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25.09.2020 | 05:45

Seltene Erden für erneuerbare Energien - Nordex, Vestas und Defense Metals

  • nordex
  • Vestas wind
  • defense metals
Bildquelle: pixabay.com

Erneuerbare Energie aus „grünen“ Energiequellen soll Deutschlands Zukunft sein. So ist zumindest der Fahrplan der deutschen Strompolitik. Im ersten Halbjahr 2020 stammten ca. 55,8 Prozent und somit mehr als die Hälfte des eingespeisten Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Energien. Vor allem Energie aus Windkraft trug mit einem Rekordwert von 30,6% vor Kohle mit 13,7 Prozent für die starke Performance der erneuerbaren Energieträger bei. Auf Platz 3 kam Kernenergie mit 12,3%, gefolgt von Erdgas mit 11,5% und Solarenergie mit 11,4%. Doch die Koordination dieses schwankungsanfälligen Strommixes ist nur durch komplexe Steuersysteme möglich. Dafür sind bisher zwingend seltene Erden erforderlich, um das Zusammenspiel von konventioneller und erneuerbarer Energieerzeugung zu harmonisieren. Wer profitiert davon?

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Bode


 

Nordex – neue Aufträge

Der von Hamburg aus verwaltete und in Rostock ansässige Windkraftanlagenbauer Nordex (WKN: A0D655 ISIN: DE000A0D6554 Ticker: NDX1) hat sich auf Festland-(Onshore)-Windkraftanlagen spezialisiert. Nordex fertigt, errichtet und wartet die Windkraftanlagen und bietet internationalen Investoren ein Fullservice Paket an. Durch die starke Fokussierung und gute Qualität erhielt Nordex im laufenden Quartal wieder Aufträge über 227 Megawatt. Die Bestellungen kamen dabei aus Deutschland mit ca. 86 Megawatt, den Niederlanden mit ca. 70 Megawatt, Frankreich mit ca. 42 Megawatt und aus Belgien mit 29 Megawatt. Aber nicht nur in der europäischen Union sitzen die Auftraggeber, sondern bereits letzte Woche wurde eine Bestellung über 312 Megawatt aus den USA bekannt. Dort ist ein Windpark in Texas geplant, für den Nordex 65 Windturbinen liefern soll. Gerade für Mecklenburg-Vorpommern ist dies wichtig, denn in 2020 könnte Nordex der umsatzstärkste Arbeitgeber des Bundeslandes werden, da Aida Cruises in Rostock durch die Coronakrise den Titel vom letzten Jahr wohl nicht mehr halten können wird. Doch was wenige Menschen wissen: in vielen Windkraftanlagen werden Permanentmagnete für den Generatorbau eingesetzt. Und für diese werden seltene Erden benötigt.

Vestas - Offshoreanlagenbauer mit Permanentmagneten

Permanentmagnete werden oft bei Windkraftanlagen, die Offshore im Meer stehen, mit dem Ziel verwendet, die Wartungsroutinen und damit die laufenden Kosten zu verringern. Dabei werden vor allem Neodym und Dysprosium verwendet. Diese beiden Elemente Neodym und Dysprosium sind wichtig, um die magnetische Feldstärke über Jahrzehnte aufrecht zu erhalten. Die größten Branchenverbraucher von Seltenen Erden sind die vier großen Windkraftanlagenbauer Vestas Wind aus Dänemark (WKN: 913769), Xinjiang Goldwind Sience aus China (WKN: A1C0QD), GE Renewable Energy aus den USA (WKN: 851144) und Siemens Gamesa aus Spanien (WKN: A0B5Z8).
Vestas Wind ist dabei auch der Börsenliebling der Anleger, zumal solide Margen eingefahren werden, profitabel gearbeitet wird und weltweit Aufträge in die Bücher flattern. Zuletzt aus Kolumbien und Brasilien.
Aber um die Aufträge abzuwickeln, werden seltene Erden benötigt und darum ist ein geostrategischer Kampf entbrannt. Warum? Die Industrienationen haben festgestellt, dass ein Großteil der seltenen Erden durch China kontrolliert werden und China damit auch die Kauf- bzw. Verarbeitungsbedingungen der seltenen Erden diktieren kann und diktiert.
Daher streben z.B. Kanada und die USA mehr Unabhängigkeit von China anund fördern heimische Unternehmen bei dem Suchen und Aufspüren neuer Lagerstätten in den eigenen Ländern.

