04.09.2026 | 05:30
Technologischer Wandel, glänzende Ressourcen und finanzielle Stärke - Dell, Deutsche Bank, Lahontan Gold
Die globalen Finanzmärkte zeigen sich zuletzt wieder sehr dynamisch. Während der boomende Markt für künstliche Intelligenz traditionellen Hardware-Ausrüstern ungeahnte Wachstumsrekorde beschert, stützen im Rohstoffsektor signifikante Ressourcensprünge das Kurspotenzial zukünftiger Produzenten. Parallel dazu signalisiert der Bankensektor durch operative Skaleneffekte und Rekordgewinne eine neue Ära der Profitabilität. Charttechnische Ausbrüche und deutliche Prognoseanhebungen untermauern die Stärke dieser unterschiedlichen Branchenvertreter, die derzeit das Interesse der Anleger auf sich ziehen.
Lesezeit: ca.
6 Minuten.
Autor:
Stefan Bode
ISIN:
US24703L2025 , CA50732M1014 , DE0005140008
Dell Technologies-Aktie explodiert: KI-Server treiben Prognose auf 192 Mrd. USD
Die Aktie von Dell Technologies (WKN: A2N6WP | ISIN: US24703L2025 | Ticker: DELL) ist nach überraschend starken Quartalszahlen deutlich gestiegen und notierte bei 486 USD. Zum gestrigen Handelsschluss lag das Kursplus der letzten beiden Handelstage bei knapp 16 %. Seit Jahresbeginn hat das Papier damit rund 285 % gewonnen. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate beträgt das Plus sogar 307 %. Der Börsenwert des Computer- und Serverherstellers ist inzwischen auf rund 318 Mrd. USD angewachsen.
Auslöser des jüngsten Kurssprungs waren die Zahlen zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027, das Ende Juli abgeschlossen wurde. Dell steigerte den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 58 % auf den Rekordwert von 47,0 Mrd. USD. Analysten hatten lediglich mit knapp 45 Mrd. USD gerechnet. Der bereinigte Gewinn je Aktie sprang um 203 % auf 7,04 USD und übertraf die Erwartung von 4,91 USD deutlich. Der operative Cashflow belief sich auf 2,2 Mrd. USD. Der wichtigste Wachstumstreiber bleibt das Geschäft mit KI-Servern. Allein im Quartal erzielte Dell damit einen Umsatz von 16,4 Mrd. USD. Der Auftragsbestand erreichte 95 Mrd. USD, während innerhalb der vergangenen zwölf Monate Bestellungen über mehr als 130 Mrd. USD eingingen. Die Server werden unter anderem mit leistungsstarken Nvidia-Chips ausgestattet und von Cloudanbietern wie CoreWeave und Nscale zum Aufbau großer KI-Rechenzentren eingesetzt. Auch das übrige Geschäft entwickelte sich stark. Der Umsatz der Sparte mit Servern, Speichersystemen und Software wuchs um 89 %. Traditionelle Server- und Netzwerktechnik legten um mehr als 100 % zu. Das PC-Geschäft steigerte seine Erlöse um 20 % und erreichte damit das schnellste Wachstum seit fünf Jahren.
Dell hob deshalb seine Prognose für das gesamte Geschäftsjahr massiv an. Statt 167 Mrd. USD erwartet das Unternehmen nun einen Umsatz von 192 Mrd. USD. Die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie wurde von 17,90 auf 25,50 USD erhöht. Mit KI-optimierten Servern sollen 74 Mrd. USD umgesetzt werden, nachdem Dell zuvor 60 Mrd. USD erwartet hatte.
Bereits das erste Quartal war außergewöhnlich stark ausgefallen. Der Umsatz stieg um 88 % auf 43,8 Mrd. USD, während der operative Cashflow 4,1 Mrd. USD erreichte. Im gesamten Geschäftsjahr 2026 hatte Dell bei einem Umsatz von 113,5 Mrd. USD einen operativen Cashflow von 11,2 Mrd. USD und einen bereinigten freien Cashflow von 11,5 Mrd. USD erzielt.
