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10.08.2026 | 05:45

Profiteure der neuen Sicherheitslage: Heben drei Technologie- und Rüstungsaktien weiter ab? BAE Systems, RTX, Volatus Aerospace

  • BAE Systems
  • RTX
  • Volatus Aerospace
Bildquelle: Pixabay

Die global steigenden Verteidigungsbudgets und der wachsende zivile Luftverkehr befeuern die internationalen Aktienmärkte. Milliardenaufträge für Rüstungsgüter und Sicherheitsinfrastruktur sorgen branchenübergreifend für Rekordgewinne. Von autonomen Drohnensystemen bis hin zu modernster Militärtechnik – drei Unternehmen demonstrieren aktuell mit prall gefüllten Auftragsbüchern, starken Margen und neuen Allzeithochs ihre enorme Ertragskraft. Erfahren Sie im folgenden Bericht, welche Entwicklungen diesen Aufwärtstrend stützen.

Lesezeit: ca. 6 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: GB0002634946 , US75513E1010 , CA92865M1023


 

RTX-Aktie auf Rekordhoch: Starke Quartalszahlen treiben den Kurs

Die Aktie von RTX (WKN: A2PZ0R | ISIN: US75513E1010 | Ticker: RTX) ging mit einem neuen Rekordhoch aus der abgelaufenen Handelswoche. Dies wurde bei 225,65 USD ausgebildet. Seit dem Schlusskurs vom 22. Juli, also einen Tag vor der Veröffentlichung der jüngsten Quartalszahlen, ist das Papier bereits rund 14 % gestiegen. Seit Jahresanfang beträgt das Plus 18,6 %, während die Aktie auf 52-Wochen-Basis sogar 42,6 % zugelegt hat. Die Marktkapitalisierung des Konzerns liegt inzwischen bei 299,27 Mrd. USD und damit kurz vor der 300-Mrd.-USD-Schallmauer.

RTX zählt zu den führenden Luftfahrt- und Rüstungskonzernen der Welt. Das Unternehmen besteht aus drei großen Bereichen. Collins Aerospace liefert unter anderem Avionik, Flugzeugsysteme und Kabinenausrüstung. Pratt & Whitney produziert Triebwerke für zivile und militärische Flugzeuge. Raytheon entwickelt Raketen, Radar-, Luftverteidigungs- und weitere militärische Systeme. Dadurch profitiert RTX sowohl vom Wachstum des zivilen Flugverkehrs als auch von den weltweit steigenden Verteidigungsausgaben.

Bereits das Geschäftsjahr 2025 lieferte eine starke Grundlage. Der Umsatz stieg um 10 % auf 88,6 Mrd. USD, organisch betrug das Wachstum 11 %. Der bereinigte Gewinn je Aktie legte ebenfalls um 10 % auf 6,29 USD zu. Der freie Cashflow erreichte 7,9 Mrd. USD und lag damit 3,4 Mrd. USD über dem Vorjahreswert. Zum Jahresende verfügte RTX über einen Auftragsbestand von 268 Mrd. USD. Die am 23. Juli veröffentlichten Zahlen für Q2 2026 beschleunigten die positive Entwicklung. Der Umsatz wuchs um 14 % auf 24,7 Mrd. USD, organisch sogar um 16 %. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um 21 % auf 1,89 USD. Der freie Cashflow erreichte 2,9 Mrd. USD. Gleichzeitig kletterte der gesamte Auftragsbestand auf 289 Mrd. USD, davon 170 Mrd. USD im kommerziellen Geschäft und 119 Mrd. USD im Verteidigungsbereich. Alle drei Sparten verbesserten ihre operative Marge.

Nach dem überzeugenden ersten Halbjahr erhöhte das Management die Jahresprognose deutlich. RTX erwartet nun einen bereinigten Umsatz zwischen 95 und 96 Mrd. USD sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie von 7,10 bis 7,25 USD. Beim freien Cashflow werden 8,50 bis 8,75 Mrd. USD angepeilt. Risiken bleiben mögliche Lieferkettenprobleme, steigende Produktionskosten und die laufenden Belastungen rund um die GTF-Triebwerke von Pratt & Whitney.

Charttechnisch befindet sich die Aktie in einem klaren Aufwärtstrend. Der Kurs notiert über der 20-, 50-, 100- und 200-Tage-Linie. Die 200-Tage-Linie verläuft bei rund 189 USD und dient als langfristige Unterstützung. Nach dem schnellen Kursanstieg sind kurzfristige Gewinnmitnahmen möglich. Solange RTX jedoch oberhalb der gleitenden Durchschnitte bleibt, haben die Bullen die Kontrolle. Die nächsten Widerstände liegen bei 237 USD und dann erst wieder bei 286 USD.

