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14.10.2021 | 05:45

Pennystock ade?! Adler Group, Saturn Oil + Gas, Steinhoff International Holdings

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Bildquelle: pixabay.com

Die Zyklik der Börsen ist für die Marktteilnehmer herausfordernd und für Außenstehende oftmals ein Buch mit sieben Siegeln. Doch wer die Finanzmärkte erst gar nicht betritt, sich damit nicht auseinandersetzen will und lieber in Immobilien investieren möchte, der sollte nicht vergessen, dass auch hier Zyklen bestehen. Aktuell werden in deutschen Großstädten Preise bezahlt, deren Mietrendite deutlich unter den Dividendenerwartungen vieler internationaler Konzerne liegt. Der Immobilienmarkt von Frankfurt ist etwa laut Schweizer Großbank UBS deutlich überhitzter als der von New York oder London.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: STEINHOFF INT.HLDG.EO-_50 | NL0011375019 , Saturn Oil + Gas Inc. | CA80412L8832 , ADLER GROUP S.A. NPV | LU1250154413


 

Pennystock war gestern

Die Aktie des Erdöl- & Erdgasproduzenten Saturn Oil & Gas (WKN: A3C9X6 ISIN: CA80412L8832 Ticker: SMKA) hat sich in den letzten Monaten sehr gut entwickelt und konnte im Wert um 100% zulegen. Das lag vor allem an der Übernahme des sehr großen Erdölfeldes Oxbow in Saskatchewan. Durch den Zukauf wurde über Nacht aus dem Nischenproduzenten der größte Erdölproduzent des kanadischen Bundesstaates. Damit weckte das Unternehmen nicht nur bei den regionalen Investoren Aufmerksamkeit, sondern gelangte auch zunehmend auf den Kurszettel und ins Depot von internationalen Investoren. Auch der Anstieg der Nachfrage nach Erdöl treibt den Preis des schwarzen Goldes. Wie im letzten Quartalsbericht herauszulesen war, konnte Saturn Oil & Gas einen täglichen Umsatz von ca. 520.000 CAD erzielen, was zu einem freien Cashflow von ca. 265.000 CAD geführt hat. Auf das Jahr hochgerechnet summiert sich der Cashflow auf ca. 95,4 Mio. CAD - und das bei einer Bewertung von 95,5 Mio. CAD.

Doch nicht nur die deutliche Unterbewertung, die im Vergleich zu den großen Erdölproduzenten auffällig ist, fällt ins Gewicht, sondern auch dass das Unternehmen durch einen Reverse-Splitt aus dem Pennystock-Segment herauskatapultiert worden ist. Während viele und gerade kleinere kanadische Rohstoffunternehmen stetig durch Kapitalerhöhungen die Altaktionäre verwässern, legte Saturn Oil & Gas mit Umsetzung zum 13.10.2021 die Aktien im Verhältnis von 20 zu 1 zusammen. Für 20 Altaktien wurde 1 neue Saturnaktie ausgegeben. Damit notiert der Aktienkurs nicht mehr bei 0,14 EUR, sondern nun bei 2,80 EUR. Durch das Verlassen des Pennystock-Bereiches und die sehr günstige Bewertung dürfte die Aktie nun bei weiteren Investoren auf der Einkaufsliste landen. Zudem steht das Unternehmen kurz vor der wichtigen 100 Mio. CAD Bewertungsschwelle, was für einige institutionelle Investoren ein wichtiges Mindestkriterium für eine Investition ist. Interessant dürfte daher der Vortrag von CEO John Jeffrey am 14.10.2021 um 17:15 Uhr auf dem International Investment Forum sein. Anmeldelink: ii-forum.com/saturn-oil-gas-inc

Angeschlagene Adler Group, aber ...

Der sichtbar angeschlagene Immobilienkonzern Adler Group (WKN: A14U78 ISIN: LU1250154413 Ticker: ADJ) befindet sich im strammen Schritt in die einstellige Kursbewertung der Aktie. Wurde das Unternehmen noch 2019 über 40 EUR bewertet, kratzt der Aktienkurs mit 11,07 EUR schon ganz knapp an der Einstelligkeit. Viel fehlt daran nicht mehr und wenn ein Konzern erst einmal ins Straucheln gerät, dann bleibt es meist nicht nur bei einer negativen Nachricht. Die Bonitätswächter von S&P Global nehmen die Vorwürfe von Shortseller Fraser Perring und dem zugehörigen Unternehmen Viceroy Research sehr ernst. Sie senkten das langfristige Emittentenrating der Adler Group sowie die Ratings der unbesicherten Schuldtitel des Unternehmens.

Herabgesetzt wurde das Rating aufgrund der Unsicherheit auf „Credit Watch Negative“. Für die Leerverkäufer hat sich jedenfalls der Short auf die Adler Group schon jetzt richtig gelohnt. Anfang der Woche lag das Short-Interesse bei knapp 22% der ausstehenden Aktien. Der Vorwurf von Betrug, Manipulation und Täuschung wiegt jedoch sehr schwer und kein Investor hat auf eine nächste Wirecard Lust. Spannend wird jedoch die Entwicklung der Gespräche mit Vonovia und LEG Immobilien. Vielleicht bahnt sich bei positivem Verlauf und Verkauf von 15.000 Wohneinheiten zu 1,5 Mrd. EUR ein mächtiger Shortsquezze an, denn aktuell wird das Unternehmen mit "nur" 1,3 Mrd. EUR an der Börse bewertet. Der Wert bleibt für die kommenden Wochen spannend, denn die Volatilität dürfte gerade den Daytradern sehr gelegen kommen.

Steinhoff International Holdings meldet sich zurück

Während der Skandal bei der Adler Group erst am Anfang steht, ist dieser bei der Steinhoff International Holding (WKN: A14XB9 ISIN: NL0011375019 Ticker: SNH) fast schon abgeschlossen. Die Einigung mit den Anlegern in den Niederlanden ist gerichtlich bestätigt und nun fehlt nur noch Südafrika. Dort sind zwei Verfahren anhängig, wovon eines das oberste Gericht zu entscheiden hat.

Doch bevor das oberste Gericht entscheiden kann, wollen die obersten Richter das Verfahren einzelner Gläubiger gegen Steinhoff in einer unteren Instanz abwarten. Doch auf Interesse stößt derzeit die Aussicht auf einen IPO des US-Tochterunternehmens für Matratzen. Das lockte zuletzt immer mehr Spekulanten in die Aktie. Für Trader ist das ständige hin und her jedenfalls sehr lukrativ, denn von der Bewegung von 0,03 EUR bis auf 0,23 EUR je Aktie in den letzten Monaten liegt eine sehr attraktive Handelsspanne.


Fazit

In das aktuell noch "fallende Messer" zu fassen, wie bei der Adler Group, kann durchaus für kurzfristig orientierte Trader sehr lukrativ sein, denn der drastisch abverkaufte Wert ist bereits im stark überverkauften Bereich der Indikatoren. Während die Steinhoff International Holding derzeit noch hoch volatil im Pennystock-Segment verweilt und auf den Richterspruch aus Südafrika wartet, konnte Saturn Oil & Gas bereits das Pennystock-Segment verlassen und zwar deutlich. Das Unternehmen steigt im Momentum und wird durch die mediale Aufmerksamkeit auf die drastisch gestiegenen Energiepreise bei Erdöl und Erdgas weiter im Fokus bleiben.


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