Auch charttechnisch bleibt der Aufwärtstrend intakt. Bei 492,20 USD liegt die Aktie über dem GD20 (GD steht für gleitender Durchschnitt) bei 458 USD, dem GD100 bei 363 USD und dem GD200 bei 249 USD. Damit notiert der Kurs über allen wichtigen Durchschnittslinien. Risiken bleiben hohe Speicherchippreise, mögliche Lieferengpässe und die wachsende Abhängigkeit von den Investitionsbudgets großer Cloudanbieter. Solange die KI-Investitionen jedoch hoch bleiben, besitzt Dell weiterhin starke operative Wachstumstreiber.
Lahontan Gold: Ressourcenplus untermauert Nevadas Potenzial
Der globale Goldmarkt konsolidiert nach der starken Anfangsphase des Jahres 2026 auf hohem Niveau, während die Fundamentaldaten das langfristige Investoreninteresse der Goldbullen stützen. In diesem Umfeld treibt Lahontan Gold (WKN: A3DKKY | ISIN: CA50732M1014 | Ticker: Y2F) den strategischen Wandel vom reinen Explorer zum künftigen Produzenten auf dem geschichtsträchtigen Vorzeigeprojekt Santa Fe in Nevada zielstrebig voran. Die jüngste Mineralressourcenschätzung belegt einen signifikanten Sprung der Lagerstättengröße um 22 % gegenüber der Schätzung aus dem Jahr 2024. Die angezeigten Ressourcen belaufen sich nun auf 1,195 Mio. Gold-Äquivalent-Unzen (AuEq), ergänzt durch abgeleitete Ressourcen im Umfang von 1,190 Mio. Unzen AuEq. Dieser deutliche Zuwachs stärkt die wirtschaftliche Substanz des Vorhabens erheblich und offenbart eine signifikante Bewertungsdiskrepanz an den weltweiten Börsenplätzen.
Besonders die oberflächennahen Oxidressourcen in den Lagerstätten Slab und York verzeichneten einen Zuwachs von über 37 %, was die kostengünstige Haufenlaugung in der ersten Phase begünstigt. Parallel dazu zeigen aktuelle Bohrergebnisse aus der Calvada-Central-Zone, darunter ein Bohrabschnitt von 30,8 Metern mit 0,93 g/t AuEq, die Qualität der Lagerstätte. Ein zusätzlicher Hebel liegt in der laufenden Untersuchung historischer Haldenmaterialien auf vier Flächen, die schätzungsweise bis zu 200.000 Unzen Gold enthalten könnten. Das Management setzt auf ein zweistufiges Laugungsverfahren, für das bereits erste Tests laufen. Diese operativen Fortschritte ebnen den Weg für eine aktualisierte Wirtschaftlichkeitsstudie, die zeitnah den finalen Minenplan definieren soll.
Mit liquiden Mitteln von rund 12 Mio. USD ist das Unternehmen für die nächsten Schritte gut aufgestellt, während die Genehmigungsverfahren auf Staats- und Bundesebene planmäßig voranschreiten. Die Finanzierungsstruktur für den Neustart der Mine, deren Reaktivierungskosten auf rund 135 Mio. USD beziffert werden, soll bis Ende 2026 finalisiert werden. Lahontan strebt dabei einen Mix aus 80 % Fremdkapital und 20 % Eigenkapital an, um die Verwässerung der Altaktionäre gering zu halten. Dank der vorhandenen Infrastruktur wie gesicherten Wasserrechten und einem nahen Umspannwerk wird ein Baubeginn im Jahr 2027 angestrebt. Die geplante Notierung an der NYSE sowie die jüngste Beteiligungserhöhung des Investors Lawrence Lepard unterstreichen das finanzielle Potenzial dieses künftigen Goldproduzenten.
Auch charttechnisch bleibt der Aufwärtstrend intakt. Bei 0,39 CAD liegt die Aktie knapp unter dem GD 10, der bei 0,40 CAD verläuft, während sich der GD100 bei 0,37 CAD und der GD200 bei 0,32 CAD gerade befinden. Damit notiert der Kurs über fast allen wichtigen gleitenden Durchschnittslinien und signalisiert kurzfristig relative Stärke. Risiken bleiben schwankende Edelmetallpreise, mögliche Verzögerungen im behördlichen Genehmigungsprozess und die finale Absicherung der Fremdkapitaltranche. Solange das makroökonomische Umfeld für Gold günstig bleibt, besitzt Lahontan starke operative Katalysatoren für eine deutliche Neubewertung.
