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05.10.2023 | 06:45

Turbulenzen in Washington – Allianz, Desert Gold Ventures, Schott Pharma Aktie

  • Allianz
  • Desert Gold
  • Schott Pharma
Bildquelle: pixabay.com

Die zunehmenden Sorgen, dass die bereits stark angehobenen Zentralbankzinsen die Wirtschaft der USA zu stark abwürgen und sich nun die Konjunktur im ersten Halbjahr 2024 eintrüben könnte, wurde nun durch ein neues aktuelles Thema überschattet. Der stetige Streit um die US-Haushaltspolitik sorgt immer mehr internationale Marktteilnehmer, weil gestern die Abwahl des Vorsitzenden des US-Repräsentantenhaus McCarthy stattfand. Daher dürften nun wieder Aktien, bonitätsstarke Anleihen der globalen Wirtschaftsunternehmen wie auch Gold in den Fokus der Anleger rücken, statt US-Staatsanleihen zu kaufen, die trotz hoher Zinsen nun mit noch höherer Unsicherheit behaftet sind.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Sven Ferber
ISIN: DE0008404005 , CA25039N4084 , DE000A3ENQ51


 

Substanz für Centbeträge - Desert Gold

Während die großen Produzenten im Goldsegment wie Newmont Gold in den letzten Wochen deutlich Federn lassen mussten und Fahrt auf die Coronatiefs von März 2020 nehmen, haben die meisten Goldexplorer diese Tiefs bereits längst erreicht und teilweise sogar unterschritten. Diese negativen Marktansichten scheinen aber nicht im Ansatz gerechtfertigt zu sein, zumindest wenn auf den Goldpreis geschaut wird. Notierte dieser im März 2020 noch bei 1.451 USD je Unze, so liegt der derzeitige Marktpreis mit 1.827 USD ca. 25 % oberhalb des damaligen Tiefs. Gleichzeitig verlieren die beiden größten Gläubiger der USA, Japan und China das Vertrauen in die USA. Sie haben in den letzten 3 ½ Jahren ihre US-Staatsanleihen von 1.268,4 Mrd. USD bzw. 1.092,3 Mrd. USD bis Juli 2023 auf 1.112,5 Mrd. USD bzw. 821,8 Mrd. USD reduziert. Japan reduziert damit sein Auslandsvermögen in den USA um 155,9 Mrd. USD und China um 270, 5 Mrd. USD. Dies wird teilweise auch in Gold umgeschichtet.

Doch die kleineren Goldwerte fristen nach wie vor ein Schattendasein. Das bietet Antizyklikern die Chance, zu niedrigen Kursen auf einen möglichen Stimmungsumschwung im Goldsegment zu setzen. So könnte z. B. der Aufbau von Positionen beim kanadischen Goldexplorer Desert Gold Ventures (ISIN: CA25039N4084 | WKN: A14X09 Ticker: QXR2) interessant sein. Das Unternehmen besitzt in Mali mit dem SMSZ ein Goldprojekt in einer sehr bekannten Goldregion Westafrikas. Die geologische Bodenstruktur ist hervorragend und in dieser Goldregion befinden sich auch die Goldminen von Barrick Gold, B2Gold oder auch AngloGold Ashanti. Das SMSZ-Projekt allein weist mit der ersten Ressourcenschätzung der Kategorien angezeigt und abgeleitet mehr als 1 Mio. Bodenunzen Gold aus. Bei der aktuellen Marktkapitalisierung von 4,1 Mio. EUR und einem Aktienkurs von 0,029 EUR wird die Bodenunze Gold gerade einmal für 4 EUR gehandelt. Bei Übernahmen von Goldexplorer in Westafrika wurden in der Vergangenheit aber auch schon 70 bis 100 EUR je Bodenunze Gold bezahlt, sodass Desert Gold den Investoren Substanz bietet und der 1 Euro für Centbeträge eingekauft werden kann.

Allianz - nächster Abverkauf?

