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19.10.2020 | 05:45

Veränderungen in der Automobilindustrie – Aston Martin, Almonty Industries, Geely Automobile

  • Aston Martin
  • Geely Automobile
  • Almonty Industries
  • Wolfram
Bildquelle: pixabay.com

Die globale Automobilindustrie befindet sich in einer wichtigen Übergangsphase in eine neue Ära. Diese Ära stellt nicht nur die Antriebsform und den zu verbrauchenden Energieträger in Frage, sondern auch die Art und Weise wie bisher Geschäfte angebahnt und abgewickelt worden sind. Ganz klar ist auf jeden Fall: wer keine klare Vision und Umsetzungsstrategie hat, wird diese Transformationsphase nicht überstehen und den Markt für immer verlassen.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: GB00BFXZC448


 

Aston Martin – Turnaround oder Abgesang?

Nach dem Börsengang im Oktober 2018 hatten es die Aktionäre von Aston Martin (WKN: A2N6DH ISIN: GB00BFXZC448 Ticker: A5S) nicht leicht. Über 90 Prozent Kursverlust zeigen das wahre Ausmaß der massiven Krise, in dem die Briten stecken. Viel vom alten Glanz der James-Bond „Dienstautos“ ist nicht geblieben, denn während die Oldtimer unter Sammlern begehrt sind, will die Aktien des Autoproduzenten zur Zeit nun wirklich niemand sein Eigen nennen.
Ob das der Wechsel von Sebastian Vettel 2021 von Ferrari zum Rennstall Aston Martin ändern kann? Oder reißt eher der neue SUV Aston Martin DBX die Trendrichtung der Nobelmarke um und begründet den möglichen Turnaround?
Für letzteres spricht zumindest die Hoffnung des Managements, dass der DBX für 50 Prozent der Verkäufe stehen soll. Sollte zusätzlich Sebastian Vettel in der nächsten Formel 1 Saison wieder vorne mitfahren, wäre auch das weltweite Marketing für das neue Highend-Serienmodell positiv flankiert. Schließlich soll der Nobel-SUV fast 200.000 Euro kosten. Wenn das neue Modell beim kaufkräftigen Zielklientel wie erwartet einschlägt, dann dürften Kurse von 0,56 Euro je Aktie aus der Perspektive des Jahres 2022 ein Schnäppchen gewesen sein.

Wolfram im Alltag und in Automobilen

Wolfram ist im Alltag nicht weg zu denken, auch wenn den wenigsten Investoren sofort mögliche Anwendungsfelder einfallen. Aber wenn sie heute morgen mit einem Vibrationsalarm ihres Mobiltelefons geweckt worden sind, ist dafür Wolfram als Mikromotor verantwortlich. Haben sie nach dem Aufstehen das Licht angemacht, dann spendet Wolfram als Glühfaden das erhellende Licht. Auch bei beschlagenen und vereisten Autofenstern sorgen erwärmte Wolframfäden im Glas schnell für klare Sicht. Und wenn mal ihr Vordermann an der Kreuzung die grüne Ampel verschläft, fordern sie ihn ganz freundlich mit der wolframbeinhaltenden Hupe zu mehr Aufmerksamkeit im Straßenverkehr auf.
Doch auch wenn noch viele weitere Anwendungsfelder für Wolfram aufgezählt werden können, so ist doch viel spannender, dass über 80% des weltweiten Wolframs aus China stammen. Da immer mehr westliche Staaten und Staatengemeinschaften wie die USA, Kanada und die Europäische Union unabhängiger von China werden wollen, sollten Investoren bereits jetzt schauen, wer die Wolfram-Player der Zukunft sind.
Hier kommt wohl niemand am kanadischen Wolframunternehmen Almonty Industries (WKN: A1JSSD ISIN: CA0203981034 Ticker: ALI) vorbei. Almonty Industries betreibt zwei produzierende Wolframminen in Spanien sowie in Portugal, wird aber die nächsten 2 Jahre einer der wichtigsten Wolframproduzenten werden. Bis 2022 soll nämlich die größte Wolframmine außerhalb Chinas für Almonty Industries in Betrieb gehen. Das ist die südkoreanische Sangdong Mine. Sie wird ab 2022 für ca. 30% der nicht-chinesischen Wolfram-Weltproduktion stehen. Langfristige Investoren sollten daher sukzessive erste Positionen aufbauen.