Deutsche Bank-Aktie: Goldman sieht trotz Zwölfjahreshoch noch 25 % Potenzial
Die Aktie der Deutschen Bank (WKN: 514000 | ISIN: DE0005140008 | Ticker: DBK) ist am Mittwoch auf den höchsten Stand seit 2014 gestiegen. Das Papier gewann zeitweise 3 % und notierte am Nachmittag bei 35,30 EUR. Im Tagesverlauf erreichte die Aktie mit 35,57 EUR zugleich ein neues 52-Wochen-Hoch. Auf Sicht von zwölf Monaten beträgt das Plus 17,4 %.
Goldman hat die Deutsche Bank von „Neutral“ auf „Kaufen“ hochgestuft und das Kursziel von 37,00 auf 43,75 EUR angehoben. Ausgehend vom aktuellen Kurs ergibt sich damit ein weiteres Potenzial von rund 25 %. Analyst Chris Hallam sieht Deutschlands größtes Geldhaus am Beginn einer Phase höherer Profitabilität. Als Gründe nennt er eine stärkere Ertragsdynamik, operative Skaleneffekte und ab 2027 deutlich mehr Flexibilität bei der Verwendung des Kapitals. Dadurch könnten künftig auch Dividenden und Aktienrückkäufe stärker in den Fokus rücken.
Die Geschäftszahlen stützen diese Einschätzung. Im zweiten Quartal 2026 erhöhten sich die Erträge gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9 % auf 8,5 Mrd. EUR. Der Vorsteuergewinn stieg um 11 % auf 2,7 Mrd. EUR, während der Gewinn nach Steuern mit 1,9 Mrd. EUR einen neuen Rekord für ein zweites Quartal erreichte. Besonders stark entwickelte sich die Investmentbank: Ihre Erträge legten um 19 % zu. Im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren und Währungen betrug das Wachstum 16 %, im Emissions- und Beratungsgeschäft sogar 36 %. Der Nettozinsertrag erhöhte sich ebenfalls um 19 % auf 4,5 Mrd. EUR.
Auch die Profitabilität verbessert sich. Die Rendite auf das materielle Eigenkapital erreichte im Quartal 11,0 %, nach 10,1 % im Vorjahr. Gleichzeitig sank die Aufwand-Ertrag-Relation von 64 % auf 63 %. Im gesamten ersten Halbjahr erzielte die Bank einen Gewinn nach Steuern von 4,1 Mrd. EUR, ein Zuwachs von 9 %. Bereits 2025 hatte die Deutsche Bank Rekordzahlen vorgelegt. Die Erträge stiegen um 7 % auf 32,1 Mrd. EUR, der Gewinn nach Steuern verdoppelte sich auf 7,1 Mrd. EUR. Zusätzlich wurden eine Dividende von 1,00 EUR je Aktie und ein Aktienrückkauf über 1 Mrd. EUR angekündigt. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 67 Mrd. EUR, einem KGV von 10,62 und einer Dividendenrendite von 2,87 % wirkt die Bewertung moderat. Risiken bleiben steigende Kosten, mögliche Kreditausfälle und juristische Untersuchungen.
Auch charttechnisch ist das Bild positiv. Die Zahl gibt an, aus wie vielen Handelstagen der Durchschnitt berechnet wird. Bei 34,88 EUR liegt die Aktie über dem GD20 bei 33,47 EUR, dem GD50 bei 32,08 EUR und dem GD200 bei 30,13 EUR. Der Kurs notiert damit über allen wichtigen Durchschnittslinien. Ein nachhaltiger Ausbruch über 35,38 EUR könnte den Weg in Richtung des Goldman-Kursziels öffnen.
Zusammenfassung
Dank der boomenden Nachfrage nach KI-Servern hob Dell nach einem starken Quartal mit 47 Mrd. USD Umsatz seine Jahresprognose massiv auf 192 Mrd. USD an.
Lahontan Gold verzeichnete ein Ressourcenplus von 22 % auf dem Santa Fe-Projekt und plant derzeit die Finanzierungsstruktur, um mit dem potenziellen Minenbau im Jahr 2027 beginnen zu können.
Die Deutsche Bank erreicht nach starken Gewinnen ein Zwölfjahreshoch, woraufhin Goldman Sachs die Aktie auf „Kaufen“ stufte und weiteres Potenzial sieht.