Defense Metals – Seltene Erden aus Kanada

Das Hauptgeschäft von Defense Metals (WKN: A2PBZ4 ISIN: CA2446331035 Ticker: 35D) besteht in der Suche nach Seltenen Erden und den damit verbundenen Mineralien in British Columbia, Kanada. Den Kanadiern gehören dabei die Anteile an dem 1.708 Hektar großen Wicheeda Seltene Erden Projekt. Bei den unterschiedlichsten Bohrungen konnten dabei gute bis sehr gute Ergebnisse erzielt werden. Darunter auch der beste jemals gefundenen Seltene Erden Anteil mit 4,43 Prozent auf einer Strecke von 83 Metern. Bisher wurden seitens Defense Metals knapp 4,9 Millionen Tonnen leichte seltene Erden indiziert, mit einem Anteil von ca. 3,0%. Aus den durchgeführten Bohrungen wird abgeleitet, dass weitere 12,1 Millionen Tonnen mit 2,9 % seltene Erden Anteile im Boden liegen dürften. Um die Bodenschätze später auch wirtschaftlich ausbeuten zu können, sucht und bohrt Defense Metals solange weiter, bis eine zu errichtende Mine wenigstens 2 Millionen Tonnen Gestein p.a. durchforsten und über 15 Jahre daraus seltene Erden gewinnen kann.

Fazit

In der heutigen Welt sind weder erneuerbare Energien noch seltene Erden weg zu denken, um die Stromproduktion auf Nachhaltigkeit umzustellen. Als Investor kann jeder von diesem anhaltenden Trend profitieren. Sei es, dass die richtigen Aktien ausgesucht, gekauft und gehalten werden oder ggf. die eigene PV-Anlage für den eigenen Strombedarf genutzt wird.

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Die Energiewende mit dem Ausbau von erneuerbarer Energie wird in der EU, aber auch in den USA, Kanada und Großbritannien forciert vorangetrieben. Damit einhergehend steigt der Verbrauch von Rohstoffen wie Kupfer und Seltenen Erden deutlich an. Allein in Deutschland stehen über 29.600 Windkraftanlagen auf dem Festland mit einem Zubau in 2020 von 420 Neuanlagen. Dabei wird für die Produktion moderner Windkraftanlagen bis zu 30 Tonnen Kupfer je Anlage inkl. Anschluss an das Stromnetz verbraucht. Aber auch der Kupferverbrauch in den Häusern, wie bei der E-Mobilität legt rasant zu. E-Autos brauchen je nach Modell doppelt bis dreimal so viel Kupfer wie Autos mit Verbrennungsmotor. Der Verbrauch in Eigenheimen ist in den letzten 30 Jahren um ca. 56 Prozent angestiegen. Mittlerweile beträgt der durchschnittliche Kupferanteil je Haus (Stand 2020) ungefähr 244 kg Kupfer. Der Kupferverbrauch wächst immer rasanter.

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Mit Forcierung der Energiewende in Deutschland aber auch weltweit ist der Verbrauch von Rohstoffen wie Kupfer und seltenen Erden drastisch angestiegen. Allein eine moderne Windkraftanlage benötigt in der Produktion nebst der nötigen Infrastruktur zum Anschluss der Anlage bis zu 30 Tonnen Kupfer. In Deutschland sind bereits ungefähr 400.000 Tonnen Kupfer für die Windenergie verbaut worden. Aber auch jedes neues bzw. saniertes Haus steigert den Kupferverbrauch deutlich. Wurden in 1990 noch ca. 156 kg je Haus an Kupfer verwendet, ist der durchschnittliche Kupferanteil je Haus im Jahre 2020 um 56% auf ca. 244 kg Kupfer angestiegen. Auch die e-Mobilität treibt die Kupfernachfrage an, denn ein E-Auto braucht im Schnitt fast dreimal so viel Kupfer wie ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor.

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