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26.01.2026 | 05:45

Vom Energiehunger der Welt profitieren! Char Technologies, Glencore, E.ON

  • Char Technologies
  • Glencore
  • Eon
Bildquelle: pixabay.com

Der weltweite Energie-Hunger nimmt stetig und beständig zu. Angetrieben vom globalen Bevölkerungswachstum und dem zunehmenden Wohlstand in den aufstrebenden Wirtschaftsnationen, steigt der Energiebedarf von Jahr zu Jahr. Allein die zunehmende Elektrifizierung, die Verbreitung von Klimaanlagen und Kühlschränken, aber auch die Vernetzung von Maschinen und der Aufbau von KI-Rechenzentren wird die Energienachfrage in den nächsten Jahren in einer Exponentialfunktion ansteigen lassen. Welche Unternehmen davon profitieren?

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Alfred Laugeberger
ISIN: CA15957L1040 , JE00B4T3BW64 , DE000ENAG999


 

Glencore - Kohlesparte vor IPO?

Rio Tinto (WKN: 852147 | ISIN: GB0007188757 | Ticker-Symbol: RIO1) nähert sich der Abgabefrist für ein verbindliches Übernahmeangebot an Glencore (WKN: A1JAGV | ISIN: JE00B4T3BW64 | Ticker-Symbol: 8GC). Die Frist läuft am 05. Feb. 2026 ab und bis dahin entscheidet sich, ob durch die Übernahme der größte Bergbaukonzern der Welt entsteht oder ob sich Rio Tinto von der möglichen Übernahme per offizieller Erklärung zurückzieht. Sollte die Übernahme stattfinden, würde der mit Abstand größte Bergbaukonzern mit einer Marktkapitalisierung jenseits der 200 Mrd. USD Bewertung entstehen.

Treiber der möglichen Übernahme dürfte die hohe Nachfrage der Welt nach Kupfer sein. Da Glencore einer der großen Kupferproduzenten ist, würde Rio Tinto (derzeit Platz 7) über den Kauf von Glencore (derzeit Platz 5) sofort zur Spitze der Kupferproduzenten aufrücken. Wahrscheinlich würde der neue Konzern nach BHP auf Platz 2 der Kupferproduzenten landen und sogar an der derzeitigen Nummer 2, Freeport McMoRan, vorbeiziehen können. Doch noch ist nicht sicher, wie die Übernahme gestaltet werden würde. Was jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit nach einer Übernahme erfolgen wird, ist die Ausgliederung der Kohlesparte von Glencore, um die ESG-Richtlinien zu erfüllen. Ob die Sparte als Spin-out durch Glencore noch vor der Übernahme an die Börse gebracht wird oder erst im Anschluss, hängt von dem bis 05. Feb. 2026 erwarteten Übernahmeangebot durch Rio Tinto ab.

CHAR Technologies liefert alternative Energiequellen

Viele institutionelle Investoren beachten bei ihren Anlageentscheidungen die ESG-Richtlinien, weshalb sie - wegen der Kohlesparte von Glencore - in die Aktie des Unternehmens nicht investieren dürfen. Anders würde es bei dem Technologieunternehmen CHAR Technologies (WKN: A2QRHW | ISIN: CA15957L1040 | Ticker-Symbol: 68K) aussehen. Das Unternehmen hat eine Hochtemperatur-Pyrolyseanlage entwickelt und patentiert, mit der z. B. forstwirtschaftliche oder auch landwirtschaftliche Reststoffe und Abfälle in Bio-Gas und Bio-Kohle umgewandelt werden können. Die Technologie ist bereits im Einsatz, u. a. im kanadischen Thorold in der Provinz Ontario. Die erste volle Jahresproduktion soll in 2026 in der ersten Ausbaustufe mit 5.000 t Bio-Kohle erfolgen. Im Anschluss dürfte das einsetzende Unternehmen Thorold Renewable Energy Facility eine Erweiterung der Anlage planen, für die CHAR Technologies bereits eine sechsmonatige Testphase mit Klärschlamm durchgeführt hat. Die Demonstration mit der Umwandlung von Klärschlamm in Energie wurde in Baltimore umgesetzt und befindet sich derzeit in der Auswertungsphase.

