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17.05.2022 | 05:45

Stagflation und Kursverluste – Evotec, dynaCERT, Sartorius Vz. Aktie

  • evotec
  • dynaCERT
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Bildquelle: pixabay.com

Die letzten Wochen waren für die Börsenteilnehmer von sehr hoher Unsicherheit geprägt. Das zeigte sich nicht zuletzt durch hoch volatile Bewegungen an den Aktienbörsen der Welt. Während sich die großen Aktienindizes nach sechs Wochen Abwärtsbewegung seit Ende letzter Woche wieder stabilisieren, ist eine Ende der Talfahrt bei den Rohstoffaktien noch nicht in Sicht. Der Goldpreis verlor allein ca. 10% und die Goldaktien um teilweise um 25% bis 40%. Doch auch wenn die Aktienkurse die letzten Wochen sehr volatil waren, so nimmt der Vertrauensverlust in EZB und den nationalen Regierungen weiter zu. Zudem erreicht die Inflationsrate immer höhere Niveaus und das bei gleichzeitig stagnierender Wirtschaft. Um den Kaufkraftverlust der Inflation auszugleichen, könnten sich Aktien anbieten, die in den letzten Monaten unter Druck standen.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Alfred Laugeberger
ISIN: EVOTEC SE INH O.N. | DE0005664809 , DYNACERT INC. | CA26780A1084 , SARTORIUS AG VZO O.N. | DE0007165631


 

dynaCERT – noch keine Trendwende

Viel los war in den letzten Monaten bei dem kanadischen Unternehmen dynaCERT (ISIN: CA26780A1084 WKN: A1KBAV Ticker: DMJ). Nach der Entlassung zweier Direktoren, konnten die offenen Stellen zum 07. Mai 2022 wieder neu besetzt werden. Rebecca Hudson ist Wirtschaftsprüferin und Gründerin von SOOP Bags. Das Unternehmen entwickelt abfallfreie Produkte und stellt diese auch her, um Einwegkunststoffe zu ersetzen. Mit sehr viel Erfahrung in der Finanztransaktionsüberwachung, u.a. als Chief Financial Officer (CFO), verstärkt sie nun das Board of Directors von dynaCERT.

Ebenfalls wechselte Clark Kent in das Direktorium hinein. Er ist Kapitalmarktexperte mit umfangreichen Erfahrungen in der Unternehmensentwicklung und bei Kapitalmarktaktivitäten. Zudem ist er derzeit auch Präsident des Unternehmens Scryb, welches sich mit Cybersicherheit und künstlicher Intelligenz (KI) beschäftigt. Sein Ziel ist mit dynaCERT endlich den Durchbruch zu schaffen. Bisher zweifeln die Investoren noch daran. Zuletzt wurde mit 0,125 CAD bzw. 0,09 EUR die Kurslücke von September 2016 geschlossen. Seinerzeit begann die Börsenstory von dynaCERT bis auf das Februarhoch 2020 bei 1,25 CAD bzw. 0,95 EUR. Ob jetzt aber nach Kurslückenschluss die Trendwende einsetzt, das kann nur dynaCERT mit positiven Nachrichten einleiten. Vielleicht gibt es Nachrichten bei IIF? CEO Jim Payne steht hier live und via Zoom Rede und Antwort. Kostenlose Anmeldung hier.

Trendwende nach Kurshalbierung? Sartorius AG

Fast 13 Jahre kannte die Aktie des Göttinger Unternehmens Sartorius AG nur eine Richtung – Nordwärts. Mit dem Tief im März 2009 bei 1,50 EUR ging es bis Ende November 2021 steil nach nach oben auf die Spitze von 631,60 EUR. Ein Anstieg von sage und schreibe 41.936%. Mit einem Kursrückgang bis Anfang Mai auf 303,60 EUR setzte daher erstmalig eine nennenswerte Korrektur von knapp 52% ein. Die Aktie und damit auch die Aktionäre stehen unter Druck.

Doch die großen Bankhäuser sehen bei dem Unternehmen nach wie vor Potenzial. Gerade nach den Kursrücksetzern der letzten sechs Monate setzte zum Beispiel die Schweizer Großbank UBS die Aktie wieder von „neutral“ auf „Buy“. Das Kursziel sieht der Analyst Michael Leuchten in seiner am Montag, dem 16. Mai. 2022 vorgestellten Studie bei 410 EUR. Damit wurde das Kursziel um 10 EUR erhöht, denn das Wachstumspotential des Laborzulieferers dürfte auf dem aktuellen Niveau unterschätzt werden.

Kurssprung bei Evotec

Eine ähnliche Erfolgsgeschichte, wenn auch „nur“ mit einer knapp fünfstelligen prozentualen Entwicklung des Aktienkurses, konnte die Aktie von Evotec vorweisen. Vom Tief im März 2009 bei 0,54 EUR bis zum Allzeit-Hoch Mitte September 2021 bei 45,83 EUR lagen 45,29 EUR bzw. 8.387%. Auch wenn dies ebenfalls einen extreme Börsengeschichte ist, so verlor die Aktie bis letzte Woche ähnlich stark wie die Sartorius AG, und zwar um ca. 56%. Seitdem scheint der Risikoappetit der Anleger wieder gestiegen zu sein und bis dato konnte sich der Kurs von 20,16 EUR auf 24 EUR und damit um ca. 20% erholen.

Die Deutsche Bank und deren Analyst Falko Friedrichs hoben zudem die Einstufung der Aktie von „hold“ auf „buy“, senkten aber gleichzeitig das zu erwartende Kursziel von 33 EUR auf 30 EUR. Falko Friedrichs betonte jedenfalls, dass die starke Kurskorrektur ein attraktives Einstiegsniveau bieten. Interessant für Investoren dürfte auch sein, dass wenn das bisherige Tief hält, ein Aufwärtspotential bis zum nächsten Widerstandsbereich bei ca. 31,60 EUR besteht. Vom aktuellen Niveau wären daher noch ca. 30% Kurspotential möglich.


Die Schließung der 23 Mio. Metropole Shanghai sowie auch das deutlich reduzierte Abfertigen von Containerschiffen im dortigen größten Hafen der Welt, hat die Aktienmärkte zu einer Neubewertung des Aktienkursniveaus gezwungen. Da gleichzeitig die FED die Zinsen immer stärker anzieht, reduzierten viele Investoren ihr Risiko und setzten auf kurzlaufende US-Treasury-Bonds in USD. Ob diese Umschichtung schon bereits vorbei ist oder gerade erst ihren Anfang findet, das werden die kommenden Wochen zeigen müssen. Das aktuelle Kursniveau scheint aber für etliche Investoren schon attraktiv genug zu sein, um beherzt wieder in die Märkte einzusteigen.


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