Geely Automobile – Compact Modular Architecture soll‘s richten

Der in HongKong notierte chinesische Automobilkonzern Geely Automobile (WKN: A0CACX ISIN: KYG3777B1032 Ticker: GRU) ist in Europa mit dem Kauf der Marke Volvo in 2010 von Ford bekannt geworden. Mit 12 Fabriken, 5 globalen Forschungsstandorten und 50.000 Mitarbeitern verkaufte das Unternehmen in 2019 insgesamt 1,46 Millionen Autos und landete damit auf Platz 9 der Top 10 Autoproduzenten der Welt.
Um aber gerade im Bereich der E-Mobilität Marktanteile zu gewinnen, setzt das Unternehmen auf die „Compact Modular Architecture“ (CMA). Mit dieser flexiblen wie auch skalierbaren Aufbauplattform sollen Autos nicht nur leichter und schneller gebaut werden können, sondern auch die Reichweite von E-Autos auf bis zu 700 km je Energieladung standardisiert erweitert werden. Für jeden Investor mit Fokus auf zukunftsfähige Automobilkonzerne sicherlich ein Muss im Depot.

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Interessenskonflikt & Risikohinweis

Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass die HFC Hanseatic Financial Contor GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der HFC Hanseatic Financial Contor GmbH ggf. Aktien der genannten Unternehmen halten oder auf fallende Kurse setzen und somit ggf. ein Interessenskonflikt besteht. Die HFC Hanseatic Financial Contor GmbH hat ggf. eine entgeltliche Auftragsbeziehung mit dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der HFC Hanseatic Financial Contor GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird. Näheres regelt unser Interessenskonflikt & Risikohinweis.


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Kommentar vom 26.07.2021 | 05:45

Die international agierende Automobilindustrie hat mit dem Wandel vom Verbrennungsmotor zur E-Mobilität die größte Transformationsphase in ihrer Geschichte eingeleitet. Über ein Jahrhundert wurde beim Verbrenner optimiert was optimiert werden kann. Doch mit der E-Mobilität wird das Geschäfts- und Ertragsmodell auf den Kopf gestellt. Gerade Industrieländer wie Deutschland, mit hohem Anteil an Zuliefererbetrieben für die Automobilindustrie, müsste sich strukturell neu aufstellen, denn die bisherige Wertschöpfungskette und -tiefe fällt durch die Simplifizierung der E-Mobilität zu einem Verlust bei vielen Hunderttausend gut bezahlten Industrie-Arbeitsplätzen. Andererseits bieten solche Krisen auch viele Gelegenheiten, neue Geschäftsfelder zu entwickeln und Ideen mehr Raum für eine Umsetzung zu geben. Diese Transformationsphase wird nicht jedes Unternehmen überstehen, lässt aber den verbleibenden Marktteilnehmern mehr Potential für Wachstum.

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Seltene Erden (Rare Earth), besser auch als Technologiemetalle bezeichnet, sind als strategische und langfristige Investments nicht weg zu denken. Selbst Staaten und Konzerne bauen nun wieder strategische Reserven auf, nachdem der internationale Warenverkehr aus den Fugen geraten ist. Da 90% des Warenverkehrs über riesige Containerschiffe abgewickelt werden, diese aber durch Stau an sehr wichtigen Umschlagshäfen nicht zeitnah gelöscht und beladen werden können, gibt es mittlerweile einen nie dagewesenen Containermangel. Statt sonst z.B. 3.000 USD kostet derselbe Container im Transport zurzeit 12.000 – 15.000 USD, also ein Faktor von 4 bis 5 zur Vor-Corona-Zeit. Das verteuert alle Produkte und heizt damit die Inflation für längere Zeit an.

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