Am 14. Jan. 2026 veröffentlichte CHAR Technologies die Kooperation mit der BMI Group. Das Projekt Espanola soll in Bioveld North umgesetzt werden, wo sich eine ehemalige Zellstoff- und Papierfabrik befindet, welche die BMI Group kürzlich gekauft hat. Das Projekt ist darauf ausgelegt, bis zu 50.000 Tonnen Bio-Kohle im Jahr zu produzieren, was mehr als das Fünffache der Produktionskapazität von Thorold Renewable Energy Facility entsprechen würde. Der genaue Umfang des Espanola Projektes wird derzeit in der Ingenieur- und Konstruktionsstudie ermittelt und festgelegt. Hauptziel ist es, die anfallenden Holzabfälle und forstwirtschaftlichen Reststoffe der Region in Bio-Kohle und synthetisches Bio-Gas umzuwandeln und so die Abhängigkeit von extern eingekauftem Erdgas zu verringern. Mit der Fertigstellung der Ingenieur- und Konstruktionsstudie rechnet CHAR Technologies bis zum Ende des laufenden ersten Quartals, so dass im Anschluss mit dem Aufbau der Hochtemperaturpyrolyseanlage begonnen werden kann.

Der CEO der BMI Group, Herr Paul Veldman, sagte zu diesem Projekt: „BMI hat den Standort Espanola erworben, um ihn wieder zum Leben zu erwecken und ihn in den produktiven industriellen Gebrauch zurückzuführen. Die Partnerschaft mit CHAR Tech ermöglicht es uns, schnell in die detaillierte Planung und Konstruktion überzugehen. Dieses Projekt ist ein Eckpfeiler unserer Vision, Holz durch Innovation, Vollfasernutzung und saubere Energieproduktion wieder in die Arbeit zu bringen. Espanola ist ein langfristiges Gut mit dem Potenzial, dauerhafte Arbeitsplätze zu schaffen, die Lieferketten der Forstwirtschaft zu stärken und eine neue Generation von kohlenstoffarmer Industrie im Norden zu verankern.“

E.ON mit höherem Kursziel

Die Aktie des Energieversorgers und Europas größten Netzbetreibers E.ON (WKN: ENAG99 | ISIN: DE000ENAG999 | Ticker-Symbol: EOAN) war in den letzten 14 Jahren in einer ausgedehnten Bodenbildungsphase zwischen 6,00 EUR und 16,50 EUR gefangen. Erstmals in der letzten Woche schaffte es die Aktie mit dem Erreichen der 17,58 EUR ein neues 14 Jahreshoch umzusetzen. Die bereits Anfang 2025 bei 11,25 EUR gestartete Aufwärtsbewegung setzt sich damit unvermindert fort und die Aktie konnte sich seitdem bis zum Wochenausklang bei 16,95 EUR um über 62 % ansteigen.

Befeuert wird der Trendwechsel auch durch die immer positiver werdenden Analysteneinschätzungen, die in den letzten Monaten ihre Kursziele weiter erhöhten. Zuletzt passte die Deutsche Bank Research das Kursziel für E.ON an und erhöhte dieses von 17,00 EUR auf 18,00 EUR. Die Einstufung bleibt weiterhin auf „Buy“. Das Potenzial ist nach dem Analysten James Brand zwar beschränkt, aber die Ergebnisstärke (EBS) nimmt weiterhin zu, so dass mit der Anhebung des Kurszieles noch etwas Luft nach oben besteht.

Fazit

Während die Aktie von Glencore durch die mögliche Übernahme durch Rio Tinto im Fokus der Rohstoffinvestoren steht, findet auch das Technologieunternehmen CHAR Technologies aufgrund seiner Hochtemperatur-Pyrolyseanlagen und der Skalierbarkeit des Geschäftsmodells nach und nach bei immer mehr Investoren Anklang. Auch der Energieversorger E.ON beschreitet mit dem neuen 14 Jahreshoch einen neuen Aufwärtstrend, der sich durchaus über die nächsten Jahre fortsetzen kann.



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