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28.06.2022 | 05:45

Nervenflattern an der Börse – BioNTech, Evotec, NervGen Pharma Aktie

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Bildquelle: pixabay.com

Nach drei Wochen Kursverlust sollten die verbliebenen Bullen an den Aktienmärkten wieder langsam die Führungsrollen übernehmen, zumindest wenn der Monats- und Quartalsabschluss zu Ende Juni noch etwas aufgehübscht werden soll. Dies wäre vor allem für längerfristig orientierte Investoren wichtig, denn der Quartalsschluss wird hier gerne als Signalgeber verwendet. Sollte nun aber keine Gegenwehr im Laufe der Woche kommen, so erhöht sich das Anlaufen neuer Jahrestiefs signifikant.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , EVOTEC SE INH O.N. | DE0005664809 , NERVGEN PHARMA CORP | CA64082X2032


 

Innovative Pipeline bei NervGen

Für die Behandlung von Nervenschäden hat das in Vancouver niedergelassene Unternehen NervGen in den letzten Jahren ein Präparat entwickelt. Dieses wird bisher noch unter der Bezeichnung NVG-291 geführt und zeigt gute Ergebnisse bei den Krankheitsbildern wie Multiples Sklerose, Rückenmarksverletzungen oder auch Alzheimer. Meistens sind die Beschädigungen von Nerven verantwortlich für das Auslösen der vorgenannten Krankheiten und genau da setzt das Präparat von NervGen an. Die Verletzung der Nerven führt zu Vernarbungen an diesen Nerven. Diese Schutzmaßnahme des Körpers zum Reparieren der Schädigung führt aber infolgedessen zu einer verminderten Kommunikation der betroffenen Nervenbahnen mit dem zentralen Nervensystem.

Das bereits in Tierversuchen eingesetzte NVG-291 konnte in der präklinischen Phase die Kommunikation der Nerven wieder deutlich erhöhen. Am Rückmark schwerverletzte Tieren mit keinerlei Bewegungsfähigkeit der Hinterbeine, konnten nach Anwendung des Präparates innerhalb kürzester Zeit die Hinterbeine teilweise wieder bewegen. Das macht NVG-291 so interessant für die eingangs bezeichneten Krankheitsbilder. Noch im Laufe dieses Jahres soll daher eine Wirksamkeitsstudie der Phase 1b/2a bei Patienten mit der Alzheimer-Krankheit und Rückenmarksverletzungen durchgeführt werden. Für das zweite Quartal 2022 soll dann auch die Phase 2 an Multiple Sklerose Patienten gestartet werden. Sollte das Unternehmen zudem noch im Laufe diesen Jahres an die NASDAQ gehen, dürfte die Nachfrage nach NervGen Aktien signifikant ansteigen.

BioNTech - neue Studiendaten

Der Highflyer der ersten acht Monate des Börsenjahres 2021 war die Aktie von BioNTech (WKN: A2PSR2 ISIN: US09075V1026 Ticker: 22UA). Doch vom Allzeit-Hoch bei 395 EUR je Anteilsschein ging es innerhalb der letzten zehn Monate um gut 71% abwärts. Doch nun könnte sich charttechnisch ein doppelter Boden ausgebildet haben. Zum zweiten Mal hielt die Unterstützungszone oberhalb der 111 EUR Marke. Fundamentale Unterstützung kommt zudem aus der Testphase zu dem angepassten Gentherapeutika-Kandidaten zur Omikron-Variante BA.1. Das Mittel in einer Dosis von 30 Mikrogramm den Patienten gespritzt, konnte die Anzahl der Antikörper anfänglich um das 13,5-fache steigern.

BioNTech-CEO Ugur Sahin: „Omikron verfügt über sich kontinuierlich weiterentwickelnde Subvarianten, die BA.1 verdrängt und tendenziell ein erhöhtes Potenzial haben, das Immunsystem zu umgehen.“
Pfizer-Chef Albert Bourla dazu: „Basierend auf diesen Ergebnissen glauben wir, dass wir zwei sehr gute an Omikron angepasste Impfstoffkandidaten entwickelt haben, die eine deutlich höhere Immunantwort gegen Omikron hervorrufen, als das was wir bisher gesehen haben." Am heutigen Dienstag beraten bereits die FDA Experten in den USA zur Zusammensetzung eines optimierten Impfstoffes für den Herbst. Eine Zulassung der Neuentwicklung von BioNTech steht aber noch nicht an.

Trendwende bei Evotec?

Der Abverkauf von September 2021 bis Mai 2022 führte bei der Aktie von Evotec (WKN: 566480 ISIN: DE0005664809 Ticker: EVT) zu einem Kursrückgang von über 56%. Doch seit Mai hellen sich die Anzeichen einer Trendwende wieder deutlich auf. Vom Tief bei 20,16 EUR je Anteilsschein konnte sich die Aktie auf wieder 24,67 EUR erholen und damit wieder ein Kursplus von 20% in den letzten sechs Wochen verbuchen. Dass die Aktien unterbewertet zu sein scheinen, sah auch Evotec-Vorstandschef Dr. Werner Lanthaler so. Dieser kaufte ca. 10.000 Aktien der Firma für durchschnittlich 22,86 EUR in sein Depot.

Fundamental unterstützend dürften auch die auf der Hauptversammlung letzte Woche vorgestellten Verbesserungen bei der Forschung und Entwicklung sein. Hier soll vermehrt auf computergestützte Analysen bei der Auswahl von Patienten, Krankheiten und den nötigen Biomarkern gesetzt werden. Damit soll die Effizienz in der Vorauswahl für die klinischen Studien erhöht werden. Auch im Aufsichtsrat gab es einen Wechsel. "Ich möchte mich, auch im Namen meiner Vorstandskollegen von Evotec, sehr herzlich bei unserem Aufsichtsratsmitglied Kasim Kutay für die sehr gute und konstruktive Zusammenarbeit in den letzten zwei Jahren bedanken. Wir wussten seine sehr qualifizierte Beratung und Feedback immer sehr zu schätzen. Zugleich begrüße ich ganz herzlich Frau Macapili Languille im Aufsichtsrat der Evotec SE. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit", sagte Dr. Werner Lanthaler, Chief Executive Officer von Evotec.


Mit den anstehenden Sommerferien lassen viele Deutsche die anstrengenden Winter- und Frühjahrsmonate mit Maskenplicht und Einführung der partiellen Impfpflicht hinter sich. Doch der nächste Winter steht mit den wieder abnehmenden Sonnenhöchstständen wieder in wenigen Monaten vor der Tür und damit das nächste Schreckgespenst von Corona. Das dürfte die Nachfrage nach Pharmaproduktherstellern und -entwicklern wieder steigern, so dass eine rechtzeitige Positionierung bedacht werden sollte.


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