Menü

28.08.2020 | 05:45

Ölsektor vor dem TurnAround? – Royal Dutch, Saturn Oil & Gas, Exxon Mobil

  • Erdöl
  • Erdgas
Bildquelle: pixabay.com

Der arg gebeutelte Ölsektor kommt einfach nicht zur Ruhe. Es müssen/sollen ESG-Richtlinien (Environmental and Social Governance) umgesetzt und eingehalten werden und die Konzerne sollen noch schneller „grüner“ und Klimafreundlicher werden. Gleichzeitig sollen aber auch die Dividenden nicht gekürzt werden und hoch bleiben. Egal wie es die Vorstände angehen, es führt zumindest kurzfristig zu Interessenkonflikten und es müssen Prioritäten gesetzt werden, damit die Konzerne zukunftsfähiger werden, denn solche Schwergewichte wie Royal Dutch und Exxon werden nicht von heute auf morgen umstrukturiert.
Anders sieht es dagegen beim kostengünstigsten Ölproduzenten Kanadas Saturn Oil & Gas aus.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Dr. Tim Faustmann
ISIN: GB00B03MLX29


 

Royal Dutch – Keine Entwarnung + Abstufung + 8,84% Dividende

Ein niedriger Ölpreis und trübe Konjunkturaussichten haben den Aktionären von Royal Dutch (ISIN: GB00B03MLX29 WKN: A0D94M Ticker: R6C) seit Mai 2018 über 62 % Kursverluste beschert. Die ausgeschütteten Dividenden waren zwar schön, aber nur ein Wermutstropfen auf den tiefroten Aktienkurs. Auch die Investmentbank Barcleys sieht im Moment keine Besserung und stuft die Aktie auf „Untergewichten“ ab, belässt das Kursziel aber bei 1.500 Pence.
Das wäre vom aktuellen Kursstand immerhin ein Anstieg von 40%, sofern das Kursziel erreicht werden sollte. Doch bevor es besser werden kann, muss es wohl noch schlechter werden, denn charttechnisch sind noch 2 Zielbereiche offen. Die 976 Pence, sowie als späteste Trendwendezone die 657 Pence. Diese beiden Zonen müssen genaustens beobachtet werden, gerade in Verbindung mit dem Erdölpreis. Da das Unternehmen erst Anfang 2021 seine neue Konzernstrategie vorstellen wird, bleibt potentiellen Investoren keine andere Wahl, als sich an der Charttechnik zu orientieren.

Saturn Oil & Gas – Kostenführer + antizyklisches Investieren

Der kanadische Ölproduzent Saturn Oil & Gas (ISIN: CA80412L1076 WKN: A2DJV8 Ticker: SMK) wird umgerechnet mit nur 0,06 Euro je Aktie zum 28.08.2020 gehandelt. Im letzten Jahr 2019 erzielt das Unternehmen trotz niedrigem Ölpreis einen Gewinn von 565.000 Euro. Die nachgewiesenen und wahrscheinlichen Reserven an Erdöl betragen mehr als 71 Mio. Euro. Die Marktkapitalisierung des günstigsten Erdölproduzent Kanadas beträgt aber nur ca. 16 Mio. EUR und ist derzeit noch deutlich unterbewertet, denn die Produktionskosten liegen bei unschlagbaren 13,32 CAD je Barrel Öl. Spannend für die Zukunft dürfte zudem sein, dass viele Wettbewerber von Saturn Oil & Gas durch hohe Verschuldung und niedrigen Ölpreis so stark unter Druck geraten sind, dass sie zu Firesales (Zwangsverkäufen) gezwungen sind, um der Insolvenz zu entgehen. Diesen massiven Druck könnte und sollte Saturn Oil & Gas für sich nutzen und diese Assets günstig einkaufen. Solche antizyklischen Investments zahlen sich für die Käufer innerhalb kürzester Zeit aus und dürften den Aktienkurs massiv steigern. Wenn also eine derartige Nachricht seitens Saturn Oil & Gas veröffentlicht werden sollte, dann dürften die aktuellen Aktienkurse von 0,06 Euro Geschichte sein.

Exxon Mobil – fliegt aus dem Dow Jones + 8,7% Dividende

Die Aktien des Erdölriesen (ISIN: US30231G1022 WKN: 852549 Ticker: XONA) notieren derzeit bei 33,69 Euro (28.08.2020). Auch Exxon Mobil hat wie Royal Dutch über 62% vom Dezemberhoch 2016 verloren und bietet den Investoren zum aktuellen Kurs eine Dividendenrendite von 8,7% p.a.. Doch auch hier dürften die Kurse noch weiter zurückkommen, denn Exxon Mobil fliegt nach 92 Jahren ohne Unterbrechung aus dem Dow Jones am Montagabend, den 31.08.2020, raus. Dadurch kommt es auch zu Verkäufen durch ETFs und Fonds, die den Dow Jones 1 zu 1 abbilden und nun die Papiere von Exxon Mobil verkaufen müssen. Das könnte zum sogenannten WashOut führen, daher sollten sich potentielle Investoren Kurse zwischen 27 – 30 Euro als potentielle Trendwendebereiche vormerken.

