12.03.2026 | 05:45
Preisanstiege zur Gewinnmaximierung nutzen – DRC Gold, ENI, Rio Tinto
Der Preisanstieg an den deutschen Zapfsäulen im Zuge des Irankrieges ist auch an der deutschen Politik nicht spurlos vorbeigegangen. Statt den verursachenden Angriffskrieg seitens Israel und den USA zu verurteilen oder aber die ca. 58 % Steuerlast auf Benzin und Diesel zu reduzieren, soll durch eine mögliche Gesetzesänderung die Preiserhöhung an deutschen Tankstellen nur noch einmal täglich erlaubt werden. Damit wird das eigentliche Problem seitens der Politik nur kosmetisch bearbeitet, wie so oft aber nicht behoben. Unabhängig davon kommen die Rohstoffproduzenten durch ein wachsendes Angebotsdefizit zunehmend in die Preissetzungsmacht und nutzen dies bereits unterschiedlich stark. Daher lohnt ein Blick auf folgende Rohstoffunternehmen:
Lesezeit: ca.
3 Minuten.
Autor:
Alfred Laugeberger
ISIN:
CA23347H1064 , IT0003132476 , GB0007188757
DRC Gold – Goldprojekte optioniert
Die letzten drei Monate waren für das kanadische Goldexplorationsunternehmen DRC Gold (WKN: A4205L | ISIN: CA23347H1064 | Ticker-Symbol: 5AT0) sehr turbulent. Nicht nur, dass sich der Aktienkurs mehr als vervierfachte, auch benannte sich das Unternehmen erst Ende Januar 2026 von AJN Resources zu DRC Gold um. Damit trägt das Management um CEO Klaus Eckhoff der Unternehmensfokussierung auf Afrika im Allgemeinen und auf die Demokratische Republik Kongo (DRC) im Speziellen Rechnung.
Seit Jahrzehnten ist der Unternehmer Klaus Eckhoff auf dem afrikanischen Kontinent als Investor im Rohstoffbereich aktiv und besitzt ein sehr gutes Netzwerk an offiziellen und nicht offiziellen Kontakten in verschiedenen Ländern Afrikas. Das ermöglichte ihm und seinen bisherigen Unternehmen nebst Investoren schon etliche Kapitalvervielfachungen in den letzten Jahrzehnten, wenngleich sich nicht jedes Investment gleich gut entwickelt hat.
Für DRC Gold konnte der CEO zuletzt aber wieder erfreuliche Nachrichten verbreiten. Neben der Namensänderung kann das Unternehmen 65 % an dem Giro-Goldprojekt und 65 % am Nizi-Goldprojekt per Optionsvertrag erwerben. Das 497 km² große Giro-Goldprojekt befindet sich etwa 35 km westlich von Barrick Minings Kibali-Goldmine, welche mit ca. 600.000 Unzen Goldproduktion p. a. die größte auf dem afrikanischen Kontinent ist. In derselben Provinz, aber weiter entfernt, befindet sich auch das Nizi-Goldprojekt. Hier wurde bereits in der Vergangenheit in der dort liegenden König-Leopold-Goldmine unterirdisch Gold abgebaut, aber nur in den Jahren zwischen 1913 bis 1931.
ENI steigert Produktion und reduziert Schulden
Der italienische Öl- und Energieproduzent ENI (WKN: 897791 | ISIN: IT0003132476 | Ticker-Symbol: ENI) konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Umsatz um 4 % zum Vorjahr steigern und das Jahr 2025 trotz niedrigen Ölpreisen mit 98,2 Mrd. USD Umsatz abschließen. Das lag vor allem am Anstieg der Produktion, denn allein im vierten Quartal 2025 stieg die Barrel Öläquivalent am Tag (BOED) um 7 % zum Vorjahresquartal auf 1,839 Mio. BOED an. Maßgeblich für den Produktionsanstieg waren neue produzierende Bohrlöcher in Afrika, Indonesien, Mexiko und Norwegen.
Auch die Raffineriemarge verbesserte sich, so dass trotz niedriger Ölpreise der Betriebsgewinn im vierten Quartal 2025 um 315 Mio. EUR auf 1,2 Mrd. EUR gesteigert werden konnte. Der Gesamtgewinn in 2025 lag bei 5 Mrd. EUR, die Schuldenlast konnte um 2,8 Mrd. EUR reduziert werden und damit lag die Verschuldungsquote bei nur noch 14 % des Unternehmenswertes.
Rio Tinto erhöht massiv Preise
Der Rohstoffkonzern Rio Tinto (WKN: 852147 | ISIN: GB0007188757 | Ticker-Symbol: RIO1) hat bereits im Vorfeld des Irankrieges seine Preise für Aluminiumlieferungen nach Japan deutlich erhöht. So bot der Rohstoffproduzent Ende Februar 2026 den japanischen Käufern die Tonne Aluminium für die April – Juni Lieferungen für 220 bis 250 USD Aufschlagpreis an. Das war ein Transportaufschlag von 13 % bis 28 % gegenüber den Preisen des laufenden Quartals. Da Japan einer der größten Importeure in Asien ist, sind die Angebotspreise entsprechend für die asiatische Region richtungsweisend.
Gestern veröffentlichte Rio Tinto eine weitere Anpassung seiner Preise von bis zu 79 % über den Lieferpreisen für das erste Quartal. Durch die Eskalation des Irankrieges im Nahen Osten dürfte sich das globale Angebot an Aluminium verringern und gleichzeitig sind Fracht- und Versicherungskosten deutlich gestiegen. Effektiv sind die Lieferungen durch die Straße von Hormuz derzeit eingefroren, über welche aber 9 % des weltweiten Aluminiumangebotes kommt. Daher werden die Preise zum Angebot von Ende Februar 2026 noch einmal um 40 % erhöht und in der Spitze für die Lieferungen im zweiten Quartal 380 USD Prämie verlangt.
Fazit
Der Irankrieg wirbelt die internationalen Lieferketten weiter durcheinander und lässt nicht nur die Preise für Erdöl, sondern auch die Frachtraten für Tanker- und Containerschiffe deutlich ansteigen. Entsprechend verteuert sich nicht nur die Energieerzeugung im Allgemeinen; auch die Lieferkosten per Schiff sind bereits deutlich angestiegen. Die vorgestellten Unternehmen dürften daher eher zu der Gewinnerseite gehören.