04.11.2026 | 05:28
Wendezeiten an den Märkten: Antimony Resources, Deutz, Puma
Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von Antimony Resources Corp.
Ob dynamische Trendwenden im Konsumgütersektor, das Ringen um versorgungskritische Schlüsselrohstoffe oder richtungsweisende Transformationsschritte in der traditionellen Industrie. An den Kapitalmärkten findet daher eine ständige Neubewertung statt, die für Investoren immer wieder neue Chancen, aber auch Risiken eröffnet. Während operative Fortschritte mancherorts für neue charttechnische Signale sorgen, fordern geopolitische Verwerfungen und strukturelle Risiken ihren Tribut. Wo Anleger jetzt tragfähige Chancen finden und welche Kursmarken zwingend halten müssen, zeigt der folgende Marktkommentar.
Lesezeit: ca. 6 Minuten.
Autor: Stefan Bode
ISIN: CA0369271014 , DE0006305006 , DE0006969603
Puma: Aktie springt über 25 EUR – trägt die Erholung bis 29 EUR?
Die Aktie von Puma (WKN: 696960 | ISIN: DE0006969603 | Ticker: PUM) legte in der vergangenen Woche nach den Quartalszahlen um mehr als 5 % zu und stieg in der Spitze auf 27,21 EUR, ehe Gewinnmitnahmen einsetzten. Dennoch setzt der Sportartikelhersteller seine seit Anfang Oktober laufende Erholung fort. Seit Jahresbeginn beträgt das Kursplus 17 %, auf Sicht von zwölf Monaten rund 44 %. Anleger setzen offenbar darauf, dass die laufende Neuaufstellung zunehmend Wirkung zeigt.
Die Geschäftszahlen liefern dafür Anhaltspunkte, allerdings auch Gegenargumente. Der Quartalsumsatz sank gegenüber dem Vorjahr um 5 % auf 1,78 Mrd. EUR, währungsbereinigt um 6,3 %. Die Rohertragsmarge verbesserte sich von 45,4 % auf 49,5 %. Dabei halfen neben niedrigeren Beschaffungskosten auch Zollrückerstattungen von 29,8 Mio. EUR. Trotz dieser Unterstützung blieb das operative Ergebnis mit minus 11,4 Mio. EUR negativ. Eine höhere Marge allein reicht damit bisher nicht für die Rückkehr zu operativen Gewinnen.
Besonders auffällig ist der Lagerabbau: Die Vorräte schrumpften um 24,3 % auf 1,61 Mrd. EUR. Gleichzeitig drehte der freie Cashflow von minus 43 Mio. EUR auf plus 92 Mio. EUR. Das entlastet die Finanzierung, ist aber auch auf geringere Beschaffungsmengen, niedrigere Steuerzahlungen und Investitionen zurückzuführen. Für das Gesamtjahr erwartet Puma nun einen operativen Verlust von 80 bis 130 Mio. EUR statt zuvor 50 bis 150 Mio. EUR. Die Prognosespanne wird enger; eine klare Verbesserung ist das eher nicht.
Auch mwb-Research bleibt zurückhaltend. Das Analysehaus bestätigt seine Halteempfehlung und das Kursziel von 24 EUR. Es verweist auf Fortschritte bei der Neuaufstellung, zugleich aber auf schwache Geschäfte in Nordamerika und EMEA sowie hohe Betriebskosten. Der Aktienkurs nimmt somit bereits weitere Verbesserungen vorweg. Für die nächsten Quartale kommt es deshalb darauf an, ob sich aus dem Lagerabbau eine stabile Geschäftsentwicklung ergibt und die verbesserte Rohertragsmarge nach Abklingen der Sondereffekte auch im Ergebnis ankommt.
Charttechnisch hat sich das Bild deutlich aufgehellt. Mit dem Sprung über 25 EUR überwindet die Aktie eine entscheidende Orientierungsmarke und notiert über sämtlichen Durchschnittslinien. Die nächste liegt mit der 100-Tage-Linie bei rund 25,55 EUR, gefolgt von der 200-Tage-Linie bei 24,83 EUR. Weiter darunter verlaufen die 20-Tage-Linie bei 24,14 EUR und die 50-Tage-Linie bei 23,60 EUR. Diese Bereiche können bei Rücksetzern als mögliche Unterstützungen dienen.
Entscheidend ist nun die Rückkehr in die frühere Handelsspanne mit einer Untergrenze bei ungefähr 26 bis 26,50 EUR und einer Obergrenze um 29 EUR. In diesem Bereich bewegte sich die Aktie über weite Strecken zwischen Mai und August, bevor der Abverkauf folgte. Der jüngste Anstieg führt zunächst an deren untere Begrenzung zurück. Behauptet sich Puma dort, rückt die obere Zone um 29 EUR wieder in den Blick. Drei Handelstage in dieser Zone bestätigen allerdings noch keinen Durchbruch. Dafür muss die Aktie die zurückeroberten Marken auch bei Rücksetzern verteidigen.
Antimony Resources: Kanadas Antwort auf Chinas Antimon-Monopol?
China kontrolliert weitgehend den weltweiten Markt für Antimon (Stibnit). Die Verschärfung der bereits strengen Ausfuhrbeschränkungen hat die globale Versorgungslage in den letzten Jahren empfindlich gestört. Der versorgungskritische Rohstoff Antimon ist aber für Verteidigungsgüter, Halbleiter sowie erneuerbare Energiesysteme unersetzlich, daher suchen westliche Industriestaaten intensiv nach stabilen Beschaffungsquellen in ihren eigenen bzw. in den verbündeten Ländern. Diese Situation hat der kanadische Rohstoffexplorer Antimony Resources (WKN: A414DM | ISIN: CA0369271014 | Ticker-Symbol: ATMY) genutzt, um sich mit seinem Vorzeigeprojekt Bald Hill in der Provinz New Brunswick zu positionieren.
Der strategischen Relevanz des Standorts bewusst, wird das Unternehmen von der regionalen Regierung gestützt, denn auch diese will eine verlässliche nordamerikanische Wertschöpfungskette vor Ort etabliert wissen. Vor diesem Hintergrund gewinnt das Vorhaben zunehmend das Profil eines potenziellen Primärlieferanten für westliche Abnehmer. Dabei dürfte Almonty Industries für den Rohstoff Wolfram möglicherweise der Geschäftsführung um Jim Atkinson als Vorbild dienen.
Die systematische Erkundung der Bald-Hill-Lagerstätte lieferte dafür in den vergangenen Monaten zum wiederholten Mal außergewöhnlich hochgradige metallurgische Befunde. Diamantkernbohrungen in der Hauptzone belegten massive Mineralisierungen mit Spitzenwerten von 27,3 % Antimon auf 0,3 Metern innerhalb breiterer Abschnitte sowie weitere Durchteufungen von 21,45 % über 1,10 Meter und 15,0 % über 0,8 Meter. Die begleitenden Schürfungen und Bohrprogramme in den angrenzenden Bereichen bestätigten zudem das Vorhandensein von sichtbarem Gold mit Gehalten von bis zu 2,85 Gramm pro Tonne (g/t). Parallel dazu schloss das Management eine hochauflösende geophysikalische Vermessung aus der Luft ab, welche die strukturelle Ausdehnung der mineralisierten Zonen über das bisher bekannte Areal hinaus nachweist. Diese zusammenhängenden neuen Datenreihen deuten eine wirtschaftlich tragfähige Kombination aus hohem Basismetallgehalt und wertsteigernden Edelmetallbeimischungen an.
Auf der Kapitalseite schuf das Unternehmen durch den erfolgreichen Abschluss einer steuerbegünstigten „Flow-through“-Finanzierung im Umfang von 5,0 Mio. CAD zu 0,47 CAD je Aktie ausreichend Liquidität zur Fortführung der geplanten Feldprogramme. Ergänzt wurde dies aufgrund der hohen Nachfrage durch eine weitere Platzierung über 3 Mio. CAD zum Marktpreis von 0,30 CAD je Aktie Ende Oktober. Damit ist die anstehende Neuberechnung der Mineralressourcenschätzung gemäß dem nationalen Standard NI 43-101 vollständig durchfinanziert.
Das Analysehaus GBC AG attestierte dem Vorhaben sowie dem Unternehmen am 16. Oktober bereits eine Empfehlung zum „Kauf“ mit einem Kursziel von 2,52 CAD und verweist dabei auf Parallelen zur strategischen Neubewertung anderer westlicher Rohstoffunternehmen. Nach der wellenförmigen Auf- und anschließenden Abwärtsbewegung des Aktienkurses im laufenden Geschäftsjahr bietet das aktuelle Bewertungsniveau von 0,27 CAD (0,18 EUR) ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis dar. Sollte die kommende Ressourcenschätzung wie die bisherigen hervorragenden Bohrergebnisse ausfallen, dürfte einer Neubewertung der Vermögenswerte nichts entgegenstehen.
Deutz: Aktie unter 10 EUR – hält jetzt die wichtige Unterstützungszone?
Die Aktie von Deutz (WKN: 630500 | ISIN: DE0006305006 | Ticker: DEZ) verlor am Freitag gegenüber dem Donnerstagsschluss rund 7 % und setzt ihren seit dem 10. September bestehenden Abwärtstrend fort. Mit dem erneuten Rückfall unter 10 EUR und dem Unterschreiten des Tiefs vom 23. Oktober verschlechtert sich das Chartbild weiter. Trotz der jüngsten Verluste bleibt seit Jahresbeginn ein Plus von rund 12 %, auf Zwölfmonatssicht von etwa 10 %.
Bemerkenswert ist, dass der Verkaufsdruck auf positive Analystenkommentare trifft. MPCM bestätigt seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 19 EUR. Analyst Stefan Augustin verweist auf die Entscheidung der Niederlande zugunsten zweier Militärfahrzeugplattformen des Deutz-Übernahmeziels FFG: ACSV und Wisent 2. Er wertet dies als Bestätigung des erwarteten Potenzials. Mit dem für 1,6 Mrd. EUR vereinbarten FFG-Kauf will Deutz sein Verteidigungsgeschäft erheblich ausbauen und sich vom Motorenhersteller zum breit aufgestellten Industriekonzern entwickeln.
Gleichzeitig rückt ein operatives Risiko in den Blick. Nach einem Bericht der WirtschaftsWoche stockt die Versorgung mit Ersatzteilen aus einem zentralen Bundeswehr-Logistikzentrum. Beim betroffenen Instandsetzer FFG könnten rund 150 Beschäftigten Kurzarbeit drohen, sollte der Teilezufluss nicht innerhalb von zwei Wochen wieder anlaufen. Eine offizielle Antwort von FFG auf die Anfrage lag dem Bericht zufolge nicht vor. Dass diese Nachricht den Kursrutsch ausgelöst hat, ist aber nicht belegt.
Die zuletzt veröffentlichten Geschäftszahlen zeigen unterdessen Wachstum. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz um 10,7 % auf 1,12 Mrd. EUR, der Auftragseingang um 28,7 % auf 1,33 Mrd. EUR. Das bereinigte EBIT legte um 43,1 % auf 79,7 Mio. EUR zu; die entsprechende Marge verbesserte sich auf 7,1 %. Allerdings blieb der freie Cashflow vor Übernahmen mit minus 29,7 Mio. EUR negativ. Höhere Vorräte banden Mittel. Steigende Gewinne und tatsächlicher Mittelzufluss entwickelten sich somit unterschiedlich. Am 5. November folgen die nächsten Quartalszahlen. Dann dürfte besonders interessieren, ob Deutz das Wachstum fortsetzt und die Mittelbindung reduziert. Bis dahin steht dem verbesserten Halbjahresergebnis ein schwacher Kursverlauf gegenüber. Die Börse verlangt offenbar mehr als die Aussicht auf zusätzliche Rüstungsaufträge.
Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Die 200-Tage-Linie bei rund 10,40 EUR verläuft oberhalb des Kurses, ebenso die 20-, 50- und 150-Tage-Linie. Damit fehlt bislang ein überzeugendes Signal für eine Trendwende. Der Kurs ist auf ein Niveau zurückgefallen, das zuletzt im August erreicht wurde. Entscheidend wird die Unterstützungszone zwischen etwa 8,70 und 9,40 EUR. Innerhalb dieses Bereichs spielte die Marke um 9,30 EUR bereits mehrfach eine Rolle. Auch die psychologische Schwelle bei 9 EUR verdient Aufmerksamkeit. Hält der Bereich, wäre zunächst eine Stabilisierung möglich. Bei einem nachhaltigen Bruch könnte dagegen die frühere Auffangzone um 8,50 EUR erneut relevant werden. Für eine Aufhellung müsste Deutz zunächst 10 EUR zurückerobern und anschließend die 200-Tage-Linie überwinden. Eine belastbare Stabilisierung steht damit noch aus.
Zusammenfassung
Puma setzt nach verbesserten Rohertragsmargen und deutlichem Lagerabbau zur Erholung an, muss die operative Wende nach dem Sprung über 25 EUR jedoch noch nachhaltig absichern.
Antimony Resources positioniert sich mit hochgradigen Bohrfunden in New Brunswick und frischem Kapital strategisch als westlicher Gegenpol zum chinesischen Antimon-Monopol.
Deutz gerät trotz starker Halbjahreszahlen und strategischer Rüstungsphantasie charttechnisch unter Druck, weshalb die Verteidigung der Unterstützungszone unter 10 EUR nun oberste Priorität hat.