. Nicht aber Unternehmer wie Klaus Eckhof, die seit Jahrzehnten auf dem Kontinent aktiv sind und über ein gutes Netzwerk an offiziellen und nichtoffiziellen Kontakten in verschiedenen Ländern Afrikas verfügen.
Diese Kontakte nutzte der aktuelle CEO des kanadischen Goldexplorationsunternehmens AJN Resources (WKN: A2JN3M | ISIN: CA00149L1058 | Ticker-Symbol: 5AT) schon öfter und so baute er bereits mehrfach Explorationsunternehmen auf und konnte sie dann gewinnbringend an größere Rohstoffgesellschaften weiter verkaufen. Selbiges Vorgehen hat er nun bei AJN Resources vor, dessen Aktienkurs Anfang 2025 noch bei 0,06 CAD im Tief notierte und nun bereits mit 0,21 CAD gehandelt wird.
Dem Unternehmen gehören anteilig zwei Goldprojekte in Äthiopien. Zum einen das Dabel-Goldprojekt mit einer Landfläche von 672 km² im Adola-Gold-Gürtel, an dem AJN Resources mit 70 % die Mehrheit der Anteile hält. Zum anderen gehören ebenfalls 70 % des Okote-Projekt dem Unternehmen, bei welchem bereits über 14.000 m gebohrt worden sind und dabei Goldgehalte von 1,65 g/t bis zu hohen 8,71 g/t aufgespürt werden konnten. Im rohstoffreichen Kongo ist das Unternehmen ebenfalls aktiv. Hier nutzt CEO Klaus Eckhof seine gute Vernetzung in der Politik und im Rohstoffsektor ebenfalls und will 55 % des sogenannten Giro-Goldprojektes übernehmen.
Das 497 km² umfassende Projektgebiet liegt im Kilo Moto Grünstein Gürtel und ist nur ca. 35 km entfernt von der Kibali Mine. Die Kibali Mine ist ein Joint Venture von jeweils 45 % Barrick Mining und AngloGold Ashanti und zu 10 % des kongolesischen Staatsunternehmens Société Miniére de Kilo-Moto. Mit ca. 600.000 Goldunzen Produktion im Jahr gehört sie zu den ergiebigsten Goldminen von Afrika. CEO Klaus Eckhof und seine Geologen gehen davon aus, dass sich die Goldadern des Kilo Moto Grünstein Gürtels auch durch das Giro Goldprojekt ziehen, denn die beiden Lagerstätten auf dem Projektgebiet „Kebigada“ und „Douze Match“ deuten darauf hin. Zukünftige Bohrprogramme sollen dies bestätigen und die vermuteten erheblichen Ressourcen nachweisen.
Rio Tinto und Glencore Deal
Mit der Wiederbelebung der Fusionsgespräche zwischen Glencore (WKN: A1JAGV | ISIN: JE00B4T3BW64 | Ticker-Symbol: 8GC) und Rio Tinto (WKN: 852147 | ISIN: GB0007188757 | Ticker-Symbol: RIO1) hat der gesamte Rohstoffsektor weiter Fahrt aufgenommen. Auch die Forderung der USA, die rohstoffreiche Insel Grönland von Dänemark zu übernehmen, bringt noch mehr Fokus in die Welt der Rohstoffproduzenten.
Bei den bisherigen Sondierungsgesprächen zwischen Glencore und Rio Tinto scheint die Kohlesparte von Glencore einen zentralen Punkt einzunehmen. Besonders für institutionelle und ESG-beachtende Investoren könnte das Kohle-Segment ein Dorn im Auge sein. Daher wird derzeit darüber spekuliert, ob die Kohlesparte noch vor der Fusion als Spin-out durch Glencore an die Börse gebracht wird oder erst nach der Fusion ein separater Börsengang dieses Unternehmensteils vollzogen wird.
Unabhängig wie nun mit dem Kohlebereich verfahren wird, würden durch den Zusammenschluss ca. sieben Prozent der globalen Kupferproduktion unter einem Dach vereinigt werden. Für die kanadische Bank RBC sind die Entwicklungen im Sektor und die Fusionsgespräche jedenfalls positiv. Sie erhöhte am Freitag das Kursziel von 4,80 GBP auf 5,30 GBP (6,11 EUR) und belässt die Aktie auf „Outperform“. Ihr Analyst Ben Davis rechnet mit einem Kaufpreisaufschlag auf den damaligen Kurs vor den Fusionsgesprächen von 27 %.
Fazit
Während produzierende Rohstoffkonzerne wie Glencore und Rio Tinto durch den möglichen Zusammenschluss derzeit im Fokus der Investoren stehen und bereits entsprechend stark angestiegen sind, werden die Explorationsunternehmen wie AJN Resources derzeit noch wenig beachtet. Das bietet für mittelfristig orientierte Anleger die Chance, sich mit ersten
Aktienkäufen an dem Unternehmen zu beteiligen, denn wenn sich der Fokus der Investoren von den großen Unternehmen auf die kleineren Unternehmen ändert, stehen hier meist extreme Kursausschläge an, wie dies bei AJN Resources auch in 2019 bis 1,34 CAD in der Spitze bereits der Fall war.