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11.01.2022 | 05:45

Rohstoffe sind Inflationsschutz – Barrick Gold, Azincourt Energy, Prospect Ridge Resources, Rio Tinto Aktie

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Bildquelle: pixabay.com

Die Dauerniedrigzinsen und die Zeit des „geschenkten“ Geldes scheinen sich langsam dem Ende zu neigen. Die Inflation in der Euro-Zone ist zuletzt auf 5,0 Prozent angesprungen, in Deutschland auf 5,2% und auch das Direktorium der EZB scheint nun langsam umzudenken. Die Energiepreise steigen durch die CO2-Bepreisung immer stärker und auch die Rohstoffpreise für die gewollte Energiewende haben bereits deutlich zugelegt. Eine Ende ist nicht in Sicht und der Trend der Energiewende wird die nächsten Jahre immer stärker an Fahrt aufnehmen. Rohstoffunternehmen dürften daher die Gewinner der 20er Jahre des 21ten Jahrhunderts werden.

Lesezeit: ca. 5 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: BARRICK GOLD CORP. | CA0679011084 , AZINCOURT ENERGY | CA05478T1084 , Prospect Ridge Resources Corp. | CA74358Q1054 , RIO TINTO LTD | AU000000RIO1


 

Erstklassige Edelmetallfunde bei PRR

Mit zunehmender Inflation und Geldentwertung sollte mittelfristig gerade der Sektor der Edelmetalle profitieren. Dieser kam mit den Hochs in August 2020 unter Druck und konnte aber bisher von der anziehenden Teuerungsrate noch nicht profitieren. Gerade Antizykliker sollten sich nun langsam wieder in den Sektor einkaufen und auch kleinere Unternehmen auf die Beobachtungsliste aufnehmen. Prospect Ridge Resources (WKN: A3CQ9D ISIN: CA74358Q1054 Ticker: 0ED) aus Kanada könnte einer davon sein. Auf zwei Projekten exploriert das Unternehmen und der Dezember 2021 war für das Unternehmen extrem positiv. Mehrere hochgradige Gold- und Silberfunde konnten ausgewiesen werden.

Am 06.12.21 gab das Unternehmen Ergebnisse aus dem Explorationsprogramm bei der historischen Mine Dorren bekannt. 57,3 g/t Gold, 116 g/t Silber und dazu ein Bleianteil von 7%, 2,46% Zink und 0,5% Kupfer meldete das Labor an Prospect Ridge Resources zurück. Weitere erstklassige Ergebnisse folgten im Laufe des Dezembers, aber für Gold- und Silberwerte scheint sich der Markt nicht zu interessieren, noch nicht. Das dürfte sich aber in den kommenden Wochen ändern, denn der spürbare Anstieg an Energie- und Lebenhaltungskosten und die negative Realverzinsung dürften zu einem Umdenken in dem Anlageverhalten führen. Raus aus überbewerteten Wachstumswerten, hinein in unterbewertete Substanzwerte.

Eisenerz und Lithium von Rio Tinto

Der australisch-britische Bergbaukonzern Rio Tinto (WKN: 852147 ISIN: GB0007188757 Ticker: RIO1) ist einer der drei größten Minengesellschaften der Welt. Fast alle Metalle, die in der Industrie benötigt werden, fördert Rio Tinto zu Tage. Egal ob Aluminium für den Karosseriebau, Kupfer für Erneuerbare Energien, Eisen für die Stahlproduktion oder auch Lithium für die E-Mobilität und Batteriespeichersysteme. Gerade das letztgenannte Segment baute das Unternehmen in den letzten Monaten weiter aus, denn das Lithiumangebot wird in wenigen Jahren von der Lithiumnachfrage übertroffen werden. Erst im Dezember kaufte der Rohstoffproduzent das Lithium Projekt Rincon von Rincon Mining. Kaufpreis für das in Argentinen befindliche Projekt betrug 825 Mio. USD. Das Lithium-Sole Projekt befindet sich in der Provinz Salta und wird Lithiumcarbonat in Batteriequalität liefern.

Weniger erfreulich dürften dagegen die Botschaften aus Serbien für das Unternehmen sein. Die wachsenden Proteste der Bevölkerung gegen die geplante Lithiummine im westlichen Jadar Tal in der Nähe der Stadt Loznica, brachte den Premierminster Serbiens, Ana Brnabic unter Druck. Die Bedenken der Bevölkerung entsprechen den Erfahrungen der Menschen in den Lithiumabbauregionen Südamerikas. Sie haben Angst, dass der enorme Wasserverbrauch den regionalen Grundwasserspiegel abfallen lässt und die Böden erodieren lässt. Auch die erwarteten Umweltverschmutzungen treibt die Serben auf die Straßen. Sie blockierten mehrere Hauptstraßen des Landes, u.a. in der Hauptstadt Belgrad. Die Protestierenden fordern den kompletten Verbot des Lithiumabbaus, egal welches Unternehmen dies durchführen würde. Rio Tinto verkraftet diesen Rückschlag locker, aber die geplante Jahresförderung von 60.000t Lithiumcarbonat fehlt für die europäischen Automobil- und Batteriehersteller.

