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21.12.2022 | 05:45

Peak-Inflation oder nur Verschnaufpause? Altech Advanced Materials, Nordex, SMA Solar Aktie

  • Altech Advanced Materials
  • Nordex
  • SMA Solar
Bildquelle: pixabay.com

Die Erzeugerpreise im gewerblichen Einkauf sind im November 2022 um 3,9% und damit nach Oktober 2022 mit 4,2% zum zweiten Mal in Folge im Vergleich zum Vormonat zurückgegangen. Das ist ein erster Lichtblick seit gut zwei Jahren, denn seit den weltweiten Lockdowns explodierte die Teuerung durch das eingeschränkte Angebot signifikant und wurde durch die Sanktionsmaßnahmen gegen Russland noch einmal angeheizt. Doch der Rückgang bedeutet wahrscheinlich nur eine Verschnaufpause, denn im Vergleich zum Vorjahresmonat sind die Erzeugerpreise immer noch um 28,3% gestiegen. Preissetzungsmacht und Innovation bei den Unternehmen ist daher gefragt, denn sonst sinken die Gewinne.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: ALTECH ADV.MAT. NA O.N. | DE000A2LQUJ6 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554 , SMA SOLAR TECHNOL.AG | DE000A0DJ6J9


 

Altech Advanced Materials – Neuer Standard

CO2-sparende und vor allem effizientere Batterien will das Unternehmen Altech Advanced Materials (WKN: A2LQUJ ISIN: DE000A2LQUJ6 Ticker-Symbol: AMA1) aus Heidelberg dem Markt zur Verfügung stellen. Dabei arbeitet das Unternehmen eng mit dem Fraunhofer-Institut für keramische Technologien und Systeme (IKTS) zusammen. Bei der IKTS handelt es sich sowohl um die führende Batterieforschungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland, als auch um einen Leuchtturm der internationalen Batterieforschung.

Zur Marktreife sollen nicht brennbare und explosionssichere CERENERGY-Batterien geführt werden. Diese halten nicht nur extremen Temperaturschwankungen zwischen Sommer und Winter in Nordeuropa oder Nordamerika stand, sondern haben zudem eine Lebensdauer von über 15 Jahren. Darüber hinaus verdient Altech Advanced Materials bereits mit dem Silumina Anodes Verfahren für die Batterieproduktion Geld. Mit Hilfe einer Nanobeschichtung aus hochreinem Aluminiumoxid und Silizium kann bereits jetzt die Leistungsfähigkeit von Batterien um 15% erhöht und die Lebensdauer um ca. 30% verlängert werden. Dadurch sinken die Durchschnittskosten der Batterien, so dass sich die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Batterieproduktionsverfahren deutlich erhöht.

SMA Solar nach dem Ausbruch

Die SMA Solar Technology AG (WKN: A0DJ6J ISIN: DE000A0DJ6J9 Ticker-Symbol: S92) mit Sitz bei Kassel ist bereits mehrfach für ihr professionelles Nachhaltigkeitsmanagement ausgezeichnet worden. Zuletzt erhielt der Wechselrichterhersteller von der Rating-Agentur EcoVadis eine Goldmedaille und war damit unter den besten fünf Prozent der von EcoVadis weltweit bewerteten Unternehmen. Nun testet das Unternehmen in der Logistikhalle 58 in Kassel-Lohfelden ein neues Energiesparkonzept. Da Industriehallen zu beheizen in Zeiten der ideologiebedingten Erdgas- und Energieknappheit enorm teuer geworden ist, werden die dortigen Mitarbeiter mit beheizbarer Kleidung ausgestattet. Dieses Konzept wendet u.a. auch der russische Erdgasriese Gazprom bei den eisigen sibirischen Temperaturen auf den Erdgas- und Erdölfeldern bei seinen Mitarbeitern erfolgreich an. Der Energiebeauftragte der SMA Solar Technology AG Herr Ralf Ruszynski hat das Konzept weiter verbessert und zudem eine vielbeachtete Masterarbeit darüber geschrieben.

