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28.03.2024 | 05:45

Trendwende geht weiter – Manz AG, Nikola, Royal Helium Aktie

  • Manz AG
  • Nikola
  • Royal Helium
Bildquelle: pixabay.com

Kein Tag vergeht, ohne dass einer oder mehrere Aktienindizes neue Allzeithochs erreichen. So übernahm in den letzten Tagen der Deutsche Aktienindex die Führung vor den US-Indizes. Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq geben seit Freitag letzter Woche leicht nach, während sich der DAX40 mit Erreichen von 18.410 Punkten weiter Richtung der 18.500er Marke vorschiebt. Mit der neuen Bestmarke konnte der DAX um mehr als 2.086 Punkte seit dem Januartief bei 16.345 Punkten ansteigen und hat Investoren eine Rendite von mehr als 12 % in neun Wochen beschert. Nun kommt auch Bewegungen in die zweite und dritte Reihe der börsennotierten Gesellschaften und auch am Wasserstoffmarkt scheint eine Trendwende zu laufen.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Alfred Laugeberger
ISIN: DE000A0JQ5U3 , US6541101050 , CA78029U2056


 

Manz Aktie knickt ein

Der Hightech-Maschinenbauer Manz AG (WKN: A0JQ5U | ISIN: DE000A0JQ5U3 | Ticker-Symbol: M5Z) ist mit seinem umfassenenden Technologieportfolio bei vielen weltweit agierenden Unternehmen bekannt und gefragt. Trotz rauen wirtschaftlichen Gegenwindes in 2023 konnte das Unternehmen seinen Umsatz mit 250,1 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr mit 251,0 Mio. EUR relativ konstant halten. Das überrascht viele Marktteilnehmer, denn etliche Kunden verschoben Investitionen aufgrund steigender Zinsen und wirtschaftlicher Probleme. Das Ergebnis konnte sogar von minus 4,2 Mio. EUR in 2022 auf plus 4,3 Mio. EUR gesteigert und die EBIT-Marge auf 1,7 % verbessert werden.

Hauptumsatztreiber ist nach wie vor das Segment Industry Solutions mit einem Umsatz von 158,4 Mio. EUR, gefolgt von Mobility & Battery Solutions mit 91,7 Mio. EUR. Neben den anziehenden Auftragseingängen im vierten Quartal wirkte sich auch der Verkauf der Beteiligung an der Customcells Holding GmbH positiv auf das Gesamtjahresergebnis aus. Dennoch muss das Unternehmen in 2024 noch bei den Auftragseingängen nachlegen, denn zum 31.12.2023 standen nur 185,8 Mio. EUR in den Bestandsbüchern. Daher ist der Blick auf die Q1/2024 Zahlen gerichtet, auch wenn im Moment die die Veröffentlichung des Jahresberichtes für 2023 verschoben werden musste. Hier liegt der Grund bei der Bewertung künftiger Projekte im Unternehmensabschluss, die zu den Verzögerungen geführt haben.

Royal Helium – Produzent zum Explorerpreis

Helium ist das zweithäufigste Element des Universums, jedoch aufgrund seiner Eigenschaft auf der Erde sehr flüchtig. Dennoch ist Helium in vielen wirtschaftlichen Anwendungen unverzichtbar. Ob in der Raumfahrttechnik, bei MRT-Magnetresonanztomografen zur Krebserkennung, bei der Produktion von Quantencomputer oder auch Strichcode Lesegeräten an den Supermarktkassen ist der Rohstoff nicht mehr wegzudenken. Doch wer einen reinen Heliumproduzenten an den internationalen Börsen finden möchte, der muss sich auf eine längere Suche begeben. Bei den meisten Unternehmen handelt es sich um Erdöl- und Erdgasunternehmen, deren Einkünfte aus Helium sich in der Bilanz kaum bemerkbar machen.

Das kanadische Unternehmen Royal Helium (WKN: A2PQ6N | ISIN: CA78029U2056 | Symbol: RD31) ist einer der wenigen „Pure Play“ Kandidaten und hat in 2023 den Sprung vom Explorer und Entwickler hin zum Produzenten geschafft. Das Unternehmen hat mehrere langfristige Pachtverträge auf heliumhaltigen Erdgaslagerstätten in den kanadischen Provinzen Alberta und Saskatchewan. Auf 4 von 15 Projektgebieten wurden in 2022 und 2023 insgesamt 10 Bohrlöcher niedergebracht und 2 dieser Bohrlöcher noch im Jahr 2023 zur Produktionsreife geführt. Der Heliumanteil beträgt zwischen 0,43 % bis 0,53 % und ist in dieser Konzentration im internationalen Vergleich als hoch zu bezeichnen.