Konnte der in München beheimatete Versicherungskonzern Allianz SE (WKN: 840400 | ISIN: DE0008404005 | Ticker: ALV) im September 2023 bei 234,55 EUR noch ein neues 11 Jahreshoch ausbilden und kurzzeitig den seit April 2000 vorherrschenden Abwärtstrend überspringen, so legte die Aktie seit dem 15.09.2023 den Rückwärtsgang ein. Im Monatschart kündigte sich mit dem Doppeltop über die beiden anderen Hochs von Februar 2020 und Februar 2022 bereits eine Divergenz im Relative-Stärke-Index (RSI) an, durch die das neue Hoch im September 2023 nicht mehr bestätigt worden ist. Das könnte für die Aktie eine Trendwende einläuten, zumal der Versicherungskonzern stark in Anleihen investiert ist.

Diese haben aber durch den stetigen Zinsanstieg massiv an Wert verloren. Dazu kommt dass die Kunden von Versicherungsunternehmen auf Festgelder bei Banken bereits seit Monaten wieder mehr Zinsen bekommen, als die Versicherungsunternehmen wie z. B. die Allianz in Höhe des Höchstrechnungszinses (Anm.: allgemein als Garantiezins bekannt) von 0,25 p. a. auf die Versicherungsbeiträge nach Kosten vergüten. So reichen die Zinsen bei Festgeldern für 6 bis 12 Monate von 2 % p. a. bis hin zu 4,5 % p. a. Dies dürfte mehr und mehr Kunden dazu veranlassen, ihre jüngeren Sparverträge stillzulegen oder gar aufzukündigen, um das frei werdende Kapital ins Festgeld zu transferieren.

Schott Pharma mit gelungenem Börsengang

In einem eingetrübten Börsenumfeld kann der Start der Schott Pharma AG & Co KGAA Aktie (WKN: A3ENQ5 | ISIN: DE000A3ENQ51 | Ticker-Symbol: 1SXP) nach dem Börsengang (IPO) als gelungen bezeichnet werden. Der Ausgabepreis des Börsendebütanten lag bei 27 EUR und der erste Kurs am vergangenen Donnerstag lag bei 30 EUR. Kurzzeitig schoss der Kurs sogar auf bis zu 32,14 EUR hoch, ehe er in dieser Woche kurzeitig unter die 30 EUR Marke rutschte. Mit dem IPO gab der Schott Pharma Mutterkonzern Schott 23 % ihrer Anteile ab und konnte 935 Mio. EUR von den Investoren einsammeln. Damit wurde Schott Pharma mit 4,1 Mrd. EUR Gesamtbewertung vom Markt eingeschätzt. Bei einem Jahresgewinn in 2022 von 125,4 Mio. EUR ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 32,7 aber als hoch anzusehen, sodass die Aktie nach dem IPO erst einmal in eine ordentliche Korrektur wie der Gesamtmarkt übergehen könnte und deutlich unter den Ausgabepreis von 27 EUR rutschen dürfte.

Das dürfte aber Investoren wie Qatar Holding kurzfristig weniger interessieren, denn diese erwarben für ca. 200 Mio. EUR ca. 4,92 % der 34,6 Mio. Aktien des Börsenneulings. Neben den Ankerinvestoren kamen auch rund 4,6 % des Platzierungsvolumens bei den Privatanlegern an, sodass zumindest ein Teil der Aktie als Streubesitz auch an der Börse gehandelt werden kann. Die strategischen Investoren dürften auf das Wachstumspotenzial von Schott Pharma geschaut haben und die Aktien daher eher nicht auf dem Börsenparkett handeln.

Fazit

Während bei der Schott Pharma Aktie durch einen überhöhten IPO-Preis mit einer Korrektur unterhalb des Ausgabepreises zu rechnen ist, dürften Antizykliker bei der Aktie von Desert Gold und dem hohen Anteil von im Boden befindlichen Gold auf ihre Kosten kommen. Ein Einstieg bei der Allianz bietet sich im Moment auf Grund der massiv gefallenen Bewertung von Anleihen nicht an, es sei denn dieser wird auf der Shortseite gesucht.



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