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02.11.2023 | 05:45

Unbeschwerte Kauflaune? dynaCERT, Infineon Technologies AG, Sartorius AG

  • dynaCERT
  • Infineon Technologies
  • Sartorius
Bildquelle: pixabay.com

Die Stimmung unter den institutionellen Anlegern ist trotz der Kursverluste bei den Aktien in den letzten Wochen erstaunlich gut. Statt wie im März 2023 Angst zu entwickeln und den Volatilitätsindex (VIX) seinerzeit auf über 30 Punkte zu treiben, sind die Investoren ausgesprochen entspannt und betrachten die aktuelle Marktschwäche eher als Kaufchance. Der VIX ist in der zweiten Woche rückläufig und notiert nur noch bei 18 Punkten und das trotz stetiger Drohung eines Flächenbrandes im Nahen Osten. Wissen die Marktteilnehmer mehr und sehen keine Anlagealternativen zum Aktienmarkt oder werden sie mit ihrer Gelassenheit auf dem falschen Fuß erwischt?

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Alfred Laugeberger
ISIN: CA26780A1084 , DE0006231004 , DE0007165631


 

dynaCERT – Stichtag für Emissionszertifikate

Das kanadische Unternehmen dynaCERT (WKN: A1KBAV | ISIN: CA26780A1084 | Ticker-Symbol: DMJ) konnte nach längerer Testphase seiner HydraGEN™ Technologie von Bergbauunternehmen vor kurzem einen ersten nennenswerten Erfolg vermelden. 161 HydraGEN™ Einheiten bestellte ein Vertriebspartner aus Südamerika für seine Kunden im Bergbausektor. Diese wollen mit der Wasserstoff-On-Demand Technologie in erster Linie den Verbrauch an Diesel durch Beimischung des Wasserstoffs in die Luftzufuhr senken und damit ihre Kosten reduzieren.

Doch gerade Untertage bewirkt der sauberere Verbrennungsprozess mit den geringeren Emissionswerten für einen doppelten Einspareffekt für die Unternehmen. Die geringeren Schadstoffanteile in der „Untertage-Luft“ bringt den Bergbauunternehmen zusätzliche Ersparnisse bei der Belüftung und Luftreinigung. Ebenfalls bewirken der effizientere Verbrennungsprozess und das Einsparen von Diesel auch eine Reduktion der CO2-Emissionen. Gerade das Einsparen von CO2-Emissionen wirkt sich positiv im ESG- und Umweltbericht der anwendenden Unternehmen aus. Aber auch die stetig steigenden Preise der CO2-Zertifikate zwingt die Unternehmen zu mehr Effizienz.

Damit die reduzierten CO2 Emissionen in CO2-Zertifikate umgewandelt werden können, arbeitet das Unternehmen mit der international anerkannten Zertifizierungsorganisation Verra zusammen. Um diesen langwierigen Prozess des Verified Carbon Standard (VCS) Programm bis zum 31.12.2023 umzusetzen, hat dynaCERT das Unternehmen Earthood Services beauftragt, den Validierungs- und Verifizierungsprozess von Verra zu begleiten. Bis dahin soll neben der technischen Überprüfung und der Methodik-Validierung auch der Bewertungsbericht fertiggestellt sein.

Sartorius AG VZ – Kurszielsenkung, Buy und 61,8 % Korrektur

Zur Sartorius AG (WKN: 716563 | ISIN: DE0007165631 | Ticker-Symbol: SRT3) hat die Privatbank Berenberg eine neue Einschätzung abgegeben. Das Kursziel des Göttinger Vorzeigeunternehmen wurde deutlich von 380 EUR auf 300 EUR abgesenkt. Dennoch bleibt die Einstufung als „Buy“ bestehen. Der Pharma- und Laborausrüster ist in der „Corona-Zeit“ überdurchschnittlich stark gewachsen, aber die Vorwegnahmeeffekte der Jahre 2020 und 2021, muss das Unternehmen seitdem durch sinkende Umsätze und einhergehenden Gewinnreduzierungen nun „nachhungern“. Entsprechend stark fiel der Kurs in den vergangenen zwei Jahren von 626 EUR in der Spitze auf zuletzt 245 EUR ab.

So gehörte der DAX40-Wert mit zu den schwächsten Werten des Index in den vergangenen 12 Monaten. Zudem fiel die Aktie in den letzten zwei Jahren so stark, dass mit dem Abverkauf im Oktober mit Erreichen der 240,60 EUR Marke bereits 61,8 % der kompletten Aufwärtsbewegung von 2006 bis 2021 korrigiert worden ist. Oftmals achten Marktteilnehmer auf diese Rücksetzzone, sodass nun das Kaufinteresse von langfristig orientierten Marktteilnehmern wieder zunehmen könnte..

Diese zu erwartende technische Gegenbewegung sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Gewinnmargen in den vergangenen Quartalen stetig abgenommen haben und auch die Umsätze seit Q4 2022 rückläufig sind. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) signalisiert mit 46 derzeit eine Übertreibung und auch das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von 4,48 ist alles andere als günstig zu bezeichnen.

Infineon Technologies – Neue Jahrestiefs

Der freundliche Start in die Börsenwoche ist bei den Aktionären der Infineon Technologies (WKN: 623100 | ISIN: DE0006231004 | Ticker-Symbol: IFX) bisher vorüber gegangen. Im Gegenteil erreichte die Aktie mit 27,60 EUR ein neues Jahrestief und ein Ende der „Rutschpartie“ scheint nicht in Sicht zu sein. Zwar gibt das Unternehmen keinen Anlass für einen über 31%igen Kursrückgang seit Anfang August 2023 jedoch liefert der US-Wettbewerber On Semiconductor (WKN: 930124 | ISIN: US6821891057 | Ticker-Symbol: XS4) einen pessimistischen Ausblick für den Sektor und das schreckt die Anleger auch bei der Infineon Aktie ab.

Dennoch ist die Lage in der Halbleiter-Branche gar nicht so pessimistisch, wie der Markt es gerade einpreist. So konnte Intel (WKN: 855681 | ISIN: US4581401001 | Ticker-Symbol: INL) zuletzt wieder einen positiveren Ausblick liefern und so scheint das Ende der Talsohle in greifbarer Nähe zu sein. Auch bei einer neuen Generation von elektrischen Greifarmen konnte Infineon Technologies zusammen mit DH-Robotics vorgestern per Pressemeldung punkten. Durch diese Innovation solle die industrielle Automatisierung auf eine neue Stufe gehoben, zugleich die Wartungszeiten reduziert und so auch die Produktivität erhöht werden.

Fazit

Während der deutliche Abverkauf bei der Sartorius Aktie bereits stattgefunden hat, deuten die letzten Kennzahlen auf keine Erholung hin und signalisieren eher weiteren Abgabedruck. Stabiler dagegen konnte sich seit Ende September dagegen die Aktie von dynaCERT entwickeln und notiert mit 0,16 CAD (0,11 EUR) bereits wieder gut 30 % oberhalb des Oktober Tiefs. Zu stark abgestraft und mit einer Gegenbewegung sollte auch bei der Infineon-Aktie gerechnet werden, sofern das allgemeine Marktumfeld sich in den kommenden Tagen nicht wieder eintrüben sollte.



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