Volatus Aerospace bündelt Kanadas souveräne Drohnenkompetenz und Nato-kompatible Vernetzung

Die erhöhten Ausgaben vieler Staaten für Rüstung und Verteidigung treiben auch die weltweite Nachfrage auf dem Drohnenmarkt auf ein deutlich höheres Umsatzniveau. Prognosen sehen bis 2034 ein Marktvolumen von über 160 Mrd. USD, getrieben von der Nachfrage nach sicherheitsrelevanter Infrastruktur sowie auch Wartungs-, Such- und Rettungseinsätzen. Vor diesem Hintergrund positioniert sich Volatus Aerospace (WKN: A2JEQU | ISIN: CA92865M1023 | Ticker: ABB) als kanadischer Systemintegrator mit einer Dual-Use-Strategie: Drohnen- und Softwarelösungen, die zivil nutzbar sind, aber auch nahtlos staatlichen Einsatz- und Sicherheitsanforderungen entsprechen. Die jüngsten Kooperationsvereinbarungen erhöhen zudem die Sichtbarkeit des Unternehmens im öffentlichen Beschaffungsumfeld, vor allem in Kanada.

Auf operativer Ebene zeigen die letzten Pressemitteilungen, wie Volatus u. a. seine Vermarktung der autonomen Drohnen und verbundenen Dienstleistungen weiter vorantreiben will. Die Kooperation mit Singular Aircraft zur Weiterentwicklung des FlyOx 1 in Kanada unterstreicht den Anspruch, ein eigenständiges Drohnensystem im schweren Nutzlastsegment zu etablieren. Mit der lokalen Fertigung in Mirabel nebst zugehöriger Zulieferstruktur sollen die Drohnen auch in der Brandbekämpfung und dem Notfallmanagement eingeführt werden. Mit einem maximalen Startgewicht von ca. 4.000 kg und der Fähigkeit, 1.560 Liter Wasser- oder feuerhemmende Mittel zu transportieren, stellt der FlyOx 1 eine ganz neue Klasse der autonomen Flugobjekte dar.

Parallel dazu treibt Volatus mit Kraus Hamdani Aerospace die Weiterentwicklung eines offenen, netzwerkbasierten Intelligenz- und Kommunikations-Ökosystems voran. Diese soll beim K1000ULE eingesetzt werden, der bereits eine sehr lange Flugdauer besitzt, sowie zur Verbesserung der widerstandsfähigen Luftkommunikationsarchitektur – Aerial Tier Network Extension++ (ATNE++) – führen. Gemeinsam wollen beide Unternehmen damit das Notfallmanagement bei den in Kanada jährlich wiederkehrenden Waldbränden verbessern.

„Im Gegensatz zu herkömmlichen unbemannten Flugzeugen, die für vergleichsweise kurze Einsätze konzipiert sind, wurde die K1000ULE speziell für den Dauereinsatz auch in abgelegenen Gebieten entwickelt, um in einigen der anspruchsvollsten Einsatzumgebungen der Welt kontinuierliche Aufklärung und ausfallsichere Kommunikation zu gewährleisten“, sagte Fatema Hamdani, Geschäftsführerin von Kraus Hamdani Aerospace. „Kanada hat die Chance, diese bewährten Fähigkeiten im Waldbrandmanagement einzusetzen und gleichzeitig eine eigenständige Luft- und Raumfahrtkapazität aufzubauen, die auch das Notfallmanagement, die öffentliche Sicherheit, die Verteidigung und andere kritische nationale Missionen unterstützen kann. Volatus bringt das operative Know-how, die industrielle Leistungsfähigkeit und die langfristige Vision mit, die erforderlich sind, um dies zu ermöglichen.“

Durch die Kooperation will Volatus sein Geschäftsmodell sukzessive erweitern, das sich bisher auf margenstarke Softwarekomponenten und skalierbare Leistungen rund um BVLOS-Operationen stützt. Im Q1 2026 konnte Volatus eine beeindruckende Marge von 35 % mit der firmeneigenen SKYDRA-Plattform erreichen, was die Bedeutung unternehmenseigener Software als Wachstumstreiber demonstriert. Die Zusammenarbeit soll daher mittelfristig die Wertschöpfungskette vergrößern und die Losziehung bei kommenden Ausschreibungen im Sicherheits- und Verteidigungssektor sowie im zivilen Bereich kritischer Infrastruktur weiter erhöhen.

