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07.05.2026 | 05:45

Neue Märkte, erfolgreiche Restrukturierung und Abverkauf - dynaCERT Inc., Fresenius Medical Care, SMA Solar

  • dynaCERT
  • Fresenius Medical Care
  • SMA Solar
Bildquelle: Pixabay

Die globalen Märkte reagierten gestern sehr dynamisch auf Trumps Pause vom „Project Freedom“. Der US-Präsident beendet vorläufig die US-Militärmission zur Begleitung von Handelsschiffen durch die Straße von Hormus. Nach anfänglicher Marktanspannung infolge erneuter Angriffe auf Frachtschiffe stabilisierten sich die Ölpreise leicht, als Trump die Aussetzung der Mission mit laufenden Iran-Verhandlungen begründete. Anleger bleiben skeptisch: Geopolitische Unsicherheiten im Persischen Golf belasten Energieaktien, während defensive Sektoren zulegen. Der Ausgang der Nukleargespräche mit Iran gilt als entscheidend für die weitere Marktrichtung.

Lesezeit: ca. 5 Minuten. Autor: Alfred Laugeberger
ISIN: CA26780A1084 , DE0005785802 , DE000A0DJ6J9


 

dynaCERT Inc. Vietnamgeschäft als Lackmustest

In einem globalen Marktumfeld, in dem Logistikunternehmen unter massiv gestiegenen Dieselpreisen ächzen und gleichzeitig der regulatorische Druck zur Emissionsreduzierung zunimmt, rückt der kanadische Cleantech-Spezialist dynaCERT Inc. (WKN: A1KBAV | ISIN: CA26780A1084 | Ticker: DMJ) wieder in den Fokus der Anleger. Dieser hat erst Ende März 2026 einen Führungswechsel vollzogen und sendete damit ein klares strategisches Signal. Nach knapp 14 Jahren an der Unternehmensspitze trat Gründer und CEO James Murray Payne mit 70 Jahren geordnet ab und übergibt das operative Ruder an den 39-jährigen Kevin Unrath. Dies war bislang als Chief Operating Officer (COO) bei dynaCERT tätig und kennt das Unternehmen wie seine Westentasche. Herr Payne bleibt dem Unternehmen als Aufsichtsratsvorsitzender erhalten, um den Übergang durch Kontinuität gepaart mit dem frischen Antrieb des neuen CEOs gleichermaßen zu gewährleisten.

Was der neue CEO Unrath geerbt hat, ist technologisch überzeugend und patentiert. Die HydraGEN-Technologie verbessert die Dieselverbrennung durch Wasserstoffzusatz, senkt den Kraftstoffverbrauch nachweislich und reduziert gleichzeitig CO2- sowie Stickoxidemissionen in messbarer und rentabler Größenordnung. Dieser Prozess generiert seit letztem Jahr zudem einen zusätzlichen wirtschaftlichen Hebel, denn diese Technologie emittiert durch die CO2-Reduktion auch CO2-Zertifikate. Dieses noch junge Geschäftsmodell des Unternehmens wird gerade in Zeiten strenger werdender Klimaregulierung immer interessanter.

Erste Erfolge liefert Unrath bereits ab und kann mit Blick nach Vietnam gezeigt werden. Im südostasiatischen Land sind über 3,5 Millionen Diesel-Schwerlastfahrzeuge, Busse und Baumaschinen zugelassen. Nach den politischen Vorgaben will das Land bis 2050 die Klimaneutralität erreichen. Gleichzeitig ist das Land im Zuge des Iran-Krieges extrem unter Druck geraten, weil es stark abhängig von Öl- und Dieselimporten aus dem Nahen Osten ist. Ca. 60 % der Rohölimporte stammen aus dem Nahen Osten und der Dieselpreis ist um über 40 % angestiegen.

Daher ist es nur logisch, dass die vietnamesischen Unternehmen rein aus betriebswirtschaftlichen Gründen versuchen, den Dieselverbrauch zu senken. dynaCERT liefert diese Ersparnis um mehr als 5 % für Dieselmotoren und die ersten Pilotanlagen laufen bereits erfolgreich in Logistikzentren in Ho-Chi-Minh-Stadt, Hanoi und Hải Phòng. Unterstützt wird der dortige Markteintritt durch strategische Kooperationen u. a. mit der renommierten Technischen Universität HCMUT sowie einem führenden vietnamesischen Öl- und Gasunternehmen. Vietnam ist damit für dynaCERT ein Brückenkopf für den gesamten südostasiatischen Raum.

SMA Solar: Aktie läuft – aber die Bilanz …

Die Aktie von SMA Solar Technology AG (WKN: A0DJ6J | ISIN: DE000A0DJ6J9 | Ticker: S92) ist am Dienstag, den 5. Mai 2026. Die Aktie ist in der Spitze um knapp 14 % zum Vortag nach oben gesprungen und hat ein neues 2-Jahres-Hoch markiert. Seit Jahresanfang liegt die Aktie mit über 69 % Kursanstieg deutlich im Plus. Für ein Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von etwa 1,9 Mrd. Euro eine starke Bewegung. Das Unternehmen aus Niestetal bei Kassel ist weltweit im Bereich Solartechnik aktiv. SMA baut die ganze Technik, die notwendig ist, damit Solarstrom erzeugt, gespeichert, gesteuert und ins Netz eingespeist werden kann. Damit liegt der Unternehmensfokus grundsätzlich in einem Zukunftsmarkt.