Das bisherige Konzept der beheizbaren Textilien durch eingewebte Materialien wurde um eine per Mobilfunk steuerbare Anwendungsfunktion ergänzt. Die smarten Textilien messen nun die Körpertemperatur und der Träger kann seine Wohlfühltemperatur über das Mobiltelefon steuern. Sinkt die Körpertemperatur unter das gewünschte Niveau, so beginnt der Wärmevorgang durch die Kleidung. Über dieses Pilotprojekt will das Unternehmen herausfinden, ob eine signifikante Ersparnis bei der Hallenbeheizung möglich ist, denn jedes eingesparte Grad bei der Hallenbeheizung senkt die Energiekosten um 6%. Bei einem jährlichen Gasverbrauch der Halle 58 von 1.200 Megawattstunden (MWh) und einer Reduzierung der Heizung um vier Grad, erhofft sich das Unternehmen eine Ersparnis des Energieverbrauchs von mind. 24%. Die einmonatige Testphase mit einer Hallentemperatur von nur noch 16 Grad wurde bereits am 16.12.2022 abgeschlossen und nach Auswertung der Daten entscheidet das Unternehmen über die Fortsetzung und ggfs. das Ausrollen der Maßnahme auf andere Hallenstandorte.

Nordex mit mehr Aufträgen

Nach dem Abverkauf der Aktie von Nordex SE (WKN: A0D655 ISIN: DE000A0D6554 Ticker-Symbol: NDX1) seit April 2021 von 25,54 EUR auf 6,98 EUR Anfang Juli 2022, konnte sich der Aktienkurs in den letzten fünf Monaten wieder stabilisieren. Seit Ende November 2022 notiert die Aktie wieder zweistellig und wird derzeit mit 12 EUR je Aktie gehandelt. Zum Jahreswechsel hin hat die Aktie zumindest auch von der Auftragsseite her Rückenwind und konnte mehrere Aufträge einsammeln. Aus der Türkei kam ein Großauftrag über 22 Turbinen der Baureihe N163/6.X mit einer Gesamtleistung von 150 MW. Hier soll im Auftrag der Eksim Yatirim Holding der bestehende Windpark „Geyve“ in der Provinz Sakarya um 14 Turbinen bzw. 98 MW erweitert werden. Die anderen acht Anlagen mit einer Leistung von 52 MW sollen im Windpark „Silivri“ bei Istanbul aufgestellt werden und den dortigen Windpark von 62 MW auf 115 MW erweitern.

Dazu gesellte sich bereits im Vorfeld ein Auftrag aus Brasilien über 16 Windanlagen. Hier soll eine Gesamtleistung von 94,4 MW für den Auftraggeber TODA Energia do Brasil aufgestellt werden. Ausgeliefert werden soll hier das Modell N163/5.X. Die Windanlagen sind für den Windpark „Eol Toda Energie 2“ im Bundesstaat Rio Grande do Norte vorgesehen, im Nordosten des Landes. Aufgestellt werden sollen die Anlagen im zweiten Quartal 2024. Die 120-Meter-Betontürme sollen in dem lokalen Werk in der Stadt Lajes in derselben Provinz gebaut werden. Bei der TODA Energia do Brasil handelt es sich um ein Tochterunternehmen der japanischen Toda Corporation, die weltweit Ingenieurs- und Konstruktionsdienstleistungen anbieten und u.a. auch Windparks betreiben.

Quelle: Nordex, Betonturm mit AW3000 in Brasilien.

Auch wenn sich die Teuerungsraten nach einem starken Anstieg kurzfristig etwas abgekühlt haben, so darf nicht vergessen werden, dass diese gerade bei den Erzeugerpreisen mit 28,2% gegenüber dem Vorjahr sehr hoch sind. Davon werden ca. 1/3 an die Endverbraucher weiter gegeben, was eine Verbraucherpreisinflation von 9,6% p.a. bedeuten würde.


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