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21.03.2023 | 05:40

US-Bankenkrise schwappt rüber – Almonty Industries, ThyssenKrupp AG, Volkswagen AG Vz. Aktie

  • Almonty Industries
  • ThyssenKrupp
  • Volkswagen
Bildquelle: pixabay.com

Was in den USA mit der Insolvenz der drei S-Banken Silvergate Capital, Silicon Valley Bank und Signature Bank begann, schwappte, wie die Krisensitzungen zur Credit Suisse in der Schweiz zeigte, längst auch auf Europa über. Gingen viele Experten noch davon aus, dass dies keine Bankenkrise sei und dies an den speziellen Geschäftsmodellen der drei Banken lag, so zeigt die Credit Suisse das dem nicht so ist. Doch die Schweizer Nationalbank reagierte schnell und stellt bis zu 200 Mrd. CHF Liquidität und die Schweizer Regierung neun Mrd. CHF Garantie zur Verfügung. Nun soll die UBS die Credit Suisse für 3 Mrd. CHF übernehmen und für 22,48 Credit Suisse Aktien erhalten diese 1 UBS-Aktie. Daher sollten Anleger ihr Auge auf soliden Unternehmen mit starken Bilanzen und Zukunftsaussicht werfen, statt auf Bankaktien deren Anleihen-Portfolio durch stark gestiegene Zinsen massiv eingebrochen ist.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Sven Ferber
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , THYSSENKRUPP AG O.N. | DE0007500001 , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039


 

Almonty Industries entscheidend für E-Mobilität

Der Umstieg von Verbrennertechnologie hin zur E-Mobilität ist im vollen Gange und daher werden immer mehr Rohstoffe für die Elektro-Antriebe wie auch für die Batterieproduktion benötigt. Der Kampf um die Rohstoffe wie Lithium, Kupfer oder auch Wolfram läuft bereits seit Jahren und mit neuen Methoden und Veränderung der Rohstoffeinsätze sollen u. a. die Laufzeiten der Batterien erweitert werden. So entwickelt der chinesische Hersteller BYD mit Erhöhung des Wolframanteils nicht nur die Ladeleistung, sondern auch Laufzeitdauer und Sicherheit von Batterien. Doch das Angebot an Wolfram hält mit der wachsenden Nachfrage nicht Schritt und neue Wolfram-Minen sind rar gesät.

Zu den börsengelisteten Wolframunternehmen gehört u.a. Almonty Industries (WKN: A1JSSD ISIN: CA0203981034 Symbol: ALI). Das Unternehmen betriebt in Europa bereits zwei Wolframminen in Spanien und Portugal und gehört zu den wenigen Lieferanten von Wolfram außerhalb von China. Doch mit dem Auf- und Ausbau der Wolfram-Mine Sangdong in Südkorea wird das Unternehmen in den nächsten Jahren zum größten Produzenten von Wolfram außerhalb von China aufsteigen. Ca. 1,2 Mio. Tonnen Erzhaltiges Gestein soll die noch fertig zu stellende Mine verarbeiten können und damit ein jährliches EBITDA von 72 Mio. USD erzielen.

ThyssenKrupp baut aus

ThyssenKrupp-Stahl (WKN: 750000 ISIN: DE0007500001 Ticker-Symbol: TKA) setzt weiter konsequent seine Zukunftsstrategie 20-30 um. Am Bochumer-Standort wurde in der vergangenen Woche der Grundstein für eine neue Glüh- und Isolierlinie gelegt. Dort sollen noch dünnere Elektrobänder mit gleichen mechanischen wie auch magnetischen Eigenschaften hergestellt werden, die in den hocheffizienten Motoren für Elektrofahrzeuge zum Einsatz kommen. Bis zu 218.000 Tonnen Elektroband wird das neue Werk herstellen können und dafür investiert ThyssenKrupp ca. 150 Mio. EUR bis 2024.

Produktionsvorstand Dr. Heike Denecke-Arnold sagte dazu: „Materialien für die Elektromobilität werden in wachsendem Umfang die Stahlmärkte der Zukunft prägen. Wir wollen hier mit Hightech-Produkten aus Bochum eine führende Rolle spielen. Die neue Glüh- und Isolierlinie wird unsere Kompetenzen bei dünnerem, hochisoliertem, nicht kornorientiertem Elektroband für die Elektromobilität weiter stärken. Wir werden mit unseren Stählen zum Beispiel dazu beitragen, die Energieeffizienz und damit auch die Reichweite von Elektrofahrzeugen weiter zu steigern.“

Volkswagen - Kostensenkung durch Investition

Um die Kosten für die Produktion von Batteriezellen zu senken, will der Autokonzern Volkswagen (WKN: 766403 ISIN: DE0007664039 Ticker-Symbol: VOW3) auch in Minen investieren. Damit will der Automobilhersteller eine größere Kontrolle über seine Lieferketten erhalten und die zukünftig bis zu Hälfte seines eigenen Rohstoffbedarfs in diesem Segment zu decken. Mit der Batteriesparte PowerCo wollen die Wolfsburger ein globaler Batterielieferant werden und die Hälfte des eigenen Batteriebedarfs in den europäischen und nordamerikanischen Werken decken. Aber auch an Dritte sollen die Batterien ausgeliefert werden, denn der Wettbewerber Ford produziert auf der MEB-Plattform von Volkswagen ca. 1,2 Mio. Fahrzeuge in Europa und benötigt dafür entsprechend auch die Batterien.

Nach Jahren der Ausgliederungen und Optimierung der Lieferketten durch Just-In-Time Produktion fand durch die Lockdown-Politik und den geopolitischen Verwerfungen der letzten drei Jahre bei der Konzernspitze ein Umdenken statt. Bei einem Interview mit Reuters sagte VW-Vorstandsmitglied Thomas Schmall, dass der Engpass bei den Rohstoffen die Abbaukapazitäten sind und daher direkt in Minen investiert werden muss. In Ontario, Kanada, will VW seine erste nordamerikanische Batteriefabrik bauen und ging dort bereits Partnerschaften mit Bergbauunternehmen ein. Für Explorer mit hinreichenden Funden an Rohstoffen kann eine Partnerschaft mit einem internationalen und liquiden Autokonzern die Erschließungszeit zum Aufbau einer Mine massiv verkürzen und für Volkswagen bzw. PowerCo die nötige Rohstoffversorgung langfristig sicherstellen und die Abhängigkeit von asiatischen Zulieferern reduzieren.


Mit der Bereitstellung von über 100 Mrd. CHF an Liquidität für die Credit Suisse durch die Schweizer Nationalbank und der anstehenden Übernahme durch die UBS könnte die aufkommende Bankenkrise in Europa bereits schneller beendet sein, als die meisten Marktteilnehmer dies derzeit noch erwarten. Daher sollten Anleger Ausschau halten nach zukunftsstarken Branchen und Aktien, die langfristig auch bei weiter steigenden Zinsen Geld verdienen können.


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