Dennoch passt der starke Anstieg der Aktie derzeit nicht zu der Gewinnentwicklung, denn fundamental war das Jahr 2025 für SMA Solar erneut schwierig. Der Umsatz ging leicht auf rund 1,51 Mrd. EUR zurück, nachdem 1,53 Mrd. EUR im Jahr 2024 erreicht werden konnten. Wird das Jahr 2023 herangezogen, wird der Umsatzrückgang deutlicher, denn damals konnten noch rund 1,90 Mrd. EUR umgesetzt werden. Kritischer ist aber das erzielte Ergebnis unter dem Strich. Hier schrieb SMA Solar 2025 erneut rote Zahlen und das Nettoergebnis lag bei minus 181 Mio. EUR, nach minus 118 Mio. EUR im Jahr 2024. Entsprechend sank auch das Eigenkapital von rund 553 Mio. EUR auf 366 Mio. EUR.

Beim Cashflow sieht das Bild besser aus als beim Gewinn. Der operative Cashflow drehte 2025 wieder deutlich ins Positive und lag bei 143 Mio. EUR, nachdem er 2024 noch bei minus 125 Mio. EUR gelegen hatte. Das zeigt, dass trotz Verlusten Geld im operativen Geschäft verdient werden kann, und das befeuerte auch die Aktie zuletzt. Mit einer Cash-Position Ende 2025 mit 191 Mio. EUR ist auch die Liquiditätslage noch entsprechend zufriedenstellend. Auch die Restrukturierung geht voran und die Mitarbeiteranzahl wurde um ca. 600 auf 3.674 Mitarbeiter bis Ende 2025 reduziert, um profitabler zu werden. Entscheidend für die Fortsetzung der Rally dürften die Q.1-Zahlen werden, die am 13. Mai veröffentlicht werden sollen.

Fresenius Medical Care: Enttäuschende Q.1-Daten – Aktie fällt um mehr als 10 %

Die Aktie von Fresenius Medical Care (WKN: 578580 | ISIN: DE0005785802 | Ticker: FME) ist am Dienstag, den 5. Mai 2026 stark unter Druck geraten. Im Handel fiel die Aktie um mehr als 10 % und erreichte damit ein neues 52-Wochentief. Technisch sieht das Chartbild klar angeschlagen aus. Die Aktie notiert unter wichtigen gleitenden Durchschnitten wie der 20-, 50-, 100- und 200-Tage-Linie. Das zeigt deutlich, dass der Abwärtstrend nicht erst mit den veröffentlichten Quartalskennzahlen begonnen hat. Bereits seit Sommer 2025 fehlt der Aktie echte Stärke und der Kursrutsch hat dieses negative Bild nochmals verschärft.

Dabei sieht Fresenius Medical Care fundamental betrachtet deutlich besser aus, als der Chart suggeriert. Das Unternehmen ist einer der weltweit führenden Anbieter von Dialyseprodukten und Dialysedienstleistungen für Menschen mit chronischem und akutem Nierenversagen. Die Geschäftszahlen für 2025 wirken solide, denn der Umsatz konnte auf 19,6 Mrd. EUR gesteigert werden, nach 19,3 Mrd. EUR im Jahr 2024 und 19,4 Mrd. EUR im Jahr 2023. Das operative Ergebnis verbesserte sich auf ca. 1,8 Mrd. EUR, nach rund 1,3 Mrd. EUR im Vorjahr. Auch der Nettogewinn lag mit 1,1 Mrd. EUR deutlich über den 750 Mio. EUR aus 2024. Daraus ergibt sich eine Nettomarge von ungefähr 6 %, was für ein großes Gesundheitsunternehmen grundsätzlich positiv ist.

Das Problem liegt aber nicht in der Vergangenheit, sondern in der Zukunft. Wie das erste Quartal 2026 zeigte, sank der Umsatz auf 4,6 Mrd. EUR, nach 4,8 Mrd. EUR im Vorjahresquartal. Das entspricht einem Rückgang von etwas mehr als 5 %. Auch das operative Ergebnis ging zurück und fiel um mehr als 13 % und genau das ist wahrscheinlich der Grund, warum die Investoren die Aktie abstraften. Hinzu kommt, dass die Aktie seit 12 Monaten abverkauft wird und der 200er-Wochen-Durchschnitt seit nunmehr acht Jahren fallend ist. Das spricht nicht für eine starke Aktie, sondern für einen anhaltenden Investorenstreik, der mit den enttäuschenden Q.1-Zahlen noch einmal verlängert worden sein dürfte.

Fazit

Das Unternehmen dynaCERT Inc. hat sich mit dem neuen CEO Kevin Unrath deutlich verjüngt und greift mit Vietnam einen vielversprechenden Wachstumsmarkt an. Abgestraft wird weiterhin die Aktie von Fresenius Medical Care, während die Aktionäre bei SMA Solar wieder mehr Vertrauen in das Wertpapier nach der erfolgten Restrukturierung setzen.



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