BAE-Systems-Aktie startet neue Rally: Rekordaufträge und höhere Prognose

Die Aktie von BAE Systems (WKN: 866131 | ISIN: GB0002634946 | Ticker: BSP) notiert am 7. August bei rund 2.220 Pence beziehungsweise 22,20 GBP (25,84 EUR). Seit der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen am 30. Juli hat das Papier bereits mehr als 7 % zulegen können. Von Jahresanfang ist ein Plus von rund 25 % und auf 52-Wochen-Basis von etwa 18 % entstanden. Mit einer Marktkapitalisierung von ungefähr 64,5 Mrd. GBP gehört BAE Systems zu den größten börsennotierten Rüstungskonzernen Europas.

Der britische Rüstungs-, Luftfahrt- und Sicherheitskonzern entwickelt unter anderem Kampfflugzeuge, U-Boote, Kriegsschiffe, gepanzerte Fahrzeuge, Artilleriesysteme, Lenkflugkörper sowie elektronische Systeme. Hinzu kommen Lösungen für Weltraumtechnik, Cybersecurity und militärische Kommunikation. BAE ist an wichtigen langfristigen Programmen wie Eurofighter Typhoon, F-35, AUKUS und dem künftigen Kampfflugzeugsystem GCAP beteiligt. Die größten Märkte sind die USA, Großbritannien, Europa, Saudi-Arabien und Australien.

Bereits 2025 entwickelte sich das Geschäft stark. Der Umsatz stieg währungsbereinigt um 10 % auf 30,7 Mrd. GBP. Das bereinigte EBIT erhöhte sich um 12 % auf 3,32 Mrd. GBP und der bereinigte Gewinn je Aktie ebenfalls um 12 % auf 75,2 Pence. Der freie Cashflow erreichte 2,16 Mrd. GBP. Besonders wichtig war der Auftragsbestand, der um 5,8 Mrd. GBP auf den damaligen Rekordwert von 83,6 Mrd. GBP anwuchs. Am 30. Juli folgten die Zahlen für das erste Halbjahr 2026. Der Umsatz legte währungsbereinigt um 9 % auf 15,77 Mrd. GBP zu. Das bereinigte EBIT stieg um 11 % auf 1,70 Mrd. GBP, während der bereinigte Gewinn je Aktie um 13 % auf 38,9 Pence wuchs. Der freie Cashflow verbesserte sich auf 1,79 Mrd. GBP. Mit neuen Aufträgen über 16,4 Mrd. GBP erreichte der gesamte Auftragsbestand einen neuen Rekord von 84 Mrd. GBP.

Aufgrund der starken Entwicklung erhöhte das Management die Jahresprognose. BAE erwartet jetzt ein Umsatzwachstum von 8 bis 10 %, ein EBIT-Wachstum von 10 bis 12 % und ein EPS-Wachstum von 11 bis 13 %. Der freie Cashflow soll mehr als 2 Mrd. GBP erreichen. Steigende Verteidigungsausgaben sorgen für langfristige Nachfrage, allerdings sind bereits hohe Erwartungen im Aktienkurs enthalten.

Charttechnisch hat sich das Bild deutlich aufgehellt. Die Aktie liegt wieder über der 20-, 50-, 100- und 200-Tage-Linie. Die 200-Tage-Linie verläuft bei ungefähr 1.960 GBX und dient als langfristige Unterstützung. Kurzfristig bildet die Zone um 2.150 GBX eine wichtige Unterstützung. Auf der Oberseite wartet zwischen 2.300 und dem bisherigen 52-Wochen-Hoch von 2.360 GBX der entscheidende Widerstand. Gelingt ein nachhaltiger Ausbruch darüber, wären neue Rekordstände möglich. Damit wäre der mittelfristige Aufwärtstrend weiterhin vollständig intakt. Fällt der Kurs dagegen unter 2.100 GBX zurück, könnte zunächst eine Konsolidierung in Richtung 2.050 bis 2.000 GBX folgen.

Zusammenfassung

RTX erreicht dank starker Quartalszahlen und 289 Milliarden USD Auftragsbestand ein neues Allzeithoch. BAE Systems erhöht seine Jahresprognose für 2026 aufgrund eines neuen Rekordauftragsbestands von 84 Milliarden GBP. Volatus Aerospace steigert mit autonomen Dual-Use-Drohnensystemen seine Margen im wachsenden Sicherheitsmarkt und könnte mittelfristig auch bei den beiden Konzernen Interesse wecken.



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