Uran Bohrprogramm startet bei Azincourt

Neben Atomstrom rücken weltweit auch immer mehr der Uranpreis und entsprechende Unternehmen in den Fokus der Anleger. Der Kurs des Uranpreises konnte sich in den letzten zehn Monaten fast verdoppeln und die großen Uranproduzenten, wie Kazatomorom mehr als verdreifachen. Doch die Unruhen in Kasachstan beunruhigen die Kraftwerksbetreiber, denn über 40% der weltweiten Uranproduktion stammt aus Kasachstan. Aufgrund des weltweiten Baus von über 40 Atommeilern und um für die wachsende Bevölkerung nebst wirtschaftlicher Entwicklung günstigen Strom anbieten zu können, wird in Zukunft viel mehr Uran gebraucht, als derzeit überhaupt gefördert werden kann. Auch der aktuelle Uranpreis ist trotz Verdopplung noch für viele Produzenten unwirtschaftlich, um die Produktion von Uran hoch zu fahren. Auch fehlt es an nötigen Uranreserven im Untergrund, um die zukünftig wachsende Nachfrage überhaupt einem Angebot gegenüberstellen zu können.

Gute Aussichten sind das auch für Azincourt Energy (WKN: A2H5UC ISIN: CA05478T1084 Ticker: A0U2). Der Uranexplorer hat zwei Uranprojekte im Bestand. Das East Preston Uran Projekt im Nordwesten der kanadischen Provinz Saskatchewan hat eine Größe von 25.000 Hektar und befindet sich in der größten Uranabbauregion Kanadas, dem Athabasca Becken. An diesem Projekt hat Azincourt Energy einen Anteil von 72% und im letzten Quartal 2021 die Zuwegungen zum neuen Bohrgebiet und der dortigen Basisstation angelegen lassen. Diese 75 km lange, winterfeste Straße steht nun kurz vor der Fertigstellung, so dass nun der Aufbau der Basisstation starten und im Anschluss das Bohrprogramm beginnen kann. Geplant hat der CEO Alex Klenman zwischen 30 bis 35 Bohrlöcher mit einer Gesamtlänge von 6.000m bis 7.000m. Das Bohrprogramm soll bis Ende März 2022 abgeschlossen sein. Durch die im Oktober 2021 abgeschlossene Privatplatzierung ist das Unternehmen gut finanziert und konnte sich damit auch in ein weiteres Uranprojekt im Athabasca Becken am Hatchet Lake einkaufen.

Cashflow begeistert - Barrick Gold

Durch die schwache Produktionsentwicklung der Minen Carlin, Hemlo und Tongon, musste der zweitgrößte Goldproduzent der Welt Barrick Gold (WKN: 870450 ISIN: CA0679011084 Ticker: ABR) einen Rückgang der Margen verkraften. Durch die Abschwächung des Goldpreises in den letzten 17 Monaten wurde aber trotz des Produktionsrückganges der Aktienkurs zu stark abgestraft. 42% Kursverlust sind für die Cashflow-Maschine viel zu viel. Mittlerweile kann ein Investor das Unternehmen zum Substanzwert kaufen und zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) vom 16 fachen der Schätzungen für 2022. Mit einer Nettomarge von 737 USD je Unze bei einem Verkaufspreis von 1.750 USD je Unze, verdient Barrick Gold trotz Goldpreisrückgang nach wie vor kräftig.

Während Barrick aus betrieblicher Sicht ein schwieriges Quartal hinter sich hat, war es aus Sicht der Exploration ein außergewöhnliches Quartal mit hervorragenden Abschnitten bei North Leeville, Greater Leeville, Ren, South Arturo, CHUG, Fourmile und Donlin. Bei North Leeville stieß Barrick auf einen Rekordabschnitt von 42m mit 32,6 g/t Gold (NLX-00010); eine erste Ressourcenschätzung wird zum Jahresende erwartet. Bei Ren, das nordöstlich von Leeville liegt, plant Barrick ebenfalls eine erste Ressourcenschätzung und hat möglicherweise eine neue Entdeckung auf dem Projekt gemacht mit Abschnitten, die 12,8m mit 26,4 g/t Gold und 7,6m mit 13,8g/t Gold (MRC-21001) umfassen.


Fazit

Viele Wachstumsunternehmen, die in den letzten zehn Jahren die meiste Aufmerksamkeit der Investoren erhalten haben, sind mittlerweile stark überbewertet. Statt auf Substanz und Gewinn zu achten, wurde nur auf Wachstum und mögliche Gewinne in der Zukunft geschaut. Das dürfte gerade im anziehenden Inflationsszenario und dem Straffen der Geldpolitik zu weiteren Kursverlusten und Umschichtungen der Anleger in Substanzwerte wie den Rohstoffunternehmen führen. Diese sind nicht nur erheblich günstiger bewertet, sondern in der Regel auch schuldenfrei und verdienen aufgrund gestiegender Rohstoffpreise gutes Geld. Daher sollten Unternehmen aus dem Rohstoffsektor 2022 zu den Outperformerns des Jahres gehören.


Interessenskonflikt & Risikohinweis

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