Am Produktionsstandort Steveville hat daher Royal Helium eine Veredelungsanlage errichtet, um aus dem Erdgas das Helium zu extrahieren und auf 99,999 % Reinheit für die Industrie zu verdichten. Die Anlage schafft eine Kapazität von ca. 425.000 Kubikmeter Gasdurchfluss am Tag und wird von den beiden produzierenden Bohrlöchern am Standort gespeist. Mit über 60 Mio. CAD Investitionskosten wird das Unternehmen seine Ausgaben bis Ende 2025 wieder eingespielt haben und im Anschluss für viele Jahre Gewinn erzielen. Durch einen drei Jahres Lieferkontrakt mit einem Unternehmen aus der Raumfahrtindustrie erhält Royal Helium einen garantierten Preis von 19.000 USD je Kubikmeter Helium.

Allein dieser Kontrakt würde eine signifikant höhere Bewertung als die aktuell 33 Mio. USD rechtfertigen. Zudem nutzt das Wachstumsunternehmen den laufenden Cashflow zum weiteren Ausbau der Heliumproduktion. In 2024 sollen zwei weitere Standorte mit 5 Bohrlöchern erschlossen werden. Da die Wachstumsstory des Unternehmens noch am Anfang steht, das Wachstum durch stetigen Cashflow abgesichert ist und die Aktie erst wenige Investoren entdeckt haben, kann sich aktuell noch zu niedrigen Kursen an dem Unternehmen beteiligt werden.

Nikola mit Trendwende

Das am häufigsten vorkommende Element des Universums ist Wasserstoff. Doch die Gewinnung des Energieträgers ist auf der Erde im Vergleich zu anderen Energierohstoffen noch nicht effizient genug. Dies wird zwar politisch immer wieder befeuert und subventioniert, jedoch nach dem letzten Hype des Wasserstoffsektors bis Anfang 2021 sind die meisten Aktien aus dem Segment um 90 % bis 99 % eingebrochen. Auch die Aktie der Nikola Corporation (WKN: A2P4A9 | ISIN: US6541101050 | Ticker-Symbol: 8NI) blieb nicht verschont und verlor in den letzten dreieinhalb Jahren vom Allzeithoch bei 93,99 USD über 99,38 % seiner einstigen Kursnotierung.

Seit Anfang Januar 2024 fing die Aktie jedoch an, einen Boden im Bereich von 0,60 USD auszubilden. In dieser Woche schaffte sie dann sogar den charttechnischen Ausbruch aus einer bullischen Verkeilung im Abwärtstrend. Grund für den deutlichen Anstieg war die mediale Aufmerksamkeit zur Eröffnung der ersten HYLA Hochdruck-Wasserstofftankstelle des Unternehmens in Kalifornien. Damit können pro Tag bereits 40 LKWs mit Wasserstoff betankt werden. In den kommenden Monaten sollen weitere solcher Tankstellen folgen und im Gesamtjahr 2024 insgesamt 14 Tankstellen errichtet worden sein.

Das wachsende Tankstellennetz ist zwingend erforderlich, damit die Nachfrage nach wasserstoffbetriebenen Nutzfahrzeugen angekurbelt werden kann. Davon profitiert nicht nur der Produzent von Wasserstoff-Brennstoffzellen-Elektro-LKWs Nikola selber, sondern schafft die Infrastrukturbasis für die ganze Wasserstoffindustrie in der Transportlogistik.

Fazit

Während Royal Helium in diesem Jahr die Cashflow positive Phase erreicht, warten die Anleger der Manz AG auf die Veröffentlichung der Bilanz und neue Aufträge. Durch die Eröffnung der ersten HYLA Wasserstofftankstelle in Kalifornien konnte die Aktie von Nikola durch einen impulsiven Ausbruch profitieren. Sollte dieser Ausbruch nachhaltig sein, sind Kursrücksetzer zum Einstieg zu nutzen.



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