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27.09.2021 | 05:45

Politische Börsen haben kurze Beine - BASF, PuriflOH, Valneva

  • BASF
  • PuriflOH
  • Valneva
Bildquelle: pixabay.com

Politische Börsen haben kurze Beine. Doch am Tag nach der richtungsweisenden Wahl in Deutschland und der Ungewissheit, welche Koalitionen sich bilden könnten, steigt die Unsicherheit und damit die Volatilität. Sofern die zukünftige Regierung nicht noch weiter in Richtung Bevormundung und staatliche Autokratie rutscht, dürften die mittelfristigen Auswirkungen als gering einzuschätzen sein. Doch kurzfristig dürften die Märkte auch noch Einflüsse der chinesischen Evergrande-Krise beeinflussen. Daher ist die Positionierung bei innovativen Unternehmen umso wichtiger, um zumindest sein Kapital in Sicherheit zu bringen.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: BASF SE NA O.N. | DE000BASF111 , PURIFLOH LTD | AU0000010548 , VALNEVA SE EO -_15 | FR0004056851


 

Wasser als Wachstumsmarkt - PuriflOH

Sauberes Wasser ist die Basis für alles menschlichen Lebens und Zusammenlebens. Um Süßwasserreserven und Staudämme treten immer mehr Konflikte auf. Egal ob an Euphrat, Tigris, Nil, Mekong, … überall auf der Welt, wo Flüssen durch mehrere Nationen fließen, geht regelmäßig die Angst um, der Nachbar könnte der lebensspendenden Wasserader den Hahn abdrehen oder zumindest absichtlich zu wenig Wasser durchleiten lassen. Daher wird die Aufbereitung von Wasser immer wichtiger. Dieses Anwendungsfeld bietet das australische Unternehmen PuriflOH (WKN: A2JL5U ISIN: AU0000010548 Ticker: WXV) ebenfalls an, genauso wie die Reinigung von Luft. Mit ihrer innovativen Technologie können biologische und chemische Stoffe aus Luft und Wasser gefiltert werden und das ist gerade in Wohn-, Geschäfts- und Industriebereichen sehr interessant.

Mit der aktuellen Prüfung von IP-Lizensierungs- und Partnerschaftsmöglichkeiten, soll das Unternehmen rasch erweitert und skaliert werden. Dabei handelt es sich um die Air Conditioning Environmental Remediation Treatment (ACERT) und den Whole of Room Air Purifier (WRAP). Für technologieaffine Aktionäre dürfte das Unternehmen daher interessant sein, denn noch schreibt das Unternehmen rote Zahlen, was aber in der frühen Phase der Unternehmensentwicklung nicht wirklich überrascht. Der angesprochene Wachstumsmarkt ist aber sehr interessant so dass die Kommerzialisierung der Produkte schnell an Fahrt aufnehmen dürfte.

Das reicht noch nicht – Valneva

Nach dem steilen Anstieg der Valneva Aktie (WKN: A0MVJZ ISIN: FR0004056851 Ticker: AYJ) bis Ende August ging es im September auch genauso schnell wieder retour. Die Aktie notiert mit 13,18 EUR nur noch ganze 2% über dem Ausbruchsniveau von Anfang August, korrigierte dafür aber bereits knapp 50% unterhalb vom Allzeithoch, welches Ende August bei 25,20 EUR erreicht worden ist. Hintergrund für den Kursrücksetzer war die überraschende Kündigung des Liefervertrages für den sich in der Entwicklung befindlichen Covid-19-Impfstoffes durch die britische Regierung. Interesse hat der Impfstoffkandidat von Valneva erzeugt, weil dieser nicht als neuartiger mRNA-Gentherapeutika wie Moderna und BioNTech sondern auf Basis des klassischen Todimpfstoffes angewandt werden soll.

Das Auf und Ab der Aktie sehen zumindest die Analysten von Goldman Sachs als weniger spektakulär und geben der Aktie ein Kursziel von 14,50 EUR. Wesentlich aggressiver sind dahingehend die Analysten von Kepler Cheuvreux. Diese empfehlen zum Kauf der Aktie und gaben ein Kursziel von 24 EUR aus. Alles steht und fällt natürlich mit der weiteren Entwicklung der klinischen Phase des Impfstoffes VLA2001 von dem Biotechunternehmen aus Frankreich. CEO Thomas Lingelbach ist jedenfalls optimistisch und verhandelt mit der Europäischen Kommission über Liefervereinbarungen in beträchtlicher Höhe. Auch konnten weitere Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren in Großbritannien gefunden werden, die an der Phase-III-Studie teilnehmen. Sollte auch diese erfolgreich sein, steht einer Zulassung noch zum Jahresende in Großbritannien wohl nichts mehr im Wege.

Forschung muss einen Zweck haben – BASF

Der Chemiekonzern BASF (WKN: BASF11 ISIN: DE000BASF111 Ticker: BAS) will laut Vorstandsmitglied Melanie Maas-Brunner weiter ein hohes Maß an Innovationsfähigkeit aus seiner Forschungsaktivität zeigen. Aber die Forschung dient auch einem Zweck der Neuentdeckung und Neuentwicklung von Produkten, das sollte nie vergessen werden. Ihr Ziel ist es, mehr Produkte aus dieser Forschung heraus zu entwickeln. Weniger optimistisch im Vergleich zu der erst seit Februar zum Vorstand gehörenden Maas-Brunner sind dagegen die Analysten vom Analysehause Stifel. Diese senkten den Daumen und erwarten nun nicht mehr ein Kursziel von 93 EUR für die Aktie des Ludwigshafener Weltkonzern, sondern senkten ihre Erwartung um 27 % auf nur 81 EUR. Dennoch bleiben sie bei ihrem „Buy“-Rating.

Die Reduzierung der Erwartungen könnte mit der Evergrande-Krise zusammenhängen und das dadurch bei dem Wachstumsmotor der Welt, China, deutliche Bremsspuren in der ökonomischen Entwicklung auftreten könnten. Das hätte direkte Auswirkungen auf den nach wie vor zyklischen Wert der BASF. Auch wenn Evergrande kein zweiten Lehman-Brother werden dürfte, ist die Verkündete Kurszielzurücknahme der Vorsicht geschuldet, bietet aber Investoren die Chance, die aktuelle Unsicherheit auf den Finanzmärkten zum langfristigen Einstieg zu nutzen. Aktuell kostet die Aktie mit 63,79 EUR genauso viel wie 2011 oder 2016, schüttet aber auch eine Dividende von 5,17% p.a. aus. Das dürfte für etliche Investoren durchaus eine attraktive Entschädigung sein.


Fazit

Die Welt ist im Wandel. Während die einen nur Angst und Risiken sehen, sehen andere Anleger und Investoren die Zukunft mit anderen Augen. Sie ergreifen mutig die sich bietenden Chancen und werden dafür mit Dividenden, wachsenden Börsenkursen oder beidem belohnt.


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