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01.11.2021 | 05:45

Steile Dekarbonisatoren – Clean Logistics, Nel ASA, Nordex

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Bildquelle: pixabay.com

Der Hype um den seit Millionen von Jahren bestehenden Klimawandel ist wohl in keinem Land der Welt so stark ausgeprägt wie in Deutschland. Dabei steht es außer Frage, dass Umweltschutz wichtig und richtig ist. Aber Umwelt- ist nicht mit dem Klimaschutz, bzw. direkt mit dem Anstieg der durchschnittlichen Temperatur der letzten 30 Jahre zu verknüpfen. Größerwerdenden Teilen der „Klimaschutzbewegung“ geht es nicht mehr um eine fundierte lösungs- und praxisorientierte Umgestaltung der Wirtschaft. Es entsteht zuweilen auch der Eindruck, dass alles, was gegen die eigenen Glaubensätze verstößt, per Verordnung verboten oder schlicht stark verteuert werden soll. Doch eine funktionierende Wirtschaft braucht nachhaltig funktionierende Lösungen - und diese liefern die folgenden Unternehmen.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554 , Clean Logistics SE | DE000A1YDAZ7 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235


 

Dekarbonisator auf der Überholspur - Clean Logistics

Von den OEMs der LKW-Bauern wie Daimler, MAN, Renault & Co. lange nicht ernst genommen und belächelt, hat das norddeutsche Unternehmen Clean Logistics (WKN: A1YDAZ ISIN: DE000A1YDAZ7 Ticker: SD1) längst den Startschuss für wasserstoffbetriebene LKW’s und Busse Made in Germany gegeben. Was die Großen in der Wasserstofftechnologie verschlafen haben, hat der Logistiker und Vorstandschef der HARY AG Dirk Graszt, der gleichzeitig CEO der Clean Logistics ist, selbst in die Hand genommen. Via modularer Bauweise werden LKW’s und Busse für den Wasserstoffbetrieb umgebaut. Was 2018 mit Prototypen begann, geht bereits in 2022 in die Serienproduktion und die Auftragsbücher sind bereits voll.

In Deutschland müssten bis zum Jahr 2030 ca. 250.000 der ca. 340.000 zugelassenen LKW klimaneutral sein, sofern die Logistikbranche die gesetzlichen CO2-Reduktionsziele erreichen will. In ganz Europa sind sogar 2,3 Mio. Sattelschlepper zugelassen, wovon 70% dieser Fahrzeuge auf die Modelle DAF XF 106 und den Mercedes Actros MP4 entfallen. Daher konzentriert sich Clean Logistics auf diese Modelle, konvertiert aber auch Busse, wie die von den Uckermärkischen Verkehrsbetrieben (UVG). Als Dekarbonisator steht damit dem Hamburger Unternehmen ein riesiger Wachstumsmarkt offen und die Konvertierung zu Brennstoffzellen-Wasserstoff-Antrieben wird von der Bundesregierung gefördert. Dafür allein werden 1,6 Mrd. EUR bis 2025 bereitgestellt.

Nordex unter Spannung

Nach monatelangem Abverkauf der Nordex Aktie (WKN: A0D655 ISIN: DE000A0D6554 Ticker: NDX1), was den Aktienkurs seit April 2021 um über 50% drückte, regte sich im vergangenen Oktober der Widerstand der Bullen und die Aktie konnte sich auf 15,90 EUR erholen. Dabei waren für den Windenergieanlagen-Bauer mehrere Großaufträge entscheidend. Zwei Aufträge aus der Ukraine für insgesamt 121,6 MW, ein Auftrag aus Irland über 99,5 MW und ein Auftrag aus Polen für 71 MW waren die nötigen Hoffnungsschimmer für Aktionäre und trieben der Kurs der Aktie an.

Mit Spannung erwartet der Markt daher die nächsten Quartalszahlen, die am 15.11.2021 veröffentlicht werden sollen. Doch diese Zahlen müssen überzeugen, damit die Aktie über den charttechnischen Widerstand bei 16,55 EUR springen kann, denn dort verläuft u.a. der 50-Wochen-EMA. Wird dieser Bereich verlassen, ist der Weg frei bis zur nächsten Reaktionszone, die bei ca. 18,30 EUR verläuft, frei. Das wäre vom aktuellen Stand aus betrachtet ein Kursziel, das 15% Ertrag versprechen würde.

Nel ASA ist wieder zurück

Von der geplanten Klimaneutralität profitiert auch das norwegische Unternehmen Nel ASA (WKN: A0B733 ISIN: NO0010081235 Ticker: D7G). Die internationale Energieagentur erwähnte in einer der letzten Studien, dass ein Engpass für die Industrie bei den erforderlichen Elektrolyseuren ein Problem beim Ausbau der Wasserstoffproduktion werden könnte. Von dieser Knappheit würde Nel ASA am ehesten profitieren, denn der norwegische Wasserstoffspezialist hat hier bereits vorgesorgt. Am norwegischen Standort Herøya baut Nel ASA gerade eine voll automatisierte Produktionsstätte für Elektolyseure auf.

Mit Fertigstellung der Fabrik und dem Produktionsstart katapultiert sich NEL ASA bei der jährlichen Produktion um den Faktor 12,5 nach vorne. Die Gesamtleistung der pro Jahr baubaren Elektrolyseuren steigert sich dadurch von aktuell 40 Megawatt auf insgesamt 500 Megawatt. Diese Aussicht befeuerte zuletzt auch wieder den Kurs der Aktie, die in den vergangenen fünf Wochen um 50% angesprungen ist. Damit scheint die Trendwende eingeläutet zu sein und mit einem Überspringen des 50-Wochen-EMA bei 1,77 EUR dürfte das Allzeithoch bei 3,40 EUR vom Januar diesen Jahres wieder angelaufen und übersprungen werden. Damit besteht bei der Aktie das Potential der Kursverdopplung in den nächsten Monaten.


Fazit

Die angestrebte Klima-Neutralität wird hunderte Milliarden Euro kosten, die aus Steuergeldern, aber auch durch die Inflation der Preise von allen Menschen bezahlt werden müssen. Der damit verbundene Umbau der Wirtschaft wird auf der einen Seite viele Gewinner und auf der anderen Seite auch viele Verlierer hervorbringen. Wer sich jetzt darauf vorbereitet, kann sich über den Kauf von Aktien richtig positionieren. Die vorgenannten Unternehmen können Teil einer langfristigen Lösung sein.


Interessenskonflikt & Risikohinweis

Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass die HFC Hanseatic Financial Contor GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der HFC Hanseatic Financial Contor GmbH ggf. Aktien der genannten Unternehmen halten oder auf fallende Kurse setzen und somit ggf. ein Interessenskonflikt besteht. Die HFC Hanseatic Financial Contor GmbH hat ggf. eine entgeltliche Auftragsbeziehung mit dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der HFC Hanseatic Financial Contor GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird. Näheres regelt unser Interessenskonflikt & Risikohinweis.


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