Fazit:

Die Erde dreht sich beständig weiter, doch ohne Öl und Gas funktioniert die heutige Welt trotz Photovoltaik und Windstrom noch nicht. Viel zu abhängig ist die Wirtschaft von diesen Basisrohstoffen und Erdöl ist eines der Grundpfeiler jeder Industrienation. Da ändert auch der orchestrierte Plan „The Great Resets“ des World Economic Forum nichts daran. Daher sollte es nur noch eine Frage von wenigen Monaten sein, bis der Ölmarkt wieder dreht und die Ölaktien ihren Boden finden werden. Wer diese Bodenbildungsphase nutzt und sich anteilig in den vorgestellten Werten positioniert, dürfte nicht nur jährlichen CashFlow durch Dividenden erzielen, sondern auch von deutlich steigenden Aktienkursen profitieren.

Dieses Angebot schon umgesetzt? Bei Smartbroker sind Aktien ab 0,00 EUR pro Order und ohne Depotgebühr in Deutschland handelbar.


Interessenskonflikt & Risikohinweis

Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass die HFC Hanseatic Financial Contor GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der HFC Hanseatic Financial Contor GmbH ggf. Aktien der genannten Unternehmen halten oder auf fallende Kurse setzen und somit ggf. ein Interessenskonflikt besteht. Die HFC Hanseatic Financial Contor GmbH hat ggf. eine entgeltliche Auftragsbeziehung mit dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der HFC Hanseatic Financial Contor GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird. Näheres regelt unser Interessenskonflikt & Risikohinweis.


Weitere Kommentare zum Thema:


Evergrande Krise - Substanz schlägt Wachstum – RWE, Deutsche Rohstoff AG, Gazprom

Evergrande Krise - Substanz schlägt Wachstum – RWE, Deutsche Rohstoff AG, Gazprom

Kommentar vom 22.09.2021 | 05:45

Nachdem die Börsenindizes von Allzeithoch zu Allzeithoch gerannt sind, schwächte sich in den letzten Wochen die Relative Stärke der Aktienmärkte erheblich ab. Divergenzen in den Indikatoren signalisierten Marktzurückhaltung und mit der nun vieldiskutierten Evergrande-Krise in China wurde ein Auslöser gefunden, der die aktuellen Marktrücksetzer rechtfertigen könnte. Dennoch ist Evergrande kein Lehman Brother die Zweite, sondern ein mit verwertbarer Substanz aufgebautes und verwertbares Unternehmen. Ja, die Eigenkapitalgeber werden zu Recht Geld verlieren. Die Kreditgeber werden durch Immobilienverkäufe zwar nicht kurzfristig, aber nach der Abwicklung bedient werden können. Daher schlägt im Ernstfall Substanz einen Wachstumstitel.

Zum Kommentar


Da knallen die Sektkorken - Gazprom, Saturn Oil + Gas, Daimler

Da knallen die Sektkorken - Gazprom, Saturn Oil + Gas, Daimler

Kommentar vom 07.09.2021 | 05:45

Die Inflationsspirale dreht sich immer schneller und bereits vor der Deutschlandwahl steht fest, dass nach der Wahl die Energiepreise weiter steigen werden. Und zwar deutlich. Bereits dieses Jahr sind die Energiekosten um ca. 19% für „Otto Normalverbraucher“ angestiegen u.a. wegen neuer CO2-Abgaben. Doch nicht nur stetig steigende Steuerabgabelasten machen den Verbrauchern zu schaffen, sondern auch zusätzlich anziehende Erdöl-, Erdgas- und Strompreise. Wer davon profitieren will, sollte sich diese Unternehmen anschauen.

Zum Kommentar


Hier wird abgeliefert: BP, Royal Dutch Shell, Saturn Oil + Gas

Hier wird abgeliefert: BP, Royal Dutch Shell, Saturn Oil + Gas

Kommentar vom 01.09.2021 | 05:45

Wer den Anhängern der Modern Monetary Theorie (MMT) glauben geschenkt hat, dass unbegrenztes Gelddrucken und Staatsfinanzierung ohne Auswirkungen bleibt, der hat die Rechnung ohne die gelebte Praxis gemacht. Die Ökonomen haben einen leichten Anstieg der Inflationsrate (eigentlich Teuerungsrate) vorausgesagt, aber nun klopft diese bereits ganz knapp an der 4%-Marke. Laut offiziellen Erklärungsversuchen ist dies auf Sondereffekte zurückzuführen. Mit 5% bis zum Jahresende rechnet Bundesbank-Präsident Jens Weidmann allerdings schon. Doch Inflationsangst nährt Inflationsangst und Hurrikan Ida dürfte den Erdölpreis durch das Schließen von ca. 15% der US-amerikanischen Erdöl- und Erdgasproduktion in Kürze wieder antreiben - und damit auch die Inflationsspirale